Müll, Hundekot und fehlende Rücksicht

Ärger um den Scharpenacken

Oliver Zierden kommt auf den Scharpenacken, damit Labrador Socke sich ausgiebig bewegen kann. Foto: Stefan Fries
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Oliver Zierden kommt auf den Scharpenacken, damit Labrador Socke sich ausgiebig bewegen kann.

Wuppertal. Der Ordnungsdezernent hält Kontrollen für nicht machbar.

Von Katharina Rüth

Besucher auf dem Scharpenacken können das weitläufige Gelände in Ruhe genießen. Ob das Miteinander von Hundebesitzern und anderen Besuchern funktioniert, darüber gehen die Meinungen auseinander. Eine Spaziergängerin (75) ohne tierische Begleitung sagt: „Ich habe überhaupt keine Probleme.“ Aber sie habe früher selbst Hunde besessen, vielleicht könne sie daher die Tiere besser einschätzen. Was sie ärgert: „Der Müll ist unappetitlich.“

„Das hier ist der einzige Platz, an dem die Hunde richtig Party machen können.“

Oliver Zierden, Spaziergänger und Hundebesitzer

Laut Anwohner Roman Müllenschläder nutzen zu viele Hundebesitzer das Gebiet, halten sich nicht an die Regeln und verdrängen so andere Besucher. Er wünscht sich, dass auf dem Scharpenacken wieder Leinenzwang gilt.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB), Eigentümer des Geländes, sagt: „Es gibt klare Regeln für die Nutzung des Naherholungsgebiets Scharpenacken, die aus Sicht der zuständigen Landschaftsbehörde und des BLB NRW ausreichen.“ Sprecherin Nicole Zander erklärt, der Scharpenacken sei in erster Linie eine landwirtschaftlich zu nutzende Fläche. Der Schäfer habe oberste Priorität. Erst an zweiter Stelle stehe das Recht, die Wege zu begehen. In der Nähe der Schafe gelte Leinenzwang, sonst dürften sich Hunde im Einflussbereich des Halters ohne Leine bewegen.

Das ist es, was Hundebesitzer anzieht: „Das hier ist der einzige Platz, an dem die Hunde richtig Party machen können“, sagt etwa Oliver Zierden (26), der mit Labrador Socke unterwegs ist. Das hat auch Jessika Brandt-Corsten und ihren Mann aus Velbert hergebracht, mit den Boston-Terriern Eddy und Anton. „Bei uns gibt es das nicht“, sagt sie. Das Paar findet, dass wegen der Hundesteuer auch etwas für Hunde getan werden müsse.

Mit der Hundesteuer argumentiert auch Gerd Axmann mit Wasserhündin Luna aus Remscheid. Er zahle für Luna so viel wie für einen Kleinwagen. Da sei es doch nicht zu viel verlangt, dass der Hund Auslauf haben dürfe. „Das ist hier die einzige Stelle in ganz NRW.“ Hundesteuer erheben jedoch die Städte, das Gelände gehört dem Land. Gerd Axmann sagt auch: „Oberste Priorität ist Rücksichtnahme.“ Davon gebe es auf dem Scharpenacken zu wenig, findet die Besitzerin eines braunen Labradors. „Ich komme nur in Ausnahmefällen her, weil mir hier zu viele Menschen mit unerzogenen Hunden sind“, sagt sie.

Yvonne Wengeler, Vorsitzende des Vereins Hundefreunde Scharpenacken, erklärt, ihnen gehe es nur darum, den Hunden Auslauf zu ermöglichen – was im sonstigen Stadtgebiet nur wenig möglich sei. Für Radfahrer, Jogger und Familien gebe es noch andere Plätze in der Stadt. Sie betont: „Wir haben eigentlich ein gutes Miteinander.“ Es gebe nur einige wenige Quertreiber, „aber die gibt es überall“. Sie ärgert sich auch über den Müll, der seit Corona zugenommen habe. Sie sagt: „Der kommt nicht von Hundebesitzern.

Der Verein der Hundefreunde informiert über die Regeln

Der Verein der Hundefreunde engagiert sich für den Scharpenacken und macht einmal im Jahr einen Grün- und Saubertag, verteilt dann Zettel mit den Regeln. „Das geht wegen Corona nicht“, sagt sie. Sie weisen auch Hundebesitzer auf die Regeln hin.

Roman Müllenschläder fordert Kontrollen des Ordnungsamts. Eine kleine Änderung der Straßensatzung würde Streifen auf dem Landesgelände erlauben. Dem erteilt Ordnungsdezernent Matthias Nocke (CDU) eine Absage: „Wir können nicht alle Grünanlagen der Stadt bestreifen. Die Mittel dafür würden nicht reichen.“ Der BLB betont, das Gelände werde von verschiedenen Personen kontrolliert: vom Schäfer, Dienstleistern der Hundekotentsorgung, Mitarbeitern der Biologischen Station sowie BLB-Mitarbeitern.

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