Keine Extrameile

Quiet Quitting oder stille Kündigung – die Extrameile wird nicht gern gegangen

Eine entspannte Frau mit Buch.
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Die Arbeitswelt ist im Wandel – für viele ist die Lebensqualität und die Work-Life-Balance heute wichtiger.

Nach Feierabend für die Arbeit erreichbar sein und mehr leisten, als im Vertrag steht – so geht’s einigen Arbeitnehmern. Viele wollen das nicht mehr.

Ständige Erreichbarkeit durch das Smartphone und das Internet einerseits, keine trennscharfen Unterschiede zwischen Beruf und Freizeit bedingt durch das Homeoffice auf der anderen Seite. Die Arbeitswelt ist ständig im Wandel und erlebt gerade so viele Umbrüche, wie lange nicht mehr. Besonders junge Menschen haben jetzt andere Bedürfnisse und Erwartungen an ihren Traumberuf. Auch die Verbindungen zwischen Arbeit, Selbstverwirklichung und Freizeit haben sich geändert. Viele wollen nicht mehr ausschließlich für den Job leben. Quiet Quitting (Stille Kündigung) beschreibt dieses Phänomen, das besonders in den USA bekannt ist.

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Quiet Quitting: Nicht der Job wird gekündigt, sondern die unbezahlte „Mehrarbeit“

Bei Quiet Quitting geht es nicht darum, dass Menschen ihren Job nicht mögen und diesen nur halbherzig ausführen, es geht um die sogenannte Extrameile, also die Mehrarbeit, die weder vertraglich geregelt ist, noch bezahlt wird. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bekommen also genau die Arbeit, die sie in Auftrag gegeben haben. Zu dem Thema ist ein TikTok-Video von @zaidleppelin viral gegangen. Gepostet wurde das Video am 25.07.2022 und seitdem wurde es rund 3,5 Millionen Mal angesehen. Die Kernaussage aus dem Video ist, dass der eigene Wert nicht an die Produktivität gekoppelt ist.

Neun Dinge, die jeder heimlich im Büro macht

Ja, jeder macht heimlich Dinge, die so gar nichts mit der Arbeit zu tun haben
Ja, jeder macht heimlich Dinge, die so gar nichts mit der Arbeit zu tun haben - oder die man seinen Kollegen zumindest lieber verheimlicht. Wie zum Beispiel das hier:  © Katarina Premfors/Imago
Wenn der kleine Heißhunger kommt, lockt all zu gerne die Schreibtischschublade des abwesenden Kollegen.
Wenn der kleine Heißhunger kommt, Sie aber nichts mehr im Kühlschrank haben, lockt all zu gerne die Schreibtischschublade des abwesenden Kollegen. Hatte der nicht erst neue Snacks deponiert? Und schwupps landet das „verbotene“ Leckerli heimlich in Ihrem Mund. © Ute Grabowsky/ Imago / photothek
Nicht wenige spionieren während der Arbeitszeit ihre Arbeitskollegen via Facebook, Google und Co. aus.
Der neue Volontär aus dem Nachbarbüro sieht eigentlich ganz süß aus? Nicht wenige spionieren während der Arbeitszeit ihre Arbeitskollegen via Facebook, Google und Co. aus. Sehr zum Leidwesen ihres Arbeitspensums. © Westend61/Imago
Sie verquatschen sich das ein oder andere Mal mit den Kollegen?
Sie verquatschen sich das ein oder andere Mal mit den Kollegen? Auch das gehört zum Büroalltag gewiss dazu.  © Ignacio Ferrandiz Roig/Imago
Sie sitzen in der Arbeit, brauchen aber noch dringend einen coolen Post für Instagram
Sie sitzen in der Arbeit, brauchen aber noch dringend einen coolen Post für Instagram? Nicht wenige verlockt das zum ausgiebigen Selfie-Shooting - #überstunden #workinghard... © Panthermedia/Imago
In der Materialkammer lagern Unmengen an Schreibutensilien, die Sie zuhause gut gebrauchen könnten?
In der Materialkammer lagern Unmengen an Schreibutensilien, die Sie zuhause gut gebrauchen könnten? „Sieht ja keiner“, denken Sie - und schon steckt der schöne Kuli in der Jackentasche. Doch Vorsicht: Für solche Kavaliersdelikte drohen Ihnen ernste Konsequenzen.  © Wolfgang Zwanzger/Imago
Sie wollen gerade Feierabend machen - und huschen lieber ins Treppenhaus.
Sie wollen gerade Feierabend machen - da sehen Sie, wie der Chef Richtung Aufzug läuft. Aber allein mit dem nörgelnden Vorgesetzten auf eineinhalb Quadratmetern? Das muss nicht sein, denken Sie und huschen lieber ins Treppenhaus.  © IMAGO / eyevisto
Die letzte Nacht war kurz und Sie müssten dringend ein Nickerchen machen? Da bietet sich das stille Örtchen doch als perfekter Platz für ein kurzes Power-Napping an.
Die letzte Nacht war kurz und Sie müssten dringend ein Nickerchen machen? Da bietet sich das stille Örtchen doch als perfekter Platz für ein kurzes Power-Napping an. Andere gönnen sich dort auch gerne eine Surf-Pause mit dem Smartphone - besonders, wenn Handy-Verbot herrscht. © Fotostand / Gelhot / Imago
Homeoffice
Egal, ob Urlaubsreise, die schicken Stiefel oder die mega-angesagten Konzerttickets: Die meisten von uns shoppen heimlich im Internet, während der Quartalsbericht oder ein Projekt noch ein bisschen warten muss.  © Uwe Anspach/dpa (Symbolbild)
Der Feierabend steht bevor und Sie haben es eilig, weil Sie noch verabredet sind? In solchen Momenten ist der Geschirrspüler in der Büroküche leider schnell mal vergessen,
Der Feierabend steht bevor und Sie haben es eilig, weil Sie noch verabredet sind? In solchen Momenten ist der Geschirrspüler in der Büroküche leider schnell mal vergessen, der eigentlich ausgeräumt werden sollte. © IMAGO / IlluPics (Symbolbild)

TikTok-Video zu Quiet Quitting: „Es ist eine gesunde Work-Life-Balance“

Über 4.500 Menschen haben das Video bereits kommentiert. Viele scheinen das Vorgehen gut zu finden, eine Userin schreibt beispielsweise: „Es ist eine gesunde Work-Life-Balance“. Eine andere Userin schreibt, dass sie schon immer so handele. „Es heißt, Grenzen setzen“, schreibt ein weiterer User unter das Video. Andere kritisieren das Vorgehen allerdings auch: „Also riskierst du deinen Job, um Stress zu vermeiden. Reiß dich zusammen und mach deine Arbeit.“ Darauf reagiert direkt ein weiterer User und ordnet Quiet Quitting so ein, wie er es versteht: „Nein, steh‘ deinen Mann und leiste nicht die Arbeit, für die du nicht bezahlt wirst. Zeige ein bisschen Selbstrespekt.“ Weiterhin wird die Haltung der „Generation“ kritisiert: „Ihr habt noch nie etwas still gemacht. Deine Generation kann nichts ohne Schnabeltasse und die Aufmerksamkeit des Internets.“ Gemeint ist mit „deine Generation“ vermutlich die Generation Z.

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