Ergebnisse aus Studie

Studie zeigt: Mehr Gehalt kann Arbeitnehmer vom Jobwechsel abhalten

Gehalt – ein Thema, das zu Krisenzeiten besonders wichtig bei den Menschen zu sein scheint. Laut einer Studie wären viele mit mehr Gehalt zufriedener.

Die Preise für Strom, Gas und die allgemeinen Lebenshaltungskosten steigen. Die einzige Konstante bei vielen – das Gehalt. Um die Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen, hat die Bundesregierung Entlastungspakete auf den Weg gebracht. In einem ist beispielsweise die Energiepauschale von 300 Euro für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer enthalten. Die haben schon einige Menschen auf dem Konto – ausgezahlt wird das Geld mit dem Gehalt. Um herauszufinden, wie wichtig das Gehalt für die Arbeitszufriedenheit ist, hat Avantgarde Experts eine Studie bei YouGov in Auftrag gegeben. Was dabei herauskam, lesen Sie im Folgenden.

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Das macht Arbeitnehmer laut einer Studie zufriedener

Die drei wichtigsten Punkte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Zusammenhang mit der Arbeitszufriedenheit sind:

  • Mehr Gehalt: 62 Prozent | in der Gruppe der 18-34-Jährigen: 64 Prozent
  • Flexible Arbeitszeiten: 38 Prozent | in der Gruppe der 18-34-Jährigen: 40 Prozent
  • Offene Kommunikation im Unternehmen: 30 Prozent | in der Gruppe der 18-34-Jährigen: 32 Prozent
Mehr Gehalt kann Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von einem Jobwechsel abhalten.

Eher unwichtig seien laut dieser Studie dagegen folgende Punkte:

  • Kinderversorgung: 7 Prozent | in der Gruppe der 18-34-Jährigen: 8 Prozent
  • Möglichkeit ohne Gefährdung der Karriere in Elternzeit zu gehen: 11 Prozent | in der Gruppe der 18-34-Jährigen: 20 Prozent
  • Arbeitgeber steht für Klimaschutz ein: 15 Prozent | in der Gruppe der 18-34-Jährigen: 18 Prozent

Im oberen Mittelfeld der Kategorien zur Arbeitszufriedenheit werden „interessanten Arbeitsinhalte“ genannt, diese sind mit 23 und 26 Prozent deutlich nachgelagert gegenüber dem Faktor Gehalt. Allgemein lässt sich in der Studie beobachten, dass die Wünsche der jüngeren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (18 bis 34 Jahre) stärker ausgeprägt sind. Verantwortliche machen dies daran fest, dass Jüngere bei der Studie eher von der Mehrfachnennung Gebrauch gemacht hätten und somit mehr ausgefüllt haben als ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Ralf Hirschberger/dpa (Archivbild/Symbolbild)
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

Gehalt als Faktor, der Arbeitnehmer bleiben lässt?

Im ersten Teil der Studie haben die Verantwortlichen herausgefunden, dass jede/r Fünfte derzeit über einen Jobwechsel nachdenkt bzw. diesen anstrebt. Bei den jüngeren Beschäftigten sind dies bereits jede/r Dritte – allerdings, teilen Avantgarde Experts in einem Bericht mit, sind das im Vergleich zu 2019 rund 17 Prozentpunkte weniger. Dies sei mit dem Wunsch nach Sicherheit in Krisenzeiten zu erklären. Jene, die immer noch wechseln wollen, könne man mit mehr Gehalt umstimmen, wie aus der Studie hervorgeht.

64 Prozent der 18- bis 34-Jährigen lassen sich durch mehr Gehalt zu einem Jobwechsel animieren.

Avantgarde Experts

Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch mehr Gehalt auch von einem Jobwechsel abbringen lassen, wenn sie beispielsweise von dem aktuellen Arbeitgeber eine Gehaltserhöhung bekämen. Somit wird die Bindung an das Unternehmen „erkauft“. Dies sei laut Angaben in der Studie ein womöglich kurzfristiger Erfolg. Denn auch offene Kommunikation und bessere Fortbildungsmöglichkeiten können Menschen von einem Jobwechsel abhalten.

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Jede/r Dritte verhandelt in diesem Jahr um mehr Gehalt

Allerdings spielt das Geld eine tragende Rolle in diesem Jahr. Die steigenden Kosten gehen nicht einfach so an den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vorüber. Jede/r Dritte geht in diesem Jahr in Gehaltsverhandlungen – dies ist vermehrt bei Männern (35 Prozent) der Fall. Nur 24 Prozent der Frauen geht in Gehaltsverhandlungen.

30 Prozent sind viel – vor allem, wenn man noch diejenigen berücksichtigt, die wegen einer Tarifbindung gar nicht verhandeln können. Vor dem Hintergrund der Rekordinflation mit steigenden Lebenshaltungskosten ist das Bedürfnis nach mehr Lohn absolut nachvollziehbar. Hier schließt sich jedoch die Frage an, wie weit Unternehmen in der aktuellen Lage noch mitgehen können.

Philipp Riedel, CEO von Avantgarde Experts

Im gleichen Zug geben rund 60 Prozent der Befragten an, dass sie keine oder nur geringe Entlastung von ihrem Arbeitgeber erhalten. Entlastungen können beispielsweise in Form von Tankgutscheinen oder Ermäßigungen bei dem Nahverkehrsticket erfolgen.

Wichtig ist allerdings auch: Sollten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen einem hohen Einkommen und einem sicheren Job entscheiden müssen, wählen rund 74 Prozent den sicheren Job. Da müssen Arbeitgeber anknüpfen, wie Philipp Riedel sagt: „Und genau darin besteht jetzt die Chance für Arbeitgebende: Zu prüfen, wie Arbeitsplätze möglichst sicher und langfristig gestaltet werden können. Eine Grundverantwortung jedes Unternehmers, die jetzt umso mehr zählt und in puncto Gewinnung und Bindung von Talenten derzeit entscheidend sein kann.“

Mehr Geld: Stimmen Sie mit ab.

Rubriklistenbild: © Ute Grabowsky/Imago

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