Little Miss möchte...

LinkedIn-Tweet stellt Bewerbungsanschreiben infrage

Ein Laptop mit dem LinkedIn-Logo auf dem Bildschirm.
+
Ein Tweet von LinkedIn stellt das Bewerbungsanschreiben infrage.

Ist ein Bewerbungsschreiben noch zeitgemäß? Einige Unternehmen verzichten bereits darauf. Auch LinkedIn stellt das Anschreiben in einem Tweet infrage.

Es ist lästig, es ist mit Copy-and-Paste verbunden und doch war es immer ein notwendiges Übel, wenn man sich bewirbt: das Anschreiben. Ein Tweet von dem Karriereportal LinkedIn stellt jetzt aber genau dieses Vorgehen bei Bewerbungen infrage:

„Little Miss gibt eine Bewerbung auf, wenn sie ein Anschreiben erfordert“, heißt es in dem Tweet und impliziert, dass das Anschreiben für viele eine Hürde darstellt. Unter dem Namen „Little Miss“ kursieren derzeit viele Memes im Internet, geteilt werden darunter vor allem Guilty Pleasures oder schlechte Angewohnheiten, informiert das Portal Business Punk. Eigentlich sei „Little Miss“ allerdings als Charakter aus Kinderbüchern bekannt.

Little Miss: Tweet gegen das Anschreiben stößt auf Verständnis

Der Tweet von LinkedIn wurde rund 68.000 Mal favorisiert, rund 20.000 Mal wurde der Tweet geteilt und knapp 1.500 Mal kommentiert. Viele Kommentare gehen in eine ähnliche Richtung, die auch im „Little Miss“-Tweet impliziert ist, gewüscht wird also ein Bewerbungsverfahren ohne Anschreiben. Eine Userin schreibt: „Jedes Mal! Du möchtest eine Bewerbung oder eine Gute-Nacht-Geschichte?“ Eine andere Userin kritisiert die Bewerbungsmöglichkeiten einiger Unternehmen:

Ich höre auf, mich zu bewerben, wenn ich ein Anschreiben hochladen oder Daten eingeben muss, die in meinem Lebenslauf stehen (Ausbildung oder Arbeitsverlauf). Es ist 2022, es gibt keinen Grund, warum die Website so hinterherhinkt, dass das erforderlich ist. Wenn sie das tut, hinkt das Unternehmen auch hinterher.

Twitter-Userin

Auch einige Personaler kommentieren unter dem Tweet, sie sind geteilter Meinung. „Für mich als Personalchef sind Anschreiben unerlässlich. Wenn Sie viele Bewerbungen für eine Stelle erhalten, ist das Anschreiben ein wichtiges Merkmal, um Sichtbarkeit zu schaffen. Viele haben einen guten Abschluss, aber die wenigsten ein gutes Anschreiben“, kommentiert ein Personaler seinen Standpunkt. Ein anderer erklärt, er sei zwanzig Jahre Personaler gewesen und habe kaum Anschreiben gelesen. Ein weiterer Personaler kritisiert aber auch die Beliebigkeit vieler Bewerbungen, laut ihm gäbe es viele, bei denen er suchen müsse, welche Fähigkeiten und Kenntnisse für die ausgeschriebene Stelle relevant seien.

Derzeit gibt es auch einige TikTok-Videos, in denen die Erfahrungen mit Bewerbungen geschildert werden. Eine Bewerberin reagierte beispielsweise mit einem Meme auf eine Jobabsage, sie hat daraufhin ein Vorstellungsgespräch bekommen.

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was beim Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist natürlich, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken.
Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was für das Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken. Bleiben Sie zudem authentisch. Was allzu übertrieben wirkt, sollten Sie im Zweifel besser vermeiden. © IMAGO / Westend61
Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Vor dem Bewerbungsgespräch sollten Sie zudem genügend Zeit für die Körperpflege einplanen. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.  © IMAGO / YAY Images
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch.
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch. © IMAGO / Westend61
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen.
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand zum Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen. Wenn Ihnen zur Begrüßung hingegen jemand ein Mineralwasser oder einen Kaffee anbietet, dürfen Sie das gerne annehmen. Vergessen Sie dabei niemals, sich höflich zu bedanken.  © IMAGO / Westend61
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job-Interview ist nichts einzuwenden – aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. Personaler könnten es ziemlich unhöflich finden, wenn das belegte Brötchen daraus hervorschaut.
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job-Interview ist nichts einzuwenden – aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. Personaler könnten es ziemlich unhöflich finden, wenn das belegte Brötchen daraus hervorschaut. © IMAGO / Westend61
Oft ist der erste persönliche Eindruck entscheidend. Sie sollten beim ersten Kennenlernen nicht zu sehr vorpreschen, aber trotzdem höflich und freundlich sein.
Oft ist der erste persönliche Eindruck entscheidend. Sie sollten beim ersten Kennenlernen nicht zu sehr vorpreschen, aber trotzdem höflich und freundlich sein. Schließlich geht es darum, dass die künftigen Kollegen Sie besser kennenlernen. Und auch Sie sollten sich natürlich einen Eindruck verschaffen können, ob die neue Stelle zu Ihnen passt. © IMAGO / Westend61
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für viele Recruiter ist das ein No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.  © IMAGO / YAY Images
Wer zu spät kommt, „den betraft das Leben“ - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich bei vielen Personalern. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein.
Wer zu spät kommt, „den betraft das Leben“ - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich bei vielen Personalern. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein. Sollten Sie trotzdem verspätet sein, brauchen Sie dafür eine sehr plausible Erklärung.  © IMAGO / Westend61
Finger weg vom Handy – das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken, könnte das durchaus unangenehm auffallen.
Finger weg vom Handy – das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken, könnte das durchaus unangenehm auffallen.  © IMAGO / Westend61
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, dürfte bei vielen Personalern von der Bewerberliste gestrichen werden.
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, dürfte bei vielen Personalern von der Bewerberliste gestrichen werden.  © IMAGO / YAY Images

LinkedIn-Tweet: User kommentieren, was an Bewerbungen nervt

Unter dem Tweet kommentieren aber auch Userinnen und User, die auch andere Dinge an Bewerbungsverfahren kritisieren. Eine Userin schreibt beispielsweise: „Little Miss sollte Stellenausschreibungen, die kein Gehalt angeben, blockieren.“ Andere sind genervt von Stellenangeboten, die auf einen externen Link führen und ein neues Benutzerkonto benötigen. Was ebenfalls viele als störend empfinden, ist, dass sie Angaben, die bereits den Lebensläufen stehen, noch einmal in Fragebögen ausgefüllt werden müssten.

[Anm. der Red.: Für unsere Redaktion ist die Richtigkeit der Tweets nicht überprüfbar.]

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Quiet Quitting oder stille Kündigung – die Extrameile wird nicht gern gegangen
Quiet Quitting oder stille Kündigung – die Extrameile wird nicht gern gegangen
Quiet Quitting oder stille Kündigung – die Extrameile wird nicht gern gegangen

Kommentare