Kopf frei für die Arbeit

Arbeit: Blockaden lösen und den Ablauf neu strukturieren – der Hemingway-Effekt hilft

Sie wissen nicht, wo Ihnen der Kopf steht – welches Problem sollten Sie direkt angehen? Der Hemingway-Effekt kann Ihnen helfen, Arbeitsblockaden zu lösen.

Sollen Sie zuerst die Präsentation weiterbearbeiten oder lieber doch die ganzen E-Mails in Ihrem Postfach beantworten? Sie wissen vor lauter Arbeit nicht, wo Sie anfangen sollen und fühlen sich blockiert. Dieses Problem ist nicht ungewöhnlich – Sie können aber dagegen angehen. Sinnvoll kann es zum Beispiel sein, kleine Änderungen in Ihrem Arbeitsalltag vorzunehmen. Eine Hilfe ist der sogenannte Hemingway-Effekt, wie das Portal Karrierebibel beschreibt.

Sie vermeiden Arbeitsblockaden, wenn Sie Ihre Arbeit unterbrechen, wenn Sie im Flow sind. (Symbolbild)

Blockaden bei der Arbeit lösen – mit dem Hemingway-Effekt

Die Methode, die Arbeitsblockaden verhindern soll, geht auf den Schriftsteller Ernest Hemingway (1899-1961) zurück. Dieser soll mit seiner Herangehensweise Arbeits- und Schreibblockaden umgangen sein. Der Grundgedanke des Hemingway-Effekts ist, dass Sie Ihre Arbeit dann unterbrechen, wenn Sie gerade mittendrin sind. Sie sollten also gerade genau wissen, wie es weitergeht und ein Ende in Sicht haben. In diesem Moment sind Sie im Flow und laut Hemingway können Sie dann perfekt wieder nach einer Pause einsteigen.

NameErnest Miller Hemingway
Geboren 21. Juli 1899 in Oak Park, Illinois
Verstorben 02. Juli 1961 in Ketchum, Idaho

Einem Kollegen soll Hemingway damals gesagt haben: „Am besten hört man immer dann auf, wenn es gut läuft und man weiß, wie es weitergeht. Wenn Sie das jeden Tag tun, werden Sie nie stecken bleiben.“ Bei Hemingway war diese Aussage auf das Schreiben der Romane bezogen, Wissenschaftler haben allerdings herausgefunden, dass dies auch auf andere Aufgabenbereiche übertragen werden kann. Damit wurde der Hemingway-Effekt begründet. Die Wissenschaftler Yoshinori Oyama, Emmanuel Manalo und Yoshihide Nakatani haben 2018 in einer Studie mit 260 Studenten den Hemingway-Effekt bestätigt. Es wurde gezeigt, dass man motivierter ist, eine Aufgabe zu beenden, wenn diese zur Hälfte fertig ist.

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Hemingway-Effekt: Nach einer Pause den Plan weiterverfolgen – Sie umgehen Arbeitsblockaden

Es klingt erst einmal ungewöhnlich, die Arbeit mittendrin zu unterbrechen. Das kann aber sehr hilfreich sein, denn wenn Sie wieder an den Arbeitsplatz kommen, dann können Sie einfach das Ziel verfolgen, worauf Sie schon hingearbeitet haben. Der Vorteil: Sie verlieren sich so nicht in vermeintlich kleineren Aufgaben, weil Sie gerade keinen neuen Anfang finden. Ein anderer Trick für mehr Effizienz bei der Arbeit ist die Pomodoro-Technik.

Arbeitsblockade: Die Vorteile des Hemingway-Effekts

  • Einfache Umsetzung: Sie brauchen keinen Kurs o.Ä. zu besuchen. Sie können die Methode einfach ausprobieren, vielleicht schon heute, bevor Sie Mittagspause machen.
  • Gesteigerte Produktivität: Der Hemingway-Effekt steigert Ihre Produktivität und die Effizienz – Sie verlieren nicht unnötig Zeit, weil Sie sich zu lange in Aufgaben hineindenken müssen. Insgesamt nutzen Sie Ihre Zeit besser und erreichen bessere Ergebnisse mit weniger Aufwand.
  • Motivation: Sie sind motivierter, weil Sie ein Ziel vor Augen haben und wissen, wie Sie Ihre Aufgabe beenden wollen. Der Abschluss der Aufgabe ist vermutlich nicht weit entfernt und so setzen Sie sich mit mehr Elan daran.
  • Bessere Ergebnisse: Sie liefern eine qualitativ bessere Arbeit ab – Fehler und Dopplungen werden vermieden.

Neun Dinge, die jeder heimlich im Büro macht

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Der Feierabend steht bevor und Sie haben es eilig, weil Sie noch verabredet sind? In solchen Momenten ist der Geschirrspüler in der Büroküche leider schnell mal vergessen, der eigentlich ausgeräumt werden sollte. © IMAGO / IlluPics (Symbolbild)

Arbeitsblockade: Vier Tipps für den Hemingway-Effekt

Nicht auf alle Aufgaben lässt sich der Hemingway-Effekt anwenden, auf einige allerdings schon. Wenn Sie beispielsweise in Mittagspause gehen oder sich einen Kaffee holen – das sind diese kleinen Arbeitsunterbrechungen, die sich dafür eignen, den Hemingway-Effekt auszuprobieren. Das Portal Karrierebibel hat Tipps zusammengefasst:

  • Machen Sie Pausen nicht zu früh: Wenn Sie noch den Großteil der Arbeit vor sich haben, bietet sich der Hemingway-Effekt nicht an. Versuchen Sie es mal, wenn Sie schon etwas mehr als 50 Prozent bei diesem Aufgabenteil geschafft haben.
  • Machen Sie nicht zu viele Pausen: Setzen Sie die Methode gezielt ein, beispielsweise eignet sich für den Einstieg, den Effekt am Ende des Arbeitstages auszuprobieren. Damit schauen Sie, ob Sie am nächsten Tag wieder gut hereinkommen. So soll auch Hemingway seine Methode genutzt haben.
  • Notieren Sie sich, wie es weitergeht: Schreiben Sie kurz stichpunktartig auf, wie Sie die Aufgabe beenden wollen. Das ist eine gute Erinnerung für Sie, damit Sie direkt sinnvoll wieder einsteigen können.
  • Hören Sie auf, wenn Sie im Flow sind: Wenn Sie gerade ein Tief haben, dann hilft Ihnen der Hemingway-Effekt nicht. Warten Sie mit einer Pause, bis Sie richtig im Thema sind.

Rubriklistenbild: © William Perugini/Imago

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