Arbeitszufriedenheit

Studie zur Arbeitszufriedenheit: Jeder Fünfte will den Job wechseln

Krisen, wie die Corona-Pandemie oder der Ukraine-Krieg, wirken sich auch auf die Arbeitszufriedenheit aus. Wie die gerade aussieht, geht aus einer Studie hervor.

Was beschäftigt die Menschen, die den Arbeitsmarkt prägen? Welche Bedürfnisse haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und welche die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber? Um die Prozesse zu verstehen, zu begleiten und auch beeinflussen zu können, untersucht die Personalvermittlung Avantgarde Experts in einer Studie die Arbeitszufriedenheit in Deutschland. Jedes Jahr wird auch ein spezieller Fokus gesetzt. In diesem Jahr wurde besonders auf die Arbeitszufriedenheit in Krisenzeiten geachtet.

Die letzten sechs Jahre sind in unserer Gesellschaft von unfassbarer Veränderung geprägt, vielleicht so schnell, wie lange nicht mehr – aber die nächsten fünf, sechs Jahre werden mindestens von gleichstarker Veränderung geprägt sein.

Philipp Riedel, CEO Avantgarde Experts, im Gespräch mit IPPEN.MEDIA
Die Studie zur Arbeitszufriedenheit von Avantgarde Experts ist draußen. Rund 57 Prozent haben den falschen Job. (Symbolbild)

Studie zur Arbeitszufriedenheit: Derzeit gibt es viele Gegensätze auf dem Arbeitsmarkt

Die aktuelle Studie zeigt, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerade mit Gegensätzlichkeiten zu kämpfen haben. So hat ein sicherer Job gerade oberste Priorität, trotzdem plant jede/r Fünfte einen Jobwechsel innerhalb der nächsten sechs Monate. Das liege zum einen daran, dass viele Jobs derzeit fehlbesetzt sind, aber weiterhin nach Sicherheit gestrebt werde. Allerdings müssten auch die richtigen Personen mit den richtigen Jobs zusammengebracht werden, so Philipp Riedel. Die Gegensätze, die in unserer Gesellschaft entstehen, werden nach und nach auf dem Arbeitsmarkt gespiegelt, das stellt zusätzlich vor Probleme:

Wir haben Krise, aber Vollbeschäftigung. Wir haben Fachkräftemangel und eine wahnsinnige demografische Entwicklung. Es verändert sich total viel, aber auf der anderen Seite gibt es trotzdem ein großes Bedürfnis nach Sicherheit. Auf der einen Seite wollen Arbeitnehmer:innen viel Geld verdienen, was auch gute Gründe hat. Auf der anderen Seite ist eine hohe Sicherheit gewollt. Das sind alles Dinge, die gab es in der Vergangenheit in der Härte nicht.

Philipp Riedel, CEO Avantgarde Experts, im Gespräch mit IPPEN.MEDIA
Philipp Riedel ist CEO von Avantgarde Experts, seit sechs Jahren untersucht er mit seinem Team die Arbeitszufriedenheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Die Arbeitskraft von rund 41 Prozent ist nicht richtig ausgeschöpft – Studie zur Arbeitszufriedenheit

Rund 41 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer denken, dass ihre Arbeitskraft nicht vollkommen ausgeschöpft ist, Teile sagen, dass sie wertvoller für das Unternehmen sein könnten, andere sagen, dass sie sich unterfordert fühlen. Rund 16 Prozent geben an, dass sie sich überfordert fühlen. Besonders, wenn man sich speziell die jüngeren Menschen zwischen 18 und 34 Jahren anschaut, wird ein Problem deutlich, denn in diesem Bereich sagen 47 Prozent, dass ihr Potenzial nicht ausgeschöpft ist. Davon sind demnach die Menschen betroffen, die noch die meiste Zeit ihres Arbeitslebens vor sich haben. Philipp Riedel sieht die Führungskräfte in der Pflicht, das Potenzial der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuschöpfen. In diesem Zusammenhang nennt er einen Dreiklang, der immer wieder aufkomme: „Mitarbeiter kommen wegen des Geldes, bleiben wegen der Aufgabe und gehen wegen der Führungskraft“.

Um die Potenziale der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer voll auszuschöpfen und diese sinnvoll in einer diversen Arbeitswelt zu nutzen, seien „sehr, sehr gut ausgebildete Führungskräfte“ erforderlich. Führungskräfte müssten vor allem auch achtsamer handeln, sie haben derzeit andere Aufgaben zu stemmen, als noch vor ein paar Jahren. Beispielsweise müssten sie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auffangen. In dem Zusammenhang haben sich auch die Ansprüche an Führungskräfte geändert. Rund die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie sich ein klares Leitbild für Krisenzeiten, Mitgefühl und Stärke von den Führungskräften wünschen. Geschuldet sei dies durch die Veränderungen, die auf den Arbeitsmarkt einprasseln, darunter fällt unter anderem das dezentrale Arbeiten. Diese Belastungen sind für die Führungskräfte spürbar, rund fünf Prozent von ihnen gaben in der Studie an, dass sie sich mit ihren Aufgaben überfordert fühlen.

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Studie zur Arbeitszufriedenheit: Neue Generationen auf dem Arbeitsmarkt

Warum das gerade passiert, liege daran, dass neue Generationen auf dem Arbeitsmarkt sind, die nicht mehr an Prestige- oder Leistungssymbolen gebunden sind, die vor allem in der Babyboomer-Generation wichtig waren, so Riedel. Wenn man sich den Durchschnitt anschaue, dann sind viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gut aufgestellt und haben ein Auffangnetz im Hintergrund. Im Fokus würde nicht das Überleben stehen, sondern die Individualität, die Sinnstiftung, New Work und die Mitgestaltung von Wegen aus der Krise, erklärt Riedel im Interview mit IPPEN.MEDIA. Wenn es echte Existenzängste gäbe, dann sehe man das auch vermehrt auf dem Arbeitsmarkt, diese Tendenzen liest Philipp Riedel derzeit nicht aus den Ergebnissen der Studie ab. Im Moment gäbe es viele Möglichkeiten, da der Arbeitsmarkt sehr individuell sei, wenn Menschen da viel nach rechts und links schauen, komme das Gefühl der Unterforderung schnell. Riedel nennt das auch den „Instagram-Effekt“: „Man denkt, die ganze Welt wäre so schön, wie die gestellten Fotos auf Instagram.“

Das spüre man auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Der Mittelstand werde durch die Einflüsse von Start-ups und den Möglichkeiten amerikanischer Firmen unruhig, wie Riedel erläutert, da diese ein ganz anderes Arbeitsumfeld vermitteln. Das könnten diese Firmen in der Form nicht bieten.

Zwölf Fehler, die Reiche niemals machen würden

Symbolbild - Geldkassette
Sie denken, Millionäre werden schon reich geboren? Weit gefehlt, denn viele von ihnen haben ganz klein angefangen und sich ihren Erfolg hart erarbeitet. Was sie anders machen als Otto-Normal-Verbraucher? Sie vermeiden vor allem diese Fehler: © Daniel Karmann/dpa (Archivbild/Symbolbild)
Sparen, sparen, sparen: Wer fleißig Geld auf die Seite legt, aber nur mittelmäßig verdient, wird nie reich werden.
Sparen, sparen, sparen: Wer fleißig Geld auf die Seite legt, aber nur mittelmäßig verdient, wird nie reich werden. Entscheidend ist, dass Ihr Einkommen größer wird. Reiche Menschen haben immer mehrere Einnahmequellen, deshalb sollten Sie sich ein paar zusätzliche Möglichkeiten suchen, Geld zu verdienen.  © IMAGO / YAY Images
Selbst Millionäre haben mit einem kleinen Auto angefangen.
Über die eigenen Verhältnisse leben: Wer mehr ausgibt, als er verdient, wird nie reich werden. Selbst Millionäre haben mit einem kleinen Auto angefangen. Geld haben kommt schließlich von Geld behalten. © IMAGO / MiS
Wer endlich richtig Geld verdienen will, darf sich nicht mit einem Standard-Lohn zufrieden geben.
Sich mit einem durchschnittlichem Gehalt zufrieden geben: Wer endlich richtig Geld verdienen will, darf sich nicht mit einem Standard-Lohn zufrieden geben. Erfolgreiche Menschen lassen sich nach Leistung bezahlen - oder machen sich gleich selbstständig. © K. Schmitt/IMAGO/Fotostand
Der beste Weg, sein Geld für sich arbeiten zu lassen, ist es sinnvoll anzulegen.
Nicht investieren: Der beste Weg, sein Geld für sich arbeiten zu lassen, ist es sinnvoll anzulegen. Laut Insidern investieren Millionäre jährlich etwa 20 Prozent ihres Einkommens. Dafür müssen Sie aber kein Finanzexperte sein. Wer sich richtig informiert, kann schon mit kleinen Summen erfolgreich sein, ohne ein großes Risiko eingehen zu müssen. © IMAGO / serienlicht
Reiche Menschen überwinden ihre Ängste und gehen überschaubare Risiken ein, um Erfolg zu haben.
Es sich bequem machen: Wer ständig in seiner Komfortzone bleibt und keinerlei Unsicherheiten riskiert, wird es nicht über die Mittelklasse hinaus schaffen. Reiche Menschen überwinden ihre Ängste und gehen überschaubare Risiken ein, um Erfolg zu haben. © Davor Puklavec/Pixsell/Imago
In den Tag hinein leben: Egal ob es darum geht ein Haus zu kaufen oder sein Geld zu vermehren - reiche Menschen stecken sich Ziele und verfolgen sie auch. Denn planlos in den Tag hineinleben bringt niemanden weiter. 
In den Tag hinein leben: Egal, ob es darum geht ein Haus zu kaufen oder sein Geld zu vermehren - reiche Menschen stecken sich Ziele und verfolgen sie auch. Denn planlos in den Tag hineinleben bringt niemanden weiter.  © IMAGO / Paul von Stroheim (Symbolbild)
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Nicht an sich glauben: Der Durchschnittsverdiener denkt, dass Reiche nur durch glückliche Zufälle reich werden. Das ist fatal, denn wer nicht an sich glaubt, wird es nie schaffen. Deshalb: „Think Big“! © Imago/serienlicht
Erfolgreiche Menschen lernen ihr Leben lang und setzen sich immer neue Ziele.
Sich auf seinen Lorbeeren ausruhen: Erfolgreiche Menschen lernen ihr Leben lang und setzen sich immer neue Ziele. © Imago/serienlicht
Schnelle Entscheidungen sind das A und O, wenn Sie im Leben voran kommen wollen.
Zögern und zaudern: Schnelle Entscheidungen sind das A und O, wenn Sie im Leben voran kommen wollen. Wer ständig Entscheidungen hinauszögert oder immer wieder ändert, verbleibt im Mittelmaß. © Bihlmayerfotografie/Imago
Reiche Menschen starten ihre Projekte sofort - und nicht, wenn vielleicht irgendwann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.
Prokrastination: Reiche Menschen starten ihre Projekte sofort - und nicht, wenn vielleicht irgendwann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Denn den gibt es nie.  © Nikolas Kokovlis/IMAGO / NurPhoto
Der wichtigste Punkt beim reich werden - nicht aufgeben!
Aufgeben: Der wichtigste Punkt beim reich werden - nicht aufgeben! Die meisten fangen ihre Projekte mit viel Elan an und straucheln schon beim ersten Hindernis. Reiche Menschen stehen immer wieder auf und lassen sich von nichts aufhalten. © Andrey Popov/Imago/Panthermedia

Studie zur Arbeitszufriedenheit: „Eine erstaunlich stabile Entwicklung“

Allgemein beschreiben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu 68 Prozent, dass sie eher bis vollkommen zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen sind. Das sind im Vergleich zu den Ergebnissen aus dem Jahr 2019 rund vier Prozent weniger. Wenn man sich die „Vielzahl an Krisen“ und die „unstetigen Umweltfaktoren“ anschaue, dann sei das „eine erstaunlich stabile Entwicklung“, wie Riedel in der Studie zitiert wird.

Studie zur Arbeitszufriedenheit: Ein Blick in die Zukunft – was könnte in rund fünf Jahren sein?

Sollten die Kriterien, die die Arbeitszufriedenheit beschreiben, gleich bleiben – das sind Gehalt, Flexibilität und Kommunikation – dann nimmt die Arbeitszufriedenheit in den kommenden Jahren eher ab, prognostiziert Philipp Riedel. Grund dafür sei, dass die Arbeitskraft sich weiterhin verknappe, das strapaziere die Arbeitslast des Einzelnen, die dann daran scheitern. Aufträge würden vermehrt abgelehnt werden, da keine Kapazität da sei, dies komme durchaus jetzt schon vor, würde sich aber dann häufen. Die erhöhte Arbeitslast des Einzelnen kann auch damit verbunden sein, dass sie in falschen Jobs stecken: „Dass sie vielleicht Routineaufgaben machen, aber im kreativen Bereich viel besser aufgehoben wären und andersherum“, so Riedel. In der aktuellen Studie sieht man, dass derzeit rund 57 Prozent den falschen Job innehaben.

Einige könnten persönliche Gewinne aus dieser veränderten, diversen Arbeitsumgebung ziehen, die breite Masse wird sich damit schwertun, erklärt Riedel. Alles hänge aber auch davon ab, wie es mit dem Reichtum und den staatlichen Verpflichtungen weitergehe. Sicher sei allerdings: „Wir müssen lernen, gute Krisenmanager zu werden“, so Riedel, denn eine Zeit ohne Krise(n) in der Gesellschaft oder auf dem Arbeitsmarkt werde es nicht (mehr) geben.

Rubriklistenbild: © Gustafsson/Imago

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