Sommer im Büro

Hitzefrei im Büro: 30 Grad und mehr – was gilt für Arbeitnehmer?

In den nächsten Tagen wird es heiß in Deutschland – wer keinen Urlaub hat, muss bei der Arbeit schwitzen. Bei der Hitze müssen Sie aber ein paar Sachen beachten.

Blauer Himmel, Sonnenschein und hohe Temperaturen – für die einen klingt das paradiesisch, bei anderen läuten die Alarmglocken, weil die Arbeit mühsamer wird. Eine richtige Hitzewelle steht im Juli 2022 an. Mancherorts sind die Temperaturen weit über 30 Grad – fraglich ist es, ob die 40 Grad geknackt werden. Wenn es draußen heiß ist, dann sinkt die Konzentration und die Leistung wird schlechter. Dazu können dann noch Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme kommen. Studien belegen, wenn es heiß wird, dann steigt auch das Unfallrisiko – das teilte die Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit.

Sommer: 26 Grad sollten in Arbeitsräumen nicht überschritten werden

Hitzefrei: Was früher zu Schulzeiten ein Highlight im Sommer war, das gibt es im Arbeitsleben in der Form nicht. Allerdings gibt das Arbeitsschutzgesetz einen Rahmen vor, sodass eine Gesundheitsgefährdung durch Hitze am Arbeitsplatz vermieden werden muss. So muss dafür gesorgt werden, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keiner gesundheitsgefährdenden Situation ausgesetzt sind – nachzulesen im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) Paragraph 4. In der Arbeitsstättenregel sind Einzelheiten geregelt, die zum Beispiel auch die Raumtemperatur betreffen.

Wenn es zu warm im Büro wird, dann sinkt die Konzentration. (Symbolbild)

Hitze im Büro: Wie heiß darf es bei der Arbeit sein?

Laut Arbeitsstättenregel darf die Lufttemperatur im Büro nicht höher als 26 Grad sein. Wird es wärmer, dann muss der Arbeitgeber Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Situation für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erträglicher zu machen.
Sollte der Arbeitsplatz von starker Sonneneinstrahlung betroffen sein, sind grundsätzlich erst einmal folgende Maßnahmen zu treffen:

  • Sonnenschutzvorrichtung (außen): u. a. Markisen, Jalousien
  • im Zwischenraum der Verglasung angeordnete reflektierende Vorrichtungen
  • innenliegende hochreflektierende oder helle Sonnenschutzvorrichtungen
  • Sonnenschutzverglasungen (innerhalb eines Sonnenschutzsystems, Blendschutz und Lichtfarbe sind zu beachten)

Quelle: Arbeitschutzausschüsse beim BMAS

Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Ralf Hirschberger/dpa (Archivbild/Symbolbild)
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

Zusätzliche Maßnahmen müssen getroffen werden, wenn die Lufttemperatur im Büro die 26 Grad-Marke übersteigt. Da schon diese Temperaturen unter Umständen gesundheitsbedenkliche Folgen haben können. Dies ist im Besonderen der Fall, wenn körperlich schwere Arbeit verrichtet wird, wenn Arbeits- oder Schutzkleidung getragen werden muss, die wenig atmungsaktiv ist oder wenn schutzbedürftige Personen an diesem Ort beschäftigt werden. Darunter fallen Jugendliche, Ältere und Schwangere.

Wenn es draußen allerdings um die 35 Grad sind, dann sind Temperaturen von 30 Grad im Büro zumutbar, berichtet das Portal Karrierebibel. Erst Temperaturen ab 35 Grad Lufttemperatur im Büro gelten als unzumutbar. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie direkt Hitzefrei bekommen. Ihr Arbeitgeber kann aber beispielsweise eine Art Gleitzeit erlauben, sodass Sie an besonders heißen Tagen einfach früher anfangen können zu arbeiten. Aber auch eine Verkürzung des Arbeitstags ist möglich – wichtig dabei ist, dass Sie das nicht alleine entscheiden dürfen, das muss Ihr Arbeitgeber tun.

Hitze im Büro: Diese Maßnahmen muss der Arbeitgeber bei über 30 Grad treffen

Wenn die Temperaturen über 30 Grad gehen, dann muss der Arbeitgeber unverzüglich Kühlung verschaffen. Dies ist laut Karrierebibel meistens schon gegeben, wenn kaltes Wasser zur Verfügung gestellt wird. Denkbar sind aber auch Ventilatoren oder Rollos. Die zu ergreifenden Mittel liegen im Ermessen des Arbeitgebers.

Hitze im Büro: Darf ich einfach die Arbeit verweigern? Hitzewelle 2022 steht bevor

Ab einer Temperatur von 35 Grad im Büro ist das Arbeiten unzumutbar – verweigern dürfen Sie die Arbeit allerdings nur, wenn der Arbeitgeber keine Gegenmaßnahmen ergreift. Ausgenommen ist natürlich, wenn es Ihnen gesundheitlich nicht gut geht, dann dürfen Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen und sich krankschreiben lassen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die per Attest gesundheitliche Probleme nachweisen, haben eine Sonderstellung. Wenn Sie darauf hinweisen, dass das Büro heruntergekühlt werden muss und dem nicht nachgekommen wird, haben Sie ein Recht auf Freistellung oder Homeoffice an besonders heißen Tagen.

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Dresscode bei Hitze am Arbeitsplatz – Was tragen bei Hitzewelle in Deutschland?

Durch die Hitze am Arbeitsplatz bekommen Sie keinen Freifahrtschein, was die Wahl der Kleidung angeht. Zwar wird der Dresscode bei Hitze oft gelockert, aber laut dem Arbeitsrecht darf dieser trotzdem noch von dem Arbeitgeber vorgegeben werden. So soll beispielsweise bei dem Kundenkontakt nicht zu viel Haut zu sehen sein.

Tipps gegen Hitze am Arbeitsplatz – das können Sie tun

Sie können aber auch selbst die Initiative ergreifen und sich Kühlung verschaffen. Diese Tipps helfen Ihnen dabei:

  • Kleidung: tragen Sie atmungsaktive Kleidung, es eigenen sich zum Beispiel Leinen, Baumwolle und Mikrofaser
  • viel Trinken (Mineralwasser, Schorlen, ungesüßte Früchtetees); an besonders heißen Tagen sollten Sie besonders darauf achten
  • Unterarme mit kaltem Wasser kühlen
  • Büroraume abdunkeln

So basteln Sie sich eine Klimaanlage, um der Hitze im Büro den Kampf anzusagen

Wenn Sie einen Ventilator zur Verfügung haben, dann können Sie sich in einfachen Schritten eine Klimaanlage bauen. Das dauert nur wenige Minuten und Sie brauchen nur einen weiteren Gegenstand und etwas Wasser. Nehmen Sie den Ventilator und schränken Sie den Bewegungsradius ein. Dann hängen Sie ein nasses Handtuch davor – als Hängevorrichtung eignet sich zum Beispiel ein Hosenbügel. Die maximale Kraft des Ventilators sollte auf dem Handtuch liegen – stellen Sie die Vorrichtung am besten in eine Ecke, die nicht belagert wird, dann sitzt niemand im Zug. (cbl)

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Rubriklistenbild: © Andrey Popov/Imago

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