Zahlreiche Baumrodungen

200 Fußballfelder Wald sind in Wuppertal gefällt worden

Wegen der Trockenheit gab es zahlreiche Baumrodungen.
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Wegen der Trockenheit gab es zahlreiche Baumrodungen.

Wuppertal. Wegen der Trockenheit gab es zahlreiche Baumrodungen. Die Stadt sorgt aktuell aber auch für eine Waldverjüngung.

Von Juri Lietz

Wuppertals Wälder sind ein Aushängeschild für die Stadt. Das Grün prägt das Bild; insgesamt liegt der Waldanteil hier bei 26 Prozent. Doch in jüngster Zeit fallen vielen Spaziergängern die vielen gerodeten Flächen auf. Ob im Burgholz oder in Beyenburg, gefällte Bäume sind präsent. Wie viele Bereiche betrifft das, und wird der verlorene Wald wieder aufgeforstet? Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Besitzverhältnisse im Wald sehr verschieden sind. Manche Flächen sind in städtischer Hand, für andere ist das Land zuständig und wieder andere befinden sich in Privatbesitz. Darum sind klare Angaben über die Vorgänge in Wuppertals Wäldern nicht allgemeingültig. Stadt-Sprecherin Martina Eckermann ist allerdings mit dem Thema vertraut und kann trotz der vielen gefällten Bäume für das gesamte Stadtgebiet sagen: „Wir haben die erfreuliche Situation, dass der Wald wächst.“

Sebastian Rabe ist Leiter der Abteilung Forsten und Waldbewirtschaftung bei der Stadt. Als solcher ist er für gut 60 Prozent der Waldfläche in Wuppertal verantwortlich, nämlich sowohl für die städtische Seite als auch für zwei Drittel des privaten Waldes. Nur für diese Bereiche kann er sprechen, jedoch hätten diese Kenntnisse doch Gültigkeit, weil sich die Vorgänge im Landes-Wald kaum unterschieden. Er bestätigt den Eindruck zahlreicher gefällter Bäume entlang der beliebten Wanderwege. „Die Trockenheit von 2018 bis jetzt hat dazu geführt, dass Fichten vom Borkenkäfer befallen wurden. Sehr viele Fichten sind abgestorben.“ Doch das allein reicht noch nicht für die Rodung. Der Umgang mit den toten Bäumen wird vielfältig gehandhabt, so Rabe: „In abgelegenen Teilen lassen wir sie stehen. In gut besuchten Gebieten hingegen wird gefällt.“ Dabei gehe es um die Sicherheit der Waldbesucher, die vor herabfallendem Totholz geschützt werden sollen.

Fichte hat hohe wirtschaftliche Bedeutung

So wurde im angesprochenen vierjährigen Zeitraum zuletzt bei 23.000 Fichten auf städtischem Boden die Motorsäge angesetzt; hinzu kommen derer 21.000 auf privatem Grund. „In Fußballfeldern gerechnet: 200 Fußballfelder Wald sind gefällt worden“, veranschaulicht der Förster. Mit den toten Fichten, die stehengelassen worden sind, sei sogar von 300 Feldern auszugehen. Ein „immenser Verlust“, sagt Rabe, denn die Fichte darf als „Brotbaum“ des Waldes angesehen werden, hat sie wirtschaftlich doch hohe Bedeutung. Sie wächst schnell und bietet erstklassiges Bauholz, weshalb vor allem für den privaten Sektor die Folgen des Borkenkäfer-Befalls akut spürbar sind. „Der finanzielle Verlust geht in die Millionen“, weiß der Forstamts-Leiter.

Rabe macht der Verlust der Fichte betroffen. „Für mich als Förster ist das schade, weil es ein unheimlich genügsamer Baum ist. Er wächst gerade, braucht keine besonderen Böden, nur viel Wasser – und genau das fehlte jetzt.“ Im Übrigen sind die Rodungen vor allem in Cronenberg, Ronsdorf und Beyenburg vorgenommen worden. Nördlich der Wupper gibt es nur wenige Fichten.

Doch es kommt neuer Wald. Den 23.000 gefällten Bäumen auf Stadtgebiet stehen im gleichen Zeitraum 68.000 gepflanzte Bäume gegenüber. Und das war es noch nicht: „Wir werden in den nächsten drei Jahren 100.000 weitere Bäume pflanzen“, sagt Rabe. Bis dahin sei die Fichte wohl gar nicht mehr präsent, sie habe „keine Zukunft“.

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