Mieterrecht

Warmwasser, Heizung, Gas: Was darf der Vermieter alles abdrehen?

Aufgrund der steigenden Energiepreise liegen die Nerven blank. So mancher Vermieter dreht bereits das Warmwasser ab. Wir erklären, welche Rechte Mieter haben.

Wegen des Ukraine-Konflikts steigen die Energiepreise auf Rekordhöhe, sei es bei Strom, Gas oder Öl. Während die einen überlegen, wie Sie im Haushalt die größten Stromfresser entsorgen oder ihren Gasverbrauch senken können, kam der erste Vermieter bereits auf eine andere Idee: Eine Wohnungsgenossenschaft drehte ihren Mietern kurzerhand Heizung und Warmwasser ab. Doch ist das überhaupt erlaubt? Was dürfen Vermieter überhaupt – und welche Rechte haben Mieter?

Warmwasser dürfen Vermieter nicht einfach abdrehen – hier gelten strenge Vorschriften im Mietrecht.

Steigende Energiepreise: Darf der Vermieter Warmwasser abstellen oder die Temperatur absenken?

Einfach das Warmwasser abdrehen oder einschränken – das geht nicht. Laut Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) sei ein solches Verhalten „rechtswidrig“, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Für den Deutschen Mieterbund sei fehlendes warmes Wasser sogar ein Grund für eine Mietminderung. Wie stark die Miete bei einem solchen Mietmangel gemindert werden kann, ist jedoch individuell verschieden. Laut Bild-Recherchen hielten Gerichte in vergleichbare Fällen eine Mietminderung zwischen 7,5 und 15 Prozent für angemessen.

Auch bei der Wassertemperatur haben Vermieter wenig Spielraum. Als Faustregel gilt: Nach zehn Sekunden oder nach fünf Litern Wasserverbrauch muss das Wasser mindestens 40 bis 50 Grad warm sein. „Unter 40 Grad kann der Mieter die Miete um fünf bis zehn Prozent kürzen. Zehn Prozent Mietminderung sind möglich, wenn das Wasser erst nach fünf Minuten 40 Grad warm ist“, heißt es in einem Bild-Bericht. Wann sonst noch eine Mietminderung gerechtfertig ist, erklären wir hier.

Diese Wasch-Tipps von Oma haben ausgedient

Frau legt Wäsche in Waschmaschine. Sie kennen bestimmt auch einige Wäsche-Tipps von Ihrer Großmutter - wie hilfreich sind sie?
Sie kennen bestimmt auch einige Hausmittel zum Wäsche waschen, die Ihnen Ihre Großmutter ans Herz gelegt hat. Aber wie nützlich sind diese Wäsche-Tipps wirklich? © Shotshop/Imago
Kirschen. Hausmittel Nummer 1: Weißer Essig entfernt Obstflecken. Versuchen Sie es lieber mit Bleichmittel.
Hausmittel Nummer 1: Weißer Essig entfernt Obstflecken. Weißer Essig bringt leider nur wenig gegen hartnäckige Flecken von Obst oder Beeren. Versuchen Sie es lieber mit Bleichmittel. © Jakub Porzycki/Imago
Wäscheständer. Hausmittel Nummer 2: Frische Blutflecken auf der Kleidung werden so schnell wie möglich mit kaltem Wasser ausgespült. Diesen Tipp sollten Sie unbedingt beherzigen.
Hausmittel Nummer 2: Frische Blutflecken auf der Kleidung werden so schnell wie möglich mit kaltem Wasser ausgespült. Diesen Tipp sollten Sie laut dem Experten unbedingt beherzigen. Zusätzlich zum kalten Wasser können Sie Spülmittel oder Seife hinzugeben. Verwenden Sie jedoch niemals heißes Wasser: Die Wärme lässt den Eiweißanteil im Blut gerinnen und so wird der Fleck erst recht hartnäckig. © Joko/Imgo
Ein Teebeutel in einer Tasse Tee. Hausmittel Nummer 3: Schwarztee auf der Kleidung wird mit dem Glasreiniger entfernt. Davon ist abzuraten.
Hausmittel Nummer 3: Schwarztee auf der Kleidung wird mit dem Glasreiniger entfernt. Davon ist abzuraten: Wenn der Fleck noch frisch ist, hilft es bereits den Stoff mit Wasser einzuweichen. Anstatt Glasreiniger sollte ein Spezialfleckenentferner verwendet werden. © Petra Schneider/Imago
Hotdog mit Senf. Hausmittel Nummer 4: Senfflecken gehen mit Sodawasser weg. Dieser Trick funktioniert nur, wenn die Flecken noch ganz frisch sind.
Hausmittel Nummer 4: Senfflecken gehen mit Sodawasser weg. Dieser Trick funktioniert nur, wenn die Flecken noch ganz frisch sind. Bei eingetrockneten Flecken helfen Fleckenvorbehandlungsmittel oder flüssiges Waschmittel. © Shotshop/Imago
Eine Frau bügelt. Hausmittel Nummer 5: Glanzflecken werden mit Essigwasser ausgebürstet. Feuchten Sie die Bürste einfach nur mit Wasser leicht an.
Hausmittel Nummer 5: Glanzflecken werden mit Essigwasser ausgebürstet.Vergessen Sie das Essigwasser und feuchten Sie die Bürste einfach leicht an. Den Glanzfleck aufrauen und dann ab in die Wäsche mit der Kleidung. © Shotshop/Imago
Erloschene Kerzen. Hausmittel Nummer 6: Wachsflecken entfernen, indem man Löschpapier darüberlegt und darüber bügelt. Bei dieser Methode verschlimmert sich der Fleck nur.
Hausmittel Nummer 6: Wachsflecken entfernen, indem man Löschpapier darüberlegt und darüber bügelt. Bei dieser Methode verschlimmert sich der Fleck nur - entfernen Sie das Wachs lieber zuerst mit der Hand und behandeln ihn dann mit einem Wachsfleckenentferner. Anschließend waschen Sie das Kleidungsstück bei höchst möglicher Temperatur in der Waschmaschine. ©  YAY Images/Imago
Kugelschreiber. Hausmittel Nummer 7: Kugelschreiberflecken lassen sich mit Parfüm lösen. Das stimmt!
Hausmittel Nummer 7: Kugelschreiberflecken lassen sich mit Parfüm lösen. Das stimmt! Der Alkohol im Parfüm ist ein gutes Lösungsmittel. Beträufeln Sie den Kugelschreiberfleck damit, reiben Sie ihn ein und stecken Sie das Kleidungsstück in die Wäsche. © YAY Images/Imago
Wäschekorb vor einer Waschmaschine. Hausmittel Nummer 8: Verwende Essig im letzten Spülgang anstatt Weichspüler. Auf diesen Tipp sollten Sie verzichten.
Hausmittel Nummer 8: Verwende Essig im letzten Spülgang anstatt Weichspüler. Auf diesen Tipp sollten Sie verzichten: Zwar hilft der Essig beim Reinigen der Wäsche... © Kirchner-Media/Imago
Defekte Waschmaschine steht auf einem Gehweg. Essig kann zu einem großen Schaden an der Waschmaschine führen, da er Kunststoff- und Metallteile angreift.
... doch Essig kann auch zu einem großen Schaden an der Waschmaschine führen, da er Kunststoff- und Metallteile angreift. Also bleiben Sie lieber beim Weichspüler. © Frank Sorge/Imago

Darf der Vermieter die Heizung abstellen?

Bei der Heizung darf die Temperatur zwar gesenkt werden – eine Mindesttemperatur zwischen 20 und 22 Grad tagsüber muss jedoch während der Heizperiode im Winter erreicht werden. Das bestätigt der Mieterverein Köln auf seiner Internetseite. Nachts zwischen 24 und 6 Uhr kann der Vermieter die Temperatur jedoch auf 18 Grad absenken. Ist es kälter, können Mieter ggf. ihre Miete mindern.

Gas und Strom – Mieter haben ein Recht darauf

Und wie sieht es beim Gas aus? „Der Vermieter darf nicht einfach Gas und Strom abstellen oder rationieren“, bestätigt Rechtsanwalt Henning Linnenberg auf Bild.de. „Auch Versorgung mit Energie gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung“, so der Experte. Trotzdem lohnt es sich, auf seinen Gasverbrauch zu achten. Schon beim Duschen lässt sich einiges an Gas sparen. (as)

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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