Wechselwirkungen möglich

Schilddrüsenunterfunktion und Pille: Wechselwirkungen des Verhütungsmittels mit L-Thyroxin sind möglich

Besonders Frauen, die mit der Pille verhüten, und zusätzlich L-Thyroxin aufgrund einer Erkrankung der Schilddrüse einnehmen, sollten die Wechselwirkungen kennen.

Menschen, die unter einer Schilddrüsenunterfunktion, einer chronischen Entzündung der Schilddrüse (Hashimoto) oder einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, haben nicht selten mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Verstopfung oder Haarausfall zu kämpfen. In etlichen Fällen muss erst einige Zeit vergehen, bis Betroffene eine verlässliche Diagnose erhalten. Viele Menschen vermuten keine Erkrankung der Schilddrüse als Ursache, gehen entsprechend nicht zum Arzt oder – obwohl sie in ärztlicher Betreuung sind – wird die Schilddrüse nicht untersucht.

Erhalten Betroffene dann eine entsprechende Behandlung auf Basis eines hormonellen Präparates, können die Beschwerden und Symptome durch die kranke Schilddrüse recht schnell minimiert werden. Wichtig ist immer, die Einnahme des künstlichen Schilddrüsenhormons auf andere Medikamente wie Blutdrucksenker (Betablocker), die eingenommen werden, abzustimmen. So hat beispielsweise auch eine hormonelle Schwangerschaftsverhütung mit der Pille Einfluss auf die Wirkung von Thyroxin.

Thyroxin: Wo eine Wirkung ist, können auch immer Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sein

Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme der Pille mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin. (Symbolbild)

Die Schilddrüse mit ihren lebenswichtigen Hormonen Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4) nimmt auf eine Vielzahl von wichtigen Stoffwechselprozessen im Körper Einfluss. Werden beispielsweise zu wenig T3 und T4 produziert, zeigen sich bei Betroffenen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Eine Therapie mit dem künstlichen Schilddrüsenhormon L-Thyroxin kann das Ungleichgewicht der Botenstoffe ausgleichen. Nicht in jedem Fall muss das Schilddrüsenhormon lebenslang eingenommen werden. Denn wo eine Wirkung ist, kann es auch immer zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen durch Thyroxin kommen.

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Schilddrüsenunterfunktion: Elf Lebensmittel können bei Hashimoto helfen

Rote Paprika
Hashimoto-Patienten sollten vor allem auf entzündungshemmende Lebensmittel setzen. Paprika zählt zu den Gemüse- und Obstsorten, die Vitamin C (Ascorbinsäure) enthält. Auch Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Fenchel, Sanddorn, Hagebutte, Kiwi, schwarze Johannisbeeren und Zitrusfrüchte eignen sich gut. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/IMAGO
Olivenöl wird aus einer Karaffe getropft.
Pflanzenöle wie Olivenöl, aber vor allem auch Weizenkeimöl und rotes Palmöl liefern Vitamin E und sind deshalb bei Hashimoto empfehlenswert. Es handelt sich zudem um Antioxidantien, die recht hitzebeständig sind.  © zidi/Panthermedia/IMAGO
Äpfel
Bei Hashimoto sind Gemüse- und Obstsorten in den Farben rot, blau oder violett besonders empfehlenswert. Dazu zählen Äpfel, Beeren, Granatäpfel, Kirschen und Pflaumen. Sie enthalten Polyphenole. Diese Antioxidantien kommen besonders in den Blättern von Pflanzen vor. Auch Oliven und Olivenöl, Soja, Getränke wie Grüntee, Kaffee, (dunkler) Kakao, Rotwein und viele Gewürze wie Oregano, Zimt enthalten sie. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/IMAGO
Eine Kiste mit roten Tomaten
Neben Papaya, Grapefruit, Karotten, Feldsalat, Grünkohl und Wassermelonen liefern auch Tomaten Carotinoide wie Lycopin und Beta-Carotin. Sie zählen ebenfalls zu den Antioxidantien. Reife Tomaten enthalten viel Lycopin, Dosentomaten und Tomatenmark sogar noch wesentlich mehr. © Maksim Konstantinov/IMAGO
Ananas liegt auf Untergrund
Ananas enthält Bromelain, das nicht nur entzündungs-, sondern auch gerinnungshemmend ist.  © YAY Images/IMAGO
Löffel mit Kurkuma.
Kurkuma (Gelbwurz) und Currypulver liefern Curcumin. Es hilft nicht nur bei Hashimoto, sondern insbesondere auch bei Arthrose, da es schmerzlindernd ist. Es soll zudem auch Krebs hemmen.  © Hans-Joachim Schneider/IMAGO
Chillischoten
Chili- und Paprikaschoten enthalten Capsaicin. Dabei handelt es sich um ein in verschiedenen Paprikasorten natürlich vorkommendes Alkaloid, das schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirkt. © Georg Schierling/IMAGO
Eine Hand hält einen Bund Hagebutten.
Hagebutte, die ganze Frucht als Pulver – nicht im Hagebuttentee, liefert Galaktolipide. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung. Allerdings sind sie fettlöslich und zerfallen bei Erhitzen über 40 Grad. Als Marmelade haben die Hagebutten deshalb weniger heilende Eigenschaften. © F. Hecker/Imago
Frau füllt eine Tüte mit Walnüssen.
Walnüsse enthalten neben Leinsamen, Leinöl, Chia-Öl, Walnussöl, Rapsöl sowie verschiedenen Fischarten (z.B. Lachs, Hering, Makrele, Sardelle) Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken entzündungshemmend und sind deshalb gerade für Hashimoto-Patienten essenziell. Zudem können sie bei bei regelmäßiger Einnahme nachweislich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.  © David Munoz/IMAGO
Ein Bauer zeigt auf einem Markt einem Kunden Knoblauch in seiner Hand.
Knoblauch und Zwiebeln enthalten Sulfide und wirken antibaktierell und gefäßschützend. © Liang Sen/IMAGO
Mandeln
Mandeln wirken ebenfalls entzündungshemmend und liefern neben anderen Lebensmitteln Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Zink, Eisen, Selen. Diese erhalten Sie auch über dunkles Kakaopulver, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Sesam, Vollkorngetreide, Kürbiskerne, Spinat, Beerenobst, Geflügel, Lachs, Leber und dunkelgrünes Blattgemüse. © IMAGO/Alex Salcedo

Schilddrüsenhormon Thyroxin: Wechselwirkung mit der Pille beachten

Patienten sollten mit ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen, welche Präparate, Medikamente oder auch Nahrungsergänzungsmittel sie zusätzlich einnehmen. Es könnte sein, dass es mit anderen Mitteln zu Wechselwirkungen kommt und dadurch die Wirkung des Thyroxin geschwächt oder verstärkt wird. Dies betrifft auch Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung oder Hormonersatztherapie.

Wenn Sie östrogenhaltige Hormonpräparate, wie die „Pille“, oder Hormone durch die Wechseljahre einnehmen, kann der Bedarf an Schilddrüsenhormonen steigen. Eine gleichzeitige Behandlung von Thyroxin und hormonellen Kontrazeptiva sollte in jedem Fall mit Ihrem Frauenarzt oder Endokrinologen besprochen sowie begleitet werden. Möglicherweise muss die Gabe von L-Thyroxin angepasst werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Ale Ventura/Imago

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