Wenn aus Liebe Leiden wird – Ein Detektiv hilft bei Entscheidungen

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Frisch verliebt sind viele Paare dazu bereit, einen Ehevertrag zu unterschreiben. In gegenseitigem Einvernehmen wird hierin festgehalten, welchem Partner was zusteht.

Besonders beliebt sind Klauseln, die das Fremdgehen abdecken und den betrogenen Partner somit schützen möchten. Sollten Sie sich in einer Ehe befinden, die näher an der Scheidung als an einer Rettung liegt, könnte der Verdacht aufkommen, Ihr Partner geht Ihnen fremd. Doch wie gehen Sie vor, um diesen Betrug aufzudecken. Schließlich können auffällige Handlungen dazu führen, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin vorsichtig wird. Um jedoch vor Gericht den Passus des Fremdgehens im Ehevertrag geltend zu machen, muss der Betrug bewiesen werden. Ein solcher Unterhaltsverwirkungsgrund nach § 1579, Nr.6, BGB – Ausbruch aus der intakten Ehe – muss von der Partei nachgewiesen werden, die sich auf diesen Paragrafen beruft. Damit stehen Sie in der Darlegungs- und Beweispflicht. Ein Detektiv hilft Ihnen, alle wichtigen Nachweise zu sammeln und diese gerichtstauglich aufzubereiten.

Ein Detektiv deckt auf: Wie Untreue nachgewiesen wird

Besonders wichtig ist es, dass Sie Ihr Interesse an der Arbeit des Detektivs zunächst einmal schriftlich festhalten. Schließlich hat das Persönlichkeitsrecht in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert, sodass es nicht einfach geschädigt werden darf. Ausschließlich bei einem berechtigten Interesse ist ein Detektiv dazu befugt, eine Person auszuspionieren. Doch auch hier herrschen Regeln und Grenzen. Sobald Sie an dem Nachweis der Untreue interessiert sind, um die Treueklausel des Ehevertrages geltend zu machen, besteht dieses berechtige Interesse.

Während der Arbeit muss der Detektiv darauf achten, eine minutiöse Dokumentation des ehelichen Betruges vorzubringen. Bei einem Gerichtsverfahren kann jedes noch so kleine Detail dazu beitragen, dass der geschädigten Partei Recht zugesprochen wird. Besonders wichtig ist dieser Nachweis, wenn Sie das rechtlich vorgeschriebene Trennungsjahr umgehen möchten.

Damit der Detektiv mit seiner Arbeit beginnen kann, muss er zunächst alltägliche Informationen sammeln. Diese können Sie bereits vorberietet übergeben. Notieren Sie welche Fahrt- oder Fußwege Ihr Partner oder Ihre Partnerin täglich wählt. Routinierte Handlungen sollten Sie ebenfalls notieren. Bringt Ihr Partner oder Ihre Partnerin das Kind beispielsweise jeden Morgen zum Kindergarten, sollten Sie dies ebenfalls notieren. Hinzu kommen außerberufliche Gewohnheiten. Hat der vermeintliche Ehebrecher oder die Ehebrecherin Termine im Sportverein, regelmäßige Treffen mit Freundinnen oder Freunden?

Je mehr Details Sie schildern können, desto leichter fällt der Einstieg in die Ermittlungsarbeiten.

Im Folgenden wird anhand einer Observation der Wahrheitsgehalt der täglichen Abläufe überprüft. Zudem kann der Detektiv hierbei Zusatzinformationen sammeln, die Sie eventuell nicht haben.

Meist arbeiten die Detektive hierbei aus verdeckten Fahrzeugen, die in regelmäßigen Abständen gewechselt werden. Nur so kann ein professioneller Detektiv seine Identität langfristig wahren.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Arbeit des Detektivs offen gestaltet ist. Fordern Sie belastendes aber auch entlastendes Beweismaterial an. So können Sie sich optimal auf einen Gerichtsprozess vorbereiten.

Sobald die Affäre nachgewiesen ist, können Sie sich mit Ihrem Anwalt zusammentun. Dieser berät Sie umfassend, in welchem Maße Sie gegen Ihren Partner oder Ihre Partnerin vorgehen können. Scheuen Sie sich allerdings nicht, ein aufklärendes Gespräch mit Ihrem Noch-Ehepartner oder der Noch-Ehepartnerin zu suchen. 

Eine Kooperation muss gegeben sein: Wie Anwalt und Detektiv zusammenwirken

Während der Scheidung oder bereits kurz davor, sollten Sie dafür Sorge tragen, dass Ihr Anwalt und der Detektiv sich kennenlernen. Es ermöglicht beiden Parteien die genaue Absprache beim Vorgehen, sodass schneller das Ziel, also der Ausbruch aus der intakten Ehe, erreicht wird. Hierbei überwacht der Anwalt die Beweise, indem er deren Brauchbarkeit sowie Tauglichkeit vor Gericht beurteilt. Nicht immer sind alle Informationen, welche durch einen Detektiv gesammelt werden, zielführend. Andere Beweise hingegen sollten eher in der Hinterhand gehalten werden, um vor Gericht einen Überraschungsmoment zu erzeugen. Um eine solch ausgeklügelte Strategie aufzubauen, benötigen Sie die einwandfreie Kooperation beider Parteien.

So verläuft das Trennungsjahr

Eine Scheidung darf nur durchgeführt werden, wenn beide Partner mindestens ein Jahr nicht mehr zusammengewohnt haben. Der Sinn hinter dieser Regelung zielt auf die Endgültigkeit der Beziehung ab. Wer sich im Affekt scheiden lässt, findet eventuell nach kurzer Zeit wieder zusammen. Ebendies wird vermieden, wenn vor der Scheidung mindestens ein Jahr der räumlichen sowie beziehungstechnischen Trennung nachgewiesen werden muss.

Das Trennungsjahr kann nur in Härtefällen übersprungen werden. Dies ist der Fall, sollte Sie Ihr Partner fortlaufend bedrohen oder gar Gewalt gegen Sie anwenden. Tipp: Beauftragen Sie Ihren Anwalt circa acht bis zehn Wochen vor Ablauf des Trennungsjahres mit der Scheidung. So hat er noch ausreichend Zeit, alle Unterlagen beim Familiengericht einzureichen, um Ihre Trennung so schnell wie möglich auch auf dem Papier wirksam zu machen. Informieren Sie Ihren Anwalt jedoch genau über das Ende des Trennungsjahres. Reichen Sie den Scheidungsantrag vor Ablauf des Jahres beim Gericht ein, wird dieser gebührenpflichtig zurückgewiesen.

Regelungen während dem Trennungsjahr

Spielt sich das Trennungsjahr nicht in gegenseitigem Einvernehmen ab, gilt es all das zu sichern, was Ihnen gehört. Hierzu zählen beispielsweise Bankkonten, wichtige Unterlagen oder Besitztümer wie das Haus und das Auto. Nur nach der Absicherung, bleiben Sie finanziell unabhängig.

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