Hohe Inzidenzwerte

55,7 Prozent der Wuppertaler sind geimpft

Nach dem Erfolg von 245 Impfungen am 25. August vor dem Hauptbahnhof soll der Impfbus am 21. September erneut dort Halt machen. Foto: Stefan Fries
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Nach dem Erfolg von 245 Impfungen am 25. August vor dem Hauptbahnhof soll der Impfbus am 21. September erneut dort Halt machen.

Wuppertal. Mobile Angebote sollen ausgeweitet werden. Die Verwaltung spricht sich für die 2G-Regel aus.

Von Katharina Rüth

Wuppertal hat nicht nur einen der höchsten Inzidenzwerte in Deutschland, sondern auch eine sehr niedrige Impfquote. Die Zahl der in Wuppertal durchgeführten vollständigen Impfungen entspricht einer Quote von 55,7 Prozent der Wuppertaler. Das ist im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) die niedrigste Quote. „Wir liegen deutlich unter der Quote des Landes“, sagt auch Krisenstabsleiter Johannes Slawig. Das mache der Stadt „große Sorgen“. Die Quote der vollständig Geimpften in NRW liegt bei 63,8 Prozent. Remscheid hat mit 56,8 Prozent nicht viel mehr als Wuppertal, Solingen steht mit 63,3 Prozent viel besser da.

„Wir liegen deutlich unter der Quote des Landes.“

Joannes Slawig, Leiter des Krisenstabs

Wobei diese Zahlen ungenau sind, denn es sind keine Angaben über die Zahl der geimpften Einwohner, sondern nur über die in der Stadt durchgeführten Impfungen. Wer seine Spritze außerhalb von Wuppertal bekommen hat, weil er etwa einen Arzt in einer anderen Stadt hat, wird dort gezählt. Zudem fehlen die Impfungen bei den Betriebsärzten in der KVNO-Statistik. Und es gibt auch die Vermutung, dass die schon vor der offiziellen Freigabe vergebenen siebte Dosen pro Impfstofffläschchen nicht offiziell gemeldet wurden.

Dennoch werden die Quoten der Städte verglichen und als Anhaltspunkt für den tatsächlichen Stand der Impfungen in der Bevölkerung gewertet. Über die Gründe für Wuppertals niedrige Quote könne nur gemutmaßt werden, sagt Slawig: „Es mag an der Sozialstruktur liegen, aber das ist nur eine Einschätzung.“

Die Stadt will jedenfalls die mobilen Impfungen intensivieren. Nach dem Erfolg von 245 Impfungen am 25. August vor dem Hauptbahnhof soll der Impfbus auch erneut dort Halt machen. Neu ist das feste Impfangebot in den Innenstädten: in Barmen im Rathaus montags und mittwochs, in Elberfeld neben dem Verwaltungshaus an der Friedrichstraße 66 dienstags und donnerstags.

Auch auf Impfaktionen an Schulen setzt die Stadt größere Hoffnung, seit die Ständige Impfkommission die Impfung auch für 12- bis 17-Jährige empfiehlt. In dieser Altersgruppe sind laut RKI in NRW 40,8 Prozent einmal, 25,2 Prozent vollständig geimpft. Eine eigene Auswertung nach Altersgruppen hat die Stadt nicht.

Am Berufskolleg Werther Brücke wurden bereits rund 200 Schüler geimpft, weitere Berufskollegs sollen folgen. Mit Gymnasien und Gesamtschulen laufen Gespräche. Aber an Haupt- und Realschulen lasse die Resonanz noch zu wünschen übrig, bedauert Slawig. Er nimmt an, dass das an dem Aufwand für die Information der Eltern bei jüngeren Schülern liegt. „Wir wollen jetzt alle Schulleiter noch einmal anrufen“, sagt Slawig. Gut laufe es mit der Uni: An den unterschiedlichen Unistandorten habe es schon mehrere Impfaktionen gegeben.

Werbung für die Impfung macht auch Oberbürgermeister Uwe Schneidewind: Dass es wieder Kulturveranstaltungen gebe und Clubs wieder öffneten, sei nur durch die Impfungen möglich. Die Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, sei zwar eine freie Entscheidung, aber sie habe „auch Konsequenzen, die über den Einzelnen hinausgehen.“ Er verweist auf Behandlungskosten bei einer Erkrankung und das Ansteckungsrisiko für andere, die sich nicht impfen lassen können. „Deshalb kann ich nur an alle appellieren: Geben Sie sich einen Ruck, wenn sie noch nicht geimpft sind und sich impfen lassen können.“ Die Stadt werbe mit Plakaten auf zehn Sprachen für das Impfen, berichtet Slawig, ebenso mit Videos in mehreren Sprachen in den sozialen Medien. Über das Ressort Zuwanderung und Integration spreche die Stadt Multiplikatoren von Zuwanderer-Communitys an. Es habe etwa eine Impfaktion in der Moschee an der Gathe gegeben.

Dass Menschen sich nicht impfen lassen, liegt seiner Meinung nach einerseits an Unwissen und Vorurteilen – da helfe nur weitere Aufklärung, und andererseits an Bequemlichkeit. „Diese Menschen kann man mit den niedrigschwelligen Angeboten erreichen.“ Und dadurch, dass mehr Druck erzeugt werde – etwa, dass Tests nicht mehr kostenlos sind und Geimpfte mehr Vorteile haben. „Deshalb sind wir für 2G und werben dafür.“

Wuppertal beantragt 2G-Regel

-kati/pal- Die Stadt Wuppertal will die 2G-Regel einführen. Nach einer Absichtserklärung habe NRW-Gesundheitsminister Laumann in den Medien darauf verwiesen, dass die Stadt bisher keinen Antrag gestellt habe. „Das werden wir ändern. Wir werden einen Antrag stellen.“ Dafür sei aber ein Ratsbeschluss nötig. Der soll bei der Sitzung am heutigen Dienstag gefasst werden. „Wir werden dafür werben“, kündigt Krisenstabsleiter Johannes Slawig an. Ziel sei nicht eine generelle 2G-Regel, sondern ein Vorgehen wie in Hamburg. Dort dürfen Organisatoren die 2G-Regel für Veranstaltungen festlegen. Für die Besucher gibt es dann weniger Einschränkungen. „Wir könnten dann als Stadt zum Beispiel in der Stadthalle oder im Stadion nur Geimpfte oder Genesene zulassen“, so Slawig. Zunächst habe man gedacht, dass die 2G-Regel in Gebäuden wie der Stadthalle über das Hausrecht selbst eingeführt werden kann. Einer rechtlichen Prüfung hielt diese Annahme nicht stand.

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