Tränenausbruch an Bord

Keine Sitzplatzreservierung im Flugzeug: Airline trennt 3-jähriges Mädchen von Mutter

Immer mehr Airlines machen die Sitzplatzreservierung an Bord kostenpflichtig – selbst für Familien. Eine Mutter wurde in den USA daher von ihrer Tochter getrennt.

„Wenn ich mein Kind mehrere Stunden lang an einem öffentlichen Ort bei Fremden lassen würde, würde ich wahrscheinlich dem Jugendamt und der Polizei gemeldet werden. Warum ist das in einem Flugzeug also ein Kavaliersdelikt?“, schreibt Jennifer Keller in einem Beitrag auf dem englischsprachigen Online-Portal Insider. Gemeint ist die Tatsache, dass es bei vielen Airlines mittlerweile üblich ist, dass Passagiere – inklusive Familien – eine Gebühr zahlen müssen, um Sitzplätze nebeneinander zu erhalten. Weil sie sich diese zusätzlichen Kosten nicht leisten konnte, versuchte die Mutter auf anderem Weg neben ihrer Tochter im Flugzeug sitzen zu dürfen – ohne Erfolg.

Von Tochter getrennt: Mutter beklagt fehlende Unterstützung bei Sitzplatzzuweisung

Zugetragen hat sich die Geschichte in den USA: Nach einem Aufenthalt im Bundesstaat Delaware sollte es für Keller und ihre 3-jährige Tochter wieder nach Hause gehen. Bereits im Vorfeld versuchte die Mutter, die Sitzplatzzuweisung online anzupassen, was nicht funktionierte. Der Kundendienst der Airline verwies sie weiter an die Mitarbeiter am Gate. Und auch dort konnte man ihr nicht helfen: Man habe niemanden in der Sitzreihe dazu bewegen können, die Plätze zu wechseln und riet der Mutter, an Bord selbst ihr Glück zu versuchen. „Wir bestiegen das Flugzeug. Als wir in die Reihe meiner Tochter kamen und sie begriff, was los war, brach sie in Tränen aus“, schreibt Keller in ihrem Beitrag auf Insider. Ein Passagier hätte daraufhin entnervt reagiert und doch noch seinen Sitzplatz freigegeben. Für die Mutter ergab sich aber die Frage: Warum hält niemand die Airlines davon ab, Familien zu trennen?

Einem Mädchen wurde ein Sitzplatz in einer anderen Reihe als ihrer Mutter zugeteilt. (Symbolbild)

Das US-Verkehrsministerium ist sich des Problems bewusst. Im Juli forderte es daher die Fluggesellschaften auf, innerhalb von vier Monaten eine Richtlinie für die Sitzplatzauswahl von Familien einzuführen – viele Airlines würden diese Frist allerdings verfallen lassen, so Keller. Das Verkehrsministerium gibt außerdem Tipps, wie Eltern dafür sorgen können, neben ihren Kleinen sitzen zu dürfen. Ein Vorschlag: Eine höhere Sitzklasse buchen. „Für mich ist das ein falscher Rat“, schreibt Keller. „In meinem Fall war ich eine ziemlich blanke Mutter, die versuchte, nach der Impfung meines Mädchens eine Reise zusammenzukratzen; es hieß Economy oder nichts.“

Selbstbeteiligung oder mehr zahlen aufgrund des Alters: Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung

Ein Kreuz auf einem Friedhof
Wann greift die Reiserücktrittsversicherung? Bei Tod oder unerwarteter, schwerer Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Die Reiserücktrittsversicherung greift in der Regel auch, wenn eine unerwartete Impfunverträglichkeit auftritt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Bei einer Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
Arbeitsmarkt
Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © picture alliance / dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität können valide Gründe für einen Reiserücktritt sein. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Bei einem Bruch von Prothesen oder einer unerwarteten Lockerung von Implantaten können Sie von der Reiserücktrittsversicherung Gebrauch machen. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Bei einer Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage können Sie von einer Reise zurücktreten. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verschiebung des Termins nicht zustimmt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Wenn die Urlaubsvertretung eines Selbständigen ausfällt, zum Beispiel wegen Krankheit, dürfen Sie von der Reise zurücktreten. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Auch das gilt: Eine unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Auch ein unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark) sorgt dafür, dass die Reiserücktrittsversicherung greift. © dpa

Fluggesellschaften regeln selbst, ob Familien für eine Sitzplatzreservierung bezahlen müssen

Tatsächlich gibt es aber auch in Europa kein Gesetz, das vorschreibt, dass Erwachsene während eines Fluges mit ihren Kindern zusammensitzen, wie das Fluggastrechteportal Airhelp informiert. In den meisten Fällen könnten Familien ohne zusätzliche Kosten Sitzplätze nebeneinander buchen. Das ist aber von Airline zu Airline anders geregelt.

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Die Lufthansa rät Familien zum Beispiel, bei einem Langstreckenflug kostenpflichtig eine Sitzplatzreservierung vorzunehmen – eine Ausnahme scheint es nicht zu geben. Bei Ryanair können Eltern pro einem Erwachsenen, der für eine Sitzplatzreservierung bezahlt, für maximal vier Kinder eine kostenlose Sitzplatzzuweisung vornehmen. Easyjet empfiehlt, dass Eltern bei der Buchung die Anzahl der Kinder und Kleinkinder sowie deren Alter angibt. Dann würde das Sitzplatzsystem versuchen, Familien zusammenzusetzen. Wichtig sei allerdings, dass die Eltern frühest möglich einen Check-in vornehmen – der Zeitraum beginnt 30 Tage vor dem Flug. Ansonsten könnten nicht genügend Sitze verfügbar sein.

Rubriklistenbild: © Imago

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