Aktuelle Regelungen

Corona: Bekomme ich bei Quarantäne oder Isolation eine Krankschreibung? Welche Regeln jetzt gelten

In vielen Unternehmen machen sich die steigenden Inzidenzen durch Personalmangel bemerkbar. Doch wann ist Isolation nötig und was ist bei Krankschreibungen wichtig?

Erst kürzlich wurde das Infektionsschutzgesetz wieder auf Herbst und Winter angepasst. Die neuen Regeln sollen erst mal bis zum 7. April 2023 gelten. Doch was ändert sich jetzt für Berufstätige – vor allem in den Bundesländern, in denen Quarantäne und Isolation abgeschafft wurden? Wann wird man zum Beispiel vom Arzt mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) krankgeschrieben?

Trotz bestätigter Corona-Infektion zur Arbeit? In einigen Bundesländern ist das jetzt mit Mundschutz möglich.

Corona: Bekomme ich für freiwillige Quarantäne oder Isolation eine Krankschreibung?

Zuerst einmal kommt es hier nicht unbedingt auf die Freiwilligkeit an, sondern auf das Kranksein. Zeigen sich Symptome, wie zum Beispiel Schnupfen, Fieber oder leichte Halsschmerzen, darf der Arzt laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Mit dieser kann sich dann der Arbeitnehmer bei seinem Arbeitgeber krankmelden.

Entscheidung der Bundesländer

Generell gilt aber: Die Regeln für Quarantäne und Isolation werden von den Bundesländern selbst verabschiedet. Das heißt, in Hamburg, Thüringen und Bayern können sich die Regeln voneinander unterscheiden. Eine Übersicht, welche Regeln für welches Bundesland gelten, finden Sie auf der entsprechenden Seite der Bundesregierung.

Ist der Arbeitnehmer jedoch symptomfrei, darf der Arzt in der Regel keine AU-Bescheinigung ausstellen. In diesem Fall ist die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber über die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz gesichert. Der Patient reicht dazu den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber ein. Der Entschädigungsanspruch gilt jedoch nicht für Ungeimpfte. Ob Arbeitnehmer in Quarantäne arbeiten müssen oder nicht, erfahren Sie hier.

Wichtig hier: Ob eine Krankschreibung erfolgt, ist immer auch eine Einzelfallentscheidung. Hat man etwa keine Symptome, aber einen positiven Test, würde man im Homeoffice vielleicht ohne AU weiterarbeiten können. Bei einem Job in der Alten- oder Krankenpflege oder Kinderbetreuung sieht das unter Umständen anders aus.

Wann sollte man sich krankschreiben lassen?

Gesundheitsexperten raten auf jeden Fall zur Vorsicht. Wer sich zwar infiziert hat, sich aber trotzdem wohlfühlt, der kann – wo möglich und vom Arbeitgeber abgesegnet – im Homeoffice weiterarbeiten. Wichtig hier: Ehrlich sich selbst gegenüber sein! Ob Corona oder eine andere Krankheit: Wer mit einem „ist doch nicht so schlimm, das geht schon“ sein Unwohlsein ignoriert, kann so eine Krankheit auch verschleppen – und fällt unter Umständen für eine längere Zeit aus.

Bei Corona gilt immer noch: Auch ohne Symptome ist der Infizierte potenziell ansteckend. Der KBV rät daher, auch dann eine AU-Bescheinigung auszustellen, wenn der Patient für seine berufliche Tätigkeit seine Wohnung verlassen muss. Einige Arbeitgeber akzeptieren einen positiven PCR-Test als Krankmeldung, sicherer ist aber immer, sich um ein Attest zu bemühen – gerade bei Symptomen.

Sonderregelung: Krankschreibung übers Telefon

Eigentlich müssen Erkrankte persönlich beim Arzt erscheinen und vorstellig werden, um eine AU zu bekommen. Laut Bundesregierung wurde die telefonische Krankschreibung allerdings bis zum 31. März verlängert. Versicherte, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, können so telefonisch bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden – ohne persönlich beim Arzt erscheinen zu müssen. Die Versichertenkarte kann nachgereicht werden.

Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Ralf Hirschberger/dpa (Archivbild/Symbolbild)
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

Abschaffung der Quarantäne in mehreren Bundesländern

Derzeit gilt bundesweit die Pflicht für Corona-Infizierte, sich fünf Tage zu isolieren. Doch einige Bundesländer, darunter Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, haben einen anderen Weg gewählt: Seit dem 17. November wurde hier die Isolationspflicht abgeschafft. Positiv Getestete sollen, statt zu Hause bleiben zu müssen, zukünftig für fünf Tage außerhalb der eigenen Wohnung eine Maske in Innenräumen tragen.

Wir müssen zurück zur Normalität und mit Corona umgehen und leben wie mit anderen Infektionskrankheiten auch.

Dr. Stephan Hofmeister, stellv. Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, findet diesen Schritt nur folgerichtig: „Das Vorpreschen der vier Länder macht vor dem Hintergrund der derzeitigen Corona-Lage Sinn.“ Schließlich lägen in den Einrichtungen, in denen es ein größeres Risiko herrsch (z.B. Krankenhäuser, Arztpraxen) mittlerweile gute Hygienekonzepte vor. Er ist der Meinung, dass Menschen, die sich trotz Corona gesund fühlen, „zur Arbeit gehen können – und dann beispielsweise eine Maske tragen“.

Ja oder nein – mit Corona zur Arbeit?

Eine Meinung, der sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nicht anschließen mag. Laut der Deutschen Presseagentur (dpa) sprach er Anfang November von einem Fehler und warnte vor einem „Flickenteppich“ mit verschiedenen Isolationsregeln in den Bundesländern. „Es gibt auch keinen medizinischen Grund, jetzt auf die Isolationspflicht zu verzichten“, so der SPD-Politiker. Es gäbe etwa 1.000 Todesfälle durch Covid pro Woche, man stehe vor einer „wahrscheinlich schweren Winterwelle“ und sei „am Vorabend einer ansteckenderen Variante“. Es sei deshalb nicht wirklich verantwortbar, die Isolationspflicht wegzunehmen. Er fügte hinzu, der Arbeitsplatz müsse sicher bleiben und es müsse verhindert werden, dass Menschen infiziert zur Arbeit gedrängt würden.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Karriere finden Sie im regelmäßigen Karriere-Newsletter unseres Partners Merkur.de.

Hier sind die Arbeitgeber am Zuge. Sie sind verpflichtet, Hygienekonzepte zu erstellen und Schutzmaßnahmen umzusetzen. Dazu gehören auch die Maßnahmen, die sich bisher als bewährt erwiesen haben:

  • Umsetzung der AHA+L-Regel am Arbeitsplatz
  • Verminderung der betriebsbedingten Personenkontakte (z.B. durch Reduzierung der Beschäftigten in geschlossenen Arbeits- und Pausenräumen)
  • Angebot von Homeoffice (wo möglich)
  • Testangebote für Beschäftigte, die in Präsenz arbeiten
  • Maskenpflicht dort, wo technische und organisatorische Maßnahmen zum Infektionsschutz allein nicht ausreichen

Unterschied: Isolation und Quarantäne

Sowohl Isolation (oder Isolierung) als auch Quarantäne sollen die Verbreitung eines Krankheitserregers durch die Reduzierung von Kontakten verhindern. Die Isolation wird behördlich angeordnet und gilt für Personen mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion. Sie kann zu Hause oder, bei schweren Verläufen, im Krankenhaus erfolgen. Bei Menschen in Quarantäne besteht der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus. Sie ist zeitlich begrenzt und gilt in der Regel für enge Kontaktpersonen bestätigter Erkrankter. Die aktuellen Empfehlungen zu Isolierung und Quarantäne finden Sie zum Beispiel auf der Homepage der Seite Zusammen gegen Corona von der Bundesregierung.

Rubriklistenbild: © Lars Zahner/Imago

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare