Absage: Bund zahlt keine Betriebskosten

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Das Wuppertaler Schauspielhaus: Wieder stehen wichtige Entscheidungen über seine Zukunft an. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Pina-Bausch-Zentrum: Jetzt macht sich Kämmerer Slawig für einen Start mit weniger Geld stark.

Von Monika Werner-Staude

Wuppertal. Der Bund wird sich nicht an den laufenden Betriebskosten des Pina Bausch Zentrums (PBZ) beteiligen. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs von Vertretern der Stadt Wuppertal mit dem Amtschef von Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Bonn. Geld vom Bund gibt es hingegen voraussichtlich für Projekte des PBZ. Wuppertals Kämmerer Johannes Slawig: „Damit gibt es zwei Möglichkeiten: Wir kämpfen weiter und stellen den Start des Zentrums zurück, oder wir akzeptieren das und richten Konzept und Finanzierung auf Land und Stadt aus.“

Zugleich wirbt Slawig dafür, alles zu machen, um mit den zur Verfügung stehenden sieben Millionen Euro, die hälftig Land und Stadt beisteuern, loszulegen. Ein immer noch qualitativ anspruchsvolles Konzept zu stricken und Projektförderung einzuholen. Ein weiteres Aufschieben sei nicht vertretbar, da einerseits die Baukosten von Monat zu Monat um 200 000 Euro stiegen und andererseits der noch vorhandene Schwung für das PBZ in Stadt, Land und Bund schwinde. „Es ist besser, sich auf die Realität einzustellen.“

Unabhängig von der Förderung der Betriebskosten, die erst nach Fertigstellung des PBZ greift, geht es um den Bau des Zentrums selbst. Slawig rechnet inzwischen nicht mehr damit, dass dieser bis 2026 abgeschlossen ist, eher 2027.

Für die Vorlaufkosten, die notwendig werden, um die Idee von PBZ und Werk Pina Bauschs in die Öffentlichkeit zu tragen, sind jährlich rund 600 000 Euro veranschlagt, die je zur Hälfte Bund und Stadt/Land tragen. Die Haushaltskonsolidierung bedingt, dass Wuppertal für seinen Anteil in Höhe von 150 000 Euro zusätzliche Einnahmen generieren muss, die über eine Steuer auf Hotelübernachtungen hereinkommen sollen.

Vorbereitungen für den Architektenwettbewerb

Slawig hofft nun, dass der Rat bei seiner Sitzung im Dezember die Finanzierung der Vorlaufkosten und vor allem die Vorbereitungen für den Architektenwettbewerb auf den Weg bringt. Die Klärung der Förderung der Betriebskosten durch den Bund hatte der Rat bei seinem Durchführungsbeschluss im Dezember 2018 zur Bedingung weiterer Entscheidungen gemacht. Dies sei, wenn auch mit negativem Ergebnis, nun erfolgt, sagt Slawig und betont, dass sich der Bund immerhin durch seine Beteiligung an den Vorlaufkosten (2,2 Millionen Euro), an den Baukosten (29,2 Millionen Euro) und an den Kostensteigerungen (acht Millionen Euro) zum PBZ bekannt habe: „Wir sollten dafür dankbar sein und jetzt nicht zu lange warten.“ Themen wie die inhaltliche Gestaltung des PBZ seien dann frühestens 2020 dran – wenn Finanzierung und Wettbewerb beschlossen seien.

Konzept und Gestaltung wiederum liegen Rolf Köster, Vorsitzender des Kulturausschusses, besonders am Herzen. Er warnt davor, das Konzept einfach abzuspecken, gar Hand ans Forum Wupperufer zu legen, weil dann das Gesamtkunstwerk PBZ leide. „Wenn der Bund tatsächlich bei den Betriebskosten ausfällt, muss Wuppertal eben einspringen“, fordert er.

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