Ohne Brille unterwegs

Gut sehen ohne Sehhilfe: Wie gut sind Ortho-K-Linsen, die man nur nachts trägt?

Sie sehen schlecht, möchten tagsüber aber keine Brille und auch keine Linsen tragen? Dann könnten Orthokeratologie-Linsen das Richtige für Sie sein.

Die Brille rutscht, die Linsen fühlen sich im Auge an wie ein Fremdkörper: Menschen mit Sehschwäche kennen diese Probleme oft nur zu gut. Doch es gibt eine Lösung: sogenannte Orthokeratologie-Linsen, kurz Ortho-K-Linsen. Diese werden nur nachts getragen und lassen tagsüber scharf sehen. Wie das funktioniert? Die formstabilen, hoch sauerstoffdurchlässigen Ortho-K-Linsen modellieren die Hornhaut gezielt über Nacht, was Fehlsichtigkeit im Schlaf korrigiert. Wie der Verein Kuratorium Gutes Sehen e.V. (KGS) weiter informiert, können Ortho-K-Linsen von Kurzsichtigen, Menschen mit Alterssichtigkeit und Menschen mit einer leichten Hornhautverkrümmung getragen werden.

„Mit den sogenannten Ortho K Linsen können Fehlsichtige von +2,00 Dioptrien bis -8,50 Dioptrien und einem Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) bis zu 2,5 Dioptrien über Nacht ihre Sehfähigkeit wieder erlangen. Somit müssen Sie tagsüber keine Sehhilfen wie Brille oder „normale“ Kontaktlinsen mehr tragen“, heißt es auf der Webseite eines Münchner Optikers. Die Linsen müssten nur einmal jährlich gewechselt werden. Klingt unkompliziert – doch es gibt auch Haken.

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Nachtlinsen korrigieren die Sehschwäche in der Nacht.

Ortho-K-Linsen nicht für Weitsichtige geeignet

Fehlsichtigkeiten lassen sich mit den Nachtlinsen nicht dauerhaft korrigieren. Lässt man sie über einen längeren Zeitraum weg, kehrt die Sehschwäche zurück. Für Weitsichtige sind die Ortho-K-Linsen eher nicht geeignet: „Die Wirkung der Nachtlinsen ist bei der Korrektur von Weitsichtigkeit allerdings eingeschränkt“, heißt es vonseiten des Augenarztzentrums Zürich.

Übungen für die Augen

Im Buch „Kleine Augenschule. Kompakt-Ratgeber: Übungen und Tipps für gesundes und lebendiges Sehen“ (werblicher Link) zeigt Autor Wolfgang Hätscher-Rosenbauer auf, wie man mit einfachen Mitteln Sehbeschwerden vorbeugen und den Augen Gutes tun kann.

Ortho-K-Linsen sind in der Anpassung aufwendiger als herkömmliche Linsen, wie die KGS informiert. Speziell geschulte Augenoptikern und Optometristen oder Augenärzte sind hier die richtigen Ansprechpartner. Auch die Kostenfrage stellt sich bei Ortho-K-Linsen. Diese kosten dem Mitteldeutschen Rundfunk zufolge im Schnitt zwischen 600 und 900 Euro. Zusätzlich sind jährlich rund 150 Euro für spezielle Pflegemittel fällig.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Im Laufe des Tages nimmt die Hornhaut wieder ihre alte Form an, die Fehlsichtigkeit kommt zurück. Das sollten Nutzer von Ortho-K-Linsen immer berücksichtigen, wenn sie etwa abendliche Autofahrten vor sich haben. Das Tragen einer Brille oder von Linsen kann nötig werden – vor allem in der Anfangsphase der Nachtlinsen-Nutzung. Nach einem Monat hat sich das Auge allerdings auf die Sehhilfe eingestellt, so das Kuratorium Gutes Sehen.

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Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de

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