Keinen Bock auf Schule?

Bußgeld, Jugendknast: Diese Strafen drohen Schulschwänzern in Deutschland

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Schulschwänzern, die über Monate im Unterricht fehlen, drohen üble Strafen.

Dass Schüler den Unterricht schwänzen, gab es schon immer. Doch welche Strafen drohen Schulschwänzern - und sind sie überhaupt sinnvoll?

Wenn es im Sommer im Schwimmbad so viel angenehmer ist als über Mathe-Formeln zu brühten, dann steigt die Anzahl der Schulschwänzer wieder sprunghaft an. Daran ändert auch die Schulpflicht nichts, die eigentlich jeden Schüler dazu zwingt, wochentags die Schulbank zu drücken. Doch manche Schüler lassen nicht nur gelegentlich mal eine Unterrichtsstunde sausen - eine große Zahl verweigert sogar über Wochen oder Monate hinweg den Unterricht und gefährdet so ihren Schulabschluss. 

Darum schwänzen Schüler den Unterricht

Die Gründe, warum Schüler notorisch den Unterricht schwänzen, haben tatsächlich wenig damit zu tun, dass sie einfach keine Lust auf Schule haben, sich vor Schulaufgaben drücken oder morgens nicht aus dem Bett kommen. Das ist eher bei Gelegenheitsschwänzern der Fall. 

Notorische Schulschwänzer haben mit schwereren Problemen zu kämpfen, wie Erziehungswissenschaftlerin Christine Sälzer in einem Interview mit der Welt erklärt. Dazu zählen:

  • Außenseiterrolle in der Klasse,
  • ungerechte Behandlung durch Lehrer,
  • Scheidung der Eltern oder auch 
  • Trauer um einen Freund oder eine Freundin.

"Oder sie haben Angst vor Mathe, gehen deswegen nicht hin, fehlen immer öfter – und je öfter sie fehlen, desto mehr verlieren sie den Anschluss", so Sälzer. 

Anzahl an Schulschwänzern

Laut einer Studie soll die Hälfte der befragten Neunt- und Zehntklässler in Deutschland und der Schweiz schon einmal die Schule geschwänzt haben, während lediglich rundein bis fünf Prozent angab, mehrere Tage am Stück die Schule verweigert zu haben. Das sind zwar auf den ersten Blick nicht viele, doch dauerhaftes Schwänzen führt bei den Schülern zu großen Problemen. 

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Schulschwänzer: Diese Strafen drohen Schülern und Eltern

Schulverweigerer missachten die geltende Schulpflicht - und das ist in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit. Deshalb droht Eltern, die das Schuleschwänzen ihrer Kinder über Wochen oder Monate hinweg tolerieren oder nicht durchgreifen, ein Bußgeld oder sogar die Beugehaft. In Niedersachsen müssen Eltern fünf Euro pro geschwänztem Schultag blechen. "Wird dieses Bußgeld nicht bezahlt, kann ein Jugendgericht Arbeitsstunden verhängen", verrät Jugendrichter Jens Buck dem Magazin Vice.

Doch auch wenn Schuleschwänzen "nur" eine Ordnungswidrigkeit ist und nicht als Straftat gilt, landen trotzdem jedes Jahr auch viele jugendliche Schulverweigerer hinter Gittern. Laut Recherchen von Vice sollen im Jahr 2017 mehr als 1.000 Schulschwänzer im Jugendknast gesessen sein. 

Doch Arrest droht laut Jugendrichter Buck nur, wenn Bußgeld und Arbeitsstunden verweigert werden und die Schüler nach wie vor im Unterricht fehlen. Die meisten Schulverweigerer landen übrigens in Niedersachsen im Knast (683 im Jahr 2016) und in Bayern (336 im Jahr 2017). Bei diesen spielen jedoch auch oft Drogen eine entscheidende Rolle.

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Das können Lehrer und Elter gegen das Schulschwänzen unternehmen

Doch bis zum Jugendknast muss es nicht kommen, Lehrer und Eltern können im Vorfeld viel gegen Schuleschwänzen unternehmen. "Lehrer müssen das Schwänzen explizit registrieren und ansprechen", so Sälzer. "Sie sollen Krankmeldungen nachreichen lassen. Dann ist es wichtig, die Entschuldigung zu überprüfen und gegebenenfalls einen Vertrauenslehrer einzuschalten. Und falls alles nichts bringt, sollten die Eltern informiert werden." 

Lehrer und Eltern müssten laut der Wissenschaftlerin den Schulschwänzern unbedingt klar machen, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist und ihnen vermitteln, dass Schule nun mal Pflicht ist - auch wenn sie nicht immer Spaß macht. Das werde ihnen im Berufsleben später nicht anders ergehen. 

Auch pädagogisch wertvolle Strafen wie Nachsitzen oder Müll im Pausenhof sammeln, sei ein guter "Warnschuss", der den Schülern eine eindeutige Botschaft senden soll. Manchmal helfe auch ein vorübergehender Schulausschluss, wie Sälzer vorschlägt: "Die Schule dreht damit den Spieß herum."

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Von Andrea Stettner

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