Strände teils gesperrt

Im Mittelmeer: Quallenplage auf dem Vormarsch – fünf Arten sind hochgiftig

Viele Urlaubsgebiete in ganz Europa leiden aktuell unter Quallenplagen. Welche Arten vermehrt auftreten und welche sogar giftig sind, erfahren Sie hier.

Amalfiküste, Côte d’Azur und Mallorca: Sie haben nicht nur gemein, dass sie beliebte Urlaubsorte sind, sondern auch, dass sie gerade vor einem großen Problem stehen. Denn viele Touristen trauen sich nicht mehr länger an deren Strände bzw. ins Wasser hinein. Der Grund dafür sind offenbar zehntausende Nesseltiere, die sich aktuell im westlichen Mittelmeer breitmachen. Diesen Sommer sollen es so viele sein, dass man sogar schon von einer Quallenplage ausgeht.

Im Mittelmeer: Quallenplage auf dem Vormarsch

Einige von ihnen sind zwar harmlos, andere wiederum können gefährlich werden, da sie als hochgiftig gelten. Aus diesem Grund werden vorsichtshalber sogar in Touristengebieten ganze Strandabschnitte abgesperrt. Ob Italien, Frankreich oder Kroatien: Dass massenhaft Quallen immer näher an die Mittelmeerküste kommen, wird uns in den kommenden Jahren laut Meeresbiologin Cornelia Jaspers immer häufiger begegnen. Der Hauptgrund ist ihr zufolge der Klimawandel.

Die Leuchtqualle ist faszinierend und zugleich die gefährlichste Art ihrer Gattung.

Da die Meere infolgedessen immer wärmer werden, können sich die Nesseltiere leichter vermehren und ausbreiten, erklärt sie gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Zudem bietet der viele Plastikmüll, der in die Ozeane gelangt und sie verschmutzt, als Unterschlupf und neuer Lebensraum für die Quallen. Darüber hinaus sorgt die Überfischung der Meere schließlich dafür, dass es weniger natürliche Fraßfeinde sowie weniger Wettbewerb um die Nahrungsquellen der Nesseltiere gibt. Besonders gefährlich sind folgende Arten, die sich immer häufiger im warmen Mittelmeer tummeln:

  • Leuchtqualle
  • Feuerqualle
  • Kompassqualle
  • Blaue Nesselqualle
  • Portugiesische Galeere

Im Strandurlaub: Das ist bei einem Quallenstich zu tun

Sie alle haben gemein, dass sie über Tentakel mit Nesselzellen verfügen, die bei Berührung zu Problemen führen können. Kommt man in Kontakt mit diesen und/oder bleiben Reste an der Haut hängen, kann es zu Hautreizungen, Hautrötungen und Juckreiz kommen. Das liegt am Gift, das die Nesselkapseln bergen. In manchen Fällen können Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen drohen. Ist das der Fall, ist es ratsam, sofort einen Arzt aufzusuchen.

Wie der Mensch die Umwelt verschmutzt

Der Mensch beeinflusst die Erde nicht nur zum Positiven – das wird an vielen Stellen sichtbar. Beispielsweise am Wasser im Fluss St. Lucie in Florida: Das Wasser dort ist von Blaualgen bedeckt, die durch zu viele Nährstoffe im Wasser und sehr hohe Temperaturen entstehen können. Die Blaualgen können bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen, außerdem ist der Geruch unangenehm.
Der Mensch beeinflusst die Erde nicht nur zum Positiven – das wird an vielen Stellen sichtbar. Beispielsweise am Wasser im Fluss St. Lucie in Florida: Das Wasser dort ist von Blaualgen bedeckt, die durch zu viele Nährstoffe im Wasser und sehr hohe Temperaturen entstehen können. Die Blaualgen können bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen, außerdem ist der Geruch unangenehm. © Rhona Wise/afp
Mancherorts ist die Luftverschmutzung so schlimm, dass die Bevölkerung Schutzmasken trägt. Dieses Bild entstand im März 2017 in Beijing – lange bevor Masken auf den Straßen wegen Corona ein alltäglicher Anblick wurden.
Mancherorts ist die Luftverschmutzung so schlimm, dass die Bevölkerung Schutzmasken trägt. Dieses Bild entstand im März 2017 in Beijing – lange bevor Masken auf den Straßen wegen Corona ein alltäglicher Anblick wurden. © Nicolas Asfouri/afp
Tote Fische im Fluss Lempa in Guatemala. Im Jahr 2018 sind in dem Fluss in kürzester Zeit mehrere tausend Fische verendet, weil Abwässer in den Fluss eingeleitet wurden. Das verschmutzte Wasser stammte größtenteils aus Firmen, die Kaffeebohnen waschen und verarbeiten und keine Abwasserreinigungsanlagen besitzen.
Tote Fische im Fluss Lempa in Guatemala. Im Jahr 2018 sind in dem Fluss in kürzester Zeit mehrere tausend Fische verendet, weil Abwässer in den Fluss eingeleitet wurden. Das verschmutzte Wasser stammte größtenteils aus Firmen, die Kaffeebohnen waschen und verarbeiten und keine Abwasserreinigungsanlagen besitzen. © Marvin Recinos/afp
Müll, wohin man blickt: Ein Hund schaut scheinbar traurig auf einen Bachlauf in Manila (Philippinen), der komplett mit Müll gefüllt ist.
Müll, wohin man blickt: Ein Hund schaut scheinbar traurig auf einen Bachlauf in Manila (Philippinen), der komplett mit Müll gefüllt ist. © Noel Celis/afp
Am Rande des Flusses Kongo in Kinshasa sammeln Männer Plastikflaschen. Der Fluss ist für die Menschen in der Stadt Kinshasa lebenswichtig – doch er und seine Zuflüsse sind komplett vermüllt.
Am Rande des Flusses Kongo in Kinshasa sammeln Männer Plastikflaschen. Der Fluss ist für die Menschen in der Stadt Kinshasa lebenswichtig – doch er und seine Zuflüsse sind komplett vermüllt. © John Wessels/afp
Auch die Kanarischen Inseln sind nicht frei von Müll. Diese Abfälle hat ein Freiwilliger der NGO „Canarias Libre de Plasticos“ (Kanarische Inseln frei von Plastik) am Almaciga-Strand an der nördlichen Küste der Insel Teneriffa gesammelt.
Auch die Kanarischen Inseln sind nicht frei von Müll. Diese Abfälle hat ein Freiwilliger der NGO „Canarias Libre de Plasticos“ (Kanarische Inseln frei von Plastik) am Almaciga-Strand an der nördlichen Küste der Insel Teneriffa gesammelt. © Desiree Martin/afp
Schwarzer Qualm steigt aus den Schloten dieser Fähre, die gerade den Hafen Ajaccio der französischen Mittelmeerinsel Korsika verlässt. Fähren und Kreuzfahrtschiffe tragen erheblich zur Verschmutzung des Meeres in dieser Region bei.
Schwarzer Qualm steigt aus den Schloten dieser Fähre, die gerade den Hafen Ajaccio der französischen Mittelmeerinsel Korsika verlässt. Fähren und Kreuzfahrtschiffe tragen erheblich zur Verschmutzung des Meeres in dieser Region bei. © Pascal Pochard-Casabianca/afp
Im Recyling-Center in Barva auf Costa Rica stapeln sich die Müllsäcke. In Costa Rica werden pro Tag 564 Tonnen Plastik weggeworfen – und nur 14 Tonnen davon werden wiederverwertet, so eine Statistik des zuständigen Ministeriums aus dem Jahr 2018.
Im Recyling-Center in Barva auf Costa Rica stapeln sich die Müllsäcke. In Costa Rica werden pro Tag 564 Tonnen Plastik weggeworfen – und nur 14 Tonnen davon werden wiederverwertet, so eine Statistik des zuständigen Ministeriums aus dem Jahr 2018. © Ezequiel Becerra/afp
Trauriger Anblick: Eisbären suchen auf einer Müllhalde in der Nähe der Ortschaft Belushya Guba auf der russischen Nordpolarmeer-Insel Nowaja Semlja nach Nahrung. Im Jahr 2018 wurde in dem Ort er Notstand ausgerufen, nachdem Dutzende Bären in Wohnungen und öffentliche Gebäude eingedrungen sind. Solche Konflikte könnten in Zukunft zunehmen, sagen Fachleute: Das Eis schmilzt, gleichzeitig dringen die Menschen immer weiter in das einstige Gebiet der Eisbären vor.
Trauriger Anblick: Eisbären suchen auf einer Müllhalde in der Nähe der Ortschaft Belushya Guba auf der russischen Nordpolarmeer-Insel Nowaja Semlja nach Nahrung. Im Jahr 2018 wurde in dem Ort er Notstand ausgerufen, nachdem Dutzende Bären in Wohnungen und öffentliche Gebäude eingedrungen sind. Solche Konflikte könnten in Zukunft zunehmen, sagen Fachleute: Das Eis schmilzt, gleichzeitig dringen die Menschen immer weiter in das einstige Gebiet der Eisbären vor. © Alexander Grir/afp
Treibgut der etwas anderen Art: Seit mehr als 30 Jahren werden Plastiktelefone im Stil der berühmten Katze Garfield an französischen Stränden angeschwemmt. 2019 wurde das Rätsel gelöst: Ein Schiffscontainer, der in den 1980er Jahren verloren ging, wurde in einer versteckten Meereshöhle gefunden.
Treibgut der etwas anderen Art: Seit mehr als 30 Jahren werden Plastiktelefone im Stil der berühmten Katze Garfield an französischen Stränden angeschwemmt. 2019 wurde das Rätsel gelöst: Ein Schiffscontainer, der in den 1980er Jahren verloren ging, wurde in einer versteckten Meereshöhle gefunden. © Fred Tanneau/afp
Neumodischer Müll: Ein Taucher hat einen Elektro-Roller aus dem Meer bei Marseille (Frankreich) gefischt. Seit die ersten Elektro-Roller in Marseille an den Start gingen, werden sie regelmäßig im Meer gefunden. Freiwillige Taucher sammeln die Roller wieder ein.
Neumodischer Müll: Ein Taucher hat einen Elektro-Roller aus dem Meer bei Marseille (Frankreich) gefischt. Seit die ersten Elektro-Roller in Marseille an den Start gingen, werden sie regelmäßig im Meer gefunden. Freiwillige Taucher sammeln die Roller wieder ein. © Gerard Julien/afp
Ein älterer Mann bekommt von einem Mitarbeiter des Roten Kreuzes eine Dosis Sauerstoff. Brände haben im Jahr 2019 in ganz Südostasien einen giftigen Dunst verbreitet – Schulen und Flughäfen in Jakarta wurden geschlossen, tausende Mitarbeiter mussten stattdessen Brände bekämpfen.
Ein älterer Mann bekommt von einem Mitarbeiter des Roten Kreuzes eine Dosis Sauerstoff. Brände haben im Jahr 2019 in ganz Südostasien einen giftigen Dunst verbreitet – Schulen und Flughäfen in Jakarta wurden geschlossen, tausende Mitarbeiter mussten stattdessen Brände bekämpfen. © Tri Iswanto/afp
Am Itapuama-Strand bei Cabo de Santo Agostinho in Brasilien steigt im Oktober 2019 ein Junge aus dem ölverschmutzten Meer. 2000 Kilometer Küste im Nordosten Brasiliens waren zu dieser Zeit von Öl verschmutzt – die Herkunft des Öls ist bis heute unbekannt.
Am Itapuama-Strand bei Cabo de Santo Agostinho in Brasilien steigt im Oktober 2019 ein Junge aus dem ölverschmutzten Meer. 2000 Kilometer Küste im Nordosten Brasiliens waren zu dieser Zeit von Öl verschmutzt – die Herkunft des Öls ist bis heute unbekannt. © Leo Malafaia/afp
Nicht nur Müll, Plastik oder Öl kann Wasser verschmutzen. In diesem Fall lassen Schadstoffe in Abwässern das Wasser am Strand von Marina in Chennai schäumen.
Nicht nur Müll, Plastik oder Öl kann Wasser verschmutzen. In diesem Fall lassen Schadstoffe in Abwässern das Wasser am Strand von Marina in Chennai schäumen. © Arun Sankar/afp
Eine Frau wühlt in den Müllbergen am Straßenrand von Bac Ninh im Osten von Hanoi, der Hauptstadt Vietnams.
Eine Frau wühlt in den Müllbergen am Straßenrand von Bac Ninh im Osten von Hanoi, der Hauptstadt Vietnams. © Nhac Nguyen/afp

Ansonsten sollten Sie nach einer Quallenbegegnung vorsichtshalber die betroffene Hautstelle mit Meerwasser abspülen. Süßwasser ist hingegen nicht empfehlenswert, da es sein kann, dass hängengebliebene Nesselkapseln platzen. Mit der Folge, dass das Gift sich so weiter ausbreitet. Zudem ist es bei einem Quallenstich anschließend ratsam, die Wunde mit Essig zu reinigen. Abschließend sollten Sie die Wunde mit einem Eispack oder ähnlichem kühlen, das lindert Schmerzen und den Juckreiz.

Rubriklistenbild: © Cavan Images/Imago

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