Weniger Papierkram?

Bewerbung: Auf Ihren Lebenslauf kommt es an

Wenn Sie eine Bewerbung fertig machen, dann können da schon mal viele Unterlagen zusammenkommen. Lebenslauf, Zeugnisse, Anschreiben – doch worauf legen Unternehmen eigentlich wert?

Bewerbungen kosten Kraft und rauben Nerven, viele Unterlagen müssen aktualisiert und in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Allerdings gibt es auch von Unternehmen zu Unternehmen Unterschiede, welche Unterlagen für eine erfolgreiche Bewerbung notwendig sind. Die Freelancer-Plattform WorkGenius hat sich die Bewerbungsprozesse verschiedener Unternehmen aus Deutschland, Großbritannien und den USA angeschaut. Bei einer vorhergehenden Analyse haben sie bereits herausgefunden, dass Online-Bewerbungen in Deutschland durchschnittlich am schnellsten gehen.

Bewerbungen: Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse – so pauschal lässt sich das nicht mehr sagen

In vielen Schulen wird es gelehrt, für die Bewerbungsmappe braucht man einen Lebenslauf, ein Anschreiben und Zeugnisse. Früh bekommen die Menschen auch mit, dass der oder die richtige Ansprechperson für die Bewerbung herausgefunden werden soll, damit die Bewerbungsunterlagen daraufhin angepasst werden können. Allerdings kann man gar nicht mehr pauschal sagen, was genau in die Bewerbung reinmuss, das ist oft von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.

Der Lebenslauf ist derzeit bei Bewerbungen am wichtigsten.

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Viele Bewerbungsunterlagen verlieren an Relevanz, zeigt eine WorkGenius-Analyse

Für die Untersuchung haben sich Verantwortliche von WorkGenius bis zu 40 Unternehmen der bedeutendsten Aktien-Indexe aus Deutschland, den USA und Großbritannien angesehen und verglichen, welche Unterlagen potenzielle Bewerberinnen und Bewerber bei den Unternehmen brauchen. Herausgekommen dabei ist, dass vor allem der Lebenslauf essenziell ist – dieser ist bei 72 Prozent der Unternehmen eine Pflichtangabe. Für die restlichen 28 Prozent ist der Lebenslauf eine optionale Angabe.

JaNein Optional
Zeugnis 2 Prozent / 98 Prozent
Motivationschreiben 6 Prozent /94 Prozent
Gehaltsangabe 28 Prozent 49 Prozent 23 Prozent
Lebenslauf 72 Prozent / 28 Prozent

Quelle: WorkGenius, Angaben sind Durchschnittswerte der Unternehmen aus Deutschland, USA, Großbritannien

Anhand der Angaben von WorkGenius lässt sich zumindest für die untersuchten Unternehmen sagen, dass diese keinen größeren Wert auf ein Motivationsschreiben oder auf Zeugnisse vergangener Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber legen. Bewerberinnen und Bewerber können in den meisten Fällen auch auf Gehaltsangaben verzichten, rund die Hälfte der untersuchten Unternehmen möchte diese nicht im Bewerbungsprozess erheben.

Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden.
Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden. © fkn
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck.
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer - desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck. © fkn
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben.
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben. © fkn
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken.
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken. © fkn
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben.
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben. © fkn
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen.
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen. © fkn
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv.
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv. © fkn
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit.
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit. © fkn
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert.
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert. © fkn
Aufstützen
Den Kopf aufstützen: Hier könnte man meinen, Ihr Kopf sei zu schwer, so dass sie ihn nicht von allein gerade halten können. Davon sollten Sie absehen. © fkn

Das ist für die 40 deutschen Unternehmen wichtig

Nach dieser Untersuchung hat der Lebenslauf in Deutschland eine leicht höhere Stellung als im internationalen (USA, Großbritannien) Vergleich. Bei sechs Prozent mehr und damit insgesamt 78 Prozent der deutschen Unternehmen ist der Lebenslauf eine Pflichtangabe. Auch Gehaltsangaben scheinen im deutschen Raum interessanter für die Unternehmen zu sein: rund 40 Prozent wollen die Angabe von den Bewerberinnen und Bewerbern haben. Überdurchschnittlich oft (mit insgesamt 10 Prozent) ist auch ein Motivationsschreiben, welches auf das jeweilige Unternehmen ausgerichtet ist, notwendig.

Es komme hauptsächlich auf die Qualifikation und die Erfahrung an, sagt Daniel Barke, CEO von WorkGenius zu der Analyse: „Es zeichnet sich bereits ein klarer Trend weg von der ausführlichen Bewerbungsmappe hin zu schnellen und einfachen Bewerbungen mit dem Lebenslauf ab – schließlich enthält dieser alle wichtigen Informationen zur Schul- und Berufslaufbahn von Bewerber:innen. Ich denke aber, dass auch der tabellarische Lebenslauf keine Zukunft haben wird.“ Wie genau ein Lebenslauf in Zukunft stattdessen aussehen könne, verrät Barke nicht. Allerdings sagt er, dass „keine demografischen Angaben“ benötigt würden und Angaben zu der Universität oder schulischen Praktika wären uninteressant.

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Die Unternehmen wollen die meisten Unterlagen für eine Bewerbung

Diese deutschen Unternehmen wollen nach WorkGenius-Angaben die meisten Unterlagen für eine Bewerbung:

  • Hannover Rück: Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse, Gehaltsvorstellung für Bewerbung erforderlich
  • Linde: Lebenslauf, Anschreiben, Gehaltsangabe sind Pflicht, Zeugnisse sind optional

Bei neun untersuchten Unternehmen sind eingeschickte Lebensläufe bei der Bewerbung optional – das bedeutet allerdings nicht, dass Sie da keine Angaben machen müssen. Bei einigen Unternehmen, wie beispielsweise der Deutschen Post, kann man sich entscheiden, ob man einen Lebenslauf einschicken will. Entscheiden sich Bewerberinnen und Bewerber allerdings dafür, keinen tabellarischen Lebenslauf einzuschicken, muss eine Online-Maske ausgefüllt werden. Da können dann die Angaben, die eigentlich in jedem Lebenslauf enthalten sind, wie die Ausbildung oder der letzte Arbeitgeber, angegeben werden. Einige Auswahlmöglichkeiten können dabei freiwillig getroffen werden.

Überlegen Sie also für sich, welches Vorgehen Ihnen besser passt – einen Lebenslauf tabellarisch abgeben oder alles in Online-Masken ausfüllen. Manchmal ist es allerdings auch so, dass Sie beides machen müssen, weil das Online-Tool trotz hochgeladenem Lebenslauf anzeigt, dass Sie noch Felder zusätzlich ausfüllen müssen. Im schlechtesten Fall sind das dann ebenfalls Angaben, die auch Ihrem Lebenslauf entnommen werden können.

Für Ihre nächste Bewerbung

Beschäftigen Sie sich vor Ihrer nächsten Bewerbung also genau mit dem jeweiligen Unternehmen und schauen Sie, welche Angaben Sie machen müssen. Strukturieren Sie Ihre Bewerbung um und stellen Sie die Erfahrungen und Qualifikationen, die bei Ihrer Wunschstelle erforderlich sind, nach vorne. Spezielle Fragen, wie beispielsweise Gehaltsangaben können Sie lieber im Nachgang klären, wenn diese nicht direkt angegeben werden sollen.

Rubriklistenbild: © PhotoDoc/Imago

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