Bündnis „Osterholz bleibt!“

Aktivisten demonstrieren gegen Waldrodung

Für den Erhalt des Osterholzes wurde in der Elberfelder Innenstadt demonstriert. Foto: Andreas Fischer
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Für den Erhalt des Osterholzes wurde in der Elberfelder Innenstadt demonstriert.

Wuppertal. „Osterholz bleibt“ hallte es unlängst lautstark durch die Elberfelder Innenstadt. Demonstranten aus ganz NRW gingen auf die Straße, um gegen die Rodung des Waldes Osterholz zu protestieren.

Von Jerrit Schloßer

Dieser soll im Auftrag der Firma Oetelshofen in Teilen gerodet werden, um Platz für den Abraum ihrer Kalkwerke zu schaffen.

Zum Start der Rodungssaison am 1. Oktober schlossen sich mehrere Initiativen zu dem Bündnis „Osterholz bleibt!“ zusammen, um ihre Stimmen zu erheben. „Wir stehen auch überregional gegen das Weichen von Wäldern für wirtschaftliche Interessen ein“, erklärt Mitorganisator Stefan Kottas. „Knapp zehn Kilometer entfernt soll ein Wald gerodet werden und die meisten kriegen das gar nicht mit“, kritisiert er. Für die Demonstration habe er 100 bis 250 Menschen angemeldet. „Die Teilnehmerzahl scheint sich auch so in dem Rahmen zu befinden“, schätzt er.

„Ich versuche in letzter Zeit, mich mehr fürs Klima einzusetzen.“

Teilnehmerin Hiba Taker erklärt ihre Motivation

Zu den Demonstranten gehört auch Hiba Taker. Während des knapp einstündigen Programms vor dem Hauptbahnhof und bei dem Marsch durch die Innenstadt hält sie ihr Schild mit dem Schriftzug „Wald statt Müll, Osterholz bleibt“ hoch. „Ich versuche in letzter Zeit, mich mehr fürs Klima einzusetzen“, erklärt sie. Von der Osterholz-Demo hat sie bei der Fridays-For-Future-Demonstration am 24. September gehört, an der sie auch teilgenommen hat.

Aktivisten kritisieren: Politik habe Alternativen nicht ernst genommen

Ähnlich geht es Laura Thönes, die, laut eigener Aussage, schon in der Vergangenheit bei Protestaktionen der Initiative „Osterholz bleibt!“ dabei war. „Dass die alternativen Möglichkeiten zur Rodung von Osterholz kaum thematisiert werden, macht einen schon ein bisschen sauer“, erklärt sie.

Den Vorwurf an die Politik, Alternativen zur Rodung des Osterholzes nicht ernsthaft in Betracht gezogen zu haben, ist auch zentraler Kritikpunkt in den Reden vor dem Hauptbahnhof. Auch Marjolein Schlüter spricht dabei zu den Demonstranten: „Dafür, dass der Wald bereits 2019 gerodet werden sollte und immer noch steht, feier ich!“, sagt sie unter tosendem Applaus der Teilnehmer. „Wir haben die beste Waldbesetzung deutschlandweit“, spricht sie ins Mikrofon.

Mit Parolen und Bannern marschieren die Demonstranten anschließend durch die Wuppertaler Innenstadt und ziehen viel Aufmerksamkeit von den Passanten auf sich. Mit reger Beteiligung beim Mitrufen von Sprechchören wie „What do we want? – Climate Justice!” sorgen die Demonstranten für Lärm und werden so auf ihrem Weg, vom Hauptbahnhof durch den Wall zum Neumarkt und anschließend ins Luisenviertel, unüberseh- und unüberhörbar.

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