Effiziente und langlebige Haushaltsgeräte – neue EU-Regeln ab 2021?

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In einer modernen Küche gibt es viele Haushaltsgeräte

Effiziente und langlebige Haushaltsgeräte sparen Geld und gleichzeitig schonen sie die Umwelt. Dass energieeffiziente Haushaltsgeräte Geld einsparen, ist einfach nachzuvollziehen.

Schließlich verbrauchen sie im täglichen Einsatz weniger Energie als ihre stromfressenden Kollegen. Warum aber langlebige Haushaltsgeräte dabei helfen, Geld zu sparen ist vielleicht nicht sofort deutlich erkennbar.

Es gibt natürlich einen guten und leicht zu erklärenden Grund. Ein Haushaltgerät, ganz gleich welcher Art, das möglichst lange hält, schont nicht nur den Geldbeutel des Nutzers, sondern ist gleichzeitig auch noch umweltschonend. Allein die Herstellung eines neuen Gerätes belastet die Umwelt nämlich zusätzlich sehr deutlich.

Darum wird von Seiten der Regierung nun auch der Versuch unternommen, nicht nur die Effizienz von Haushaltgeräten deutlich zu erhöhen, sondern ebenso geht es darum, die Langlebigkeit deutlich zu verbessern. Die derzeitige Wegwerfgesellschaft trägt nämlich in hohem Maße zur Umwelt- und Schadstoffbelastung bei.

Wie erkennt man ein energieeffizientes Haushaltsgerät?

Um es dem Verbraucher so einfach wie möglich zu machen, existiert eine Skala, die in ihren Ursprüngen die Buchstaben A-G zeigte. Inzwischen ist die Skala überholt und darum um einige Komponenten erweitert worden. Dieses sind die Stufen

  • A+ mit einer 20-prozentigen Stromersparnis gegenüber Klasse A
  • A++ bietet entsprechend eine 40-prozentige Stromersparnis und
  • A+++ verbraucht 60 Prozent weniger Energie wie die Klasse A

Durch diese Skala wird es für den Verbraucher natürlich einfacher, auf die Energieeffizienz eines neu anzuschaffenden Haushaltsgerätes zu achten. Eines muss allerdings auch gleich deutlich gesagt werden, zwar schonen diese Geräte sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt, dafür sind sie aber zunächst in der Anschaffung teurer. Zudem werden nicht alle elektrischen Geräte mit einer Energieeffizienzklasse versehen. Bei Staubsaugern ist dies nicht mehr verpflichtend.

Warum schonen sie dann den Geldbeutel? Die tatsächliche Ersparnis spiegelt sich deutlich in den jährlichen Verbrauchskosten wider. Allerdings dauert es einige Zeit, bis der Endverbraucher Nutznießer dieser Einsparungen ist, da ja zunächst einmal die erhöhten Anschaffungskosten gegengerechnet werden müssen. In Anbetracht stetig steigender Stromkosten ist die Energieeffizienz eines jeden genutzten Haushaltsgerätes dennoch immer mehr ein wichtiger Faktor.

Langlebigkeit schont die Ressourcen

Ob ein Haushaltsgerät nachhaltig ist, hängt eindeutig von dessen Nutzungsdauer ab. Natürlich steht ein Haushaltgerät, das sehr energieeffizient arbeitet bereits ganz oben auf der Liste der „Ressourcen-Schoner“. Allerdings benötigt nicht nur das Gerät selber im Betrieb Energie, sondern schon während seiner Herstellung wird eine Menge Energie aufgewendet. Zusätzlich werden zur Herstellung natürlich auch wieder Rohstoffe eingesetzt, die aber auch immer knapper werden. Für eine bessere Vorstellungskraft sollte man daher wissen, dass beispielsweise allein für die Produktion eines einzigen Computers 20.000 Liter Wasser benötigt werden.

Daher ist die Anschaffung eines robusten und vor allem langlebigen Haushaltsgerätes der entscheidende Faktor. Um als Endverbraucher erkennen zu können, wie langlebig ein Gerät sein kann, sollte man einen Blick auf die Dauer der Garantie werfen, die ein Hersteller gewährleistet.

Daher gilt: Je länger ein Hersteller seine Garantie ausschreibt, desto qualitativ hochwertiger ist das Gerät in der Regel auch.

Pro und Contra für langlebige Haushaltsgeräte

+ sehr gute Energieeffizienz

+ Schonung von Ressourcen

+ Sicherung von Arbeitsplätzen durch den Erhalt von Reparaturbetrieben

- deutlich höhere Anschaffungskosten

Ein Gerät neu kaufen oder lieber ersetzen?

Tatsächlich muss es nicht immer ein neues Gerät sein, da der Gebrauchtwarenmarkt inzwischen auch sehr viele energieeffiziente Haushaltgeräte bereitstellt. Dennoch kann man deutlich sagen, dass man sich von einem sogenannten Stromfresser trennen sollte. Falls es keine Angaben zur Energieeffizienz auf dem Altgerät geben sollte, dann können hier Strommessgeräte sicher bei der Entscheidung helfen.

Nach Aussagen vom Öko-Institut lohnt sich der Austausch von Geräten, sofern sie vor dem Jahr 2000 gekauft wurden und das Gerät die eine Energieeffizienzklasse B oder noch niedriger aufweist. Hier sollte sogar in Betracht gezogen werden, auch ein nicht defektes Gerät möglicherweise durch ein neues Gerät der Energieeffizienzklasse A++ oder besser zu ersetzen. Dies betrifft eine Reihe von Haushaltgeräten wie beispielsweise einer Waschmaschine. Auf Portalen wie zum Beispiel waschmaschine.net findet man Maschinen, die diese Voraussetzungen erfüllen. Allerdings lohnt sich der Ersatz eines nicht defekten Kühlschrankes, selbst bei einem Ersatz durch die Effizienzklasse A++ und A+++ zurzeit aus ökologischer Sicht noch nicht. Falls möglich, sollte ein solches Gerät besser repariert werden, um die Nutzungsdauer zu verlängern.

Nachhaltigkeit auch bei der Entsorgung

Tatsächlich ist auch die Entsorgung eines Altgerätes sehr wichtig, denn gerade auf Wertstoffhöfen ist man in der Lage, einen Großteil der Rohstoffe aufzubereiten. Weniger effizient ist es allerdings, einen ausgedienten Kühlschrank weiterhin als Getränkekühler im Keller einzusetzen.

Ausblick: Mögliche neue EU-Regeln ab 2021

Über viele Wochen hinweg hatte eine Expertengruppe die mögliche Reform erarbeitet. Diese tritt aber erst dann in Kraft, wenn der Rat der Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament nicht vom ihrem Einspruchsrecht Gebrauch machen. Ansonsten würden die neuen EU-Regeln am 1. März 2021 in Kraft treten. Durch diese Maßnahmen erhofft sich die EU-Kommission eine gewaltige Energieersparnis, die bis 2030 der benötigten Energiemenge entspricht, die Irland heute verbraucht.

Das sieht die neue EU-Regel vor

Sowohl neue Geschirrspüler, Waschmaschinen und auch Kühlschränke müssen voraussichtlich ab 2021 energiesparender werden. Weitere Einsparungen sind aber auch durch neue Regeln für

  • Motoren
  • Transformatoren
  • Schweißgeräte
  • externe Netzteile und
  • Kühlgeräte in Supermärkten

zu erwarten.

Zu diesem Zweck haben sich die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten auf neue Effizienzregeln und eine neue Kennzeichnung für Haushaltsgeräte geeinigt.

Gleichzeitig soll es nun auch Vorgaben geben, die Geräte sowohl langlebiger als auch besser reparierbar machen.

Hierbei handelt es sich um eine Reform der „Öko-Design-Richtlinie“. Diese betrifft dann zukünftig 10 Produktgruppen. Dazu zählen unter anderem auch Fernseher, Displays und Leuchten. Gerade bei der Beleuchtung kann besonders viel Energie eingespart werden. So würden die neuen Vorgaben dazu führen, dass Halogenlampen stufenweise durch wesentlich effizientere LED-Lampen ersetzt werden.

Nach Meinung der Umweltministerien sollen Verbraucherinnen und Verbraucher künftig effiziente Geräte besser von Energiefressern unterschieden können. Aus diesen Vorgaben würde sich auch zukünftig die Pflicht für die Hersteller ergeben, entsprechende Ersatzteile anzubieten. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Reparaturpflicht ist auch, dass auf diese Weise Reparaturbetriebe wieder häufiger zum Einsatz kommen.

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