Gesundheit

Lebererkrankung greift um sich – Folgen können schwerwiegend sein

Unbemerkt und unbehandelt kann auch eine nicht-alkoholische Fettleber zu Leberkrebs führen.
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Unbemerkt und unbehandelt kann auch eine nicht-alkoholische Fettleber zu Leberkrebs führen.

In Deutschland erkranken immer mehr Erwachsene und auch Kinder an einer nicht-alkoholischen Fettleber. Die Folgen einer Erkrankung können verheerend sein.

Essen – Die nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) ist laut der Deutschen Leberstiftung weltweit die häufigste Lebererkrankung. In Deutschland sei bereits jeder vierte Bürger über 40 betroffen und auch jedes dritte übergewichtige Kind leide an der Krankheit – mit steigender Tendenz. Unbehandelt kann die NAFL schwere Folgen haben.

Fettleber-Entzündung als Ursache von Krebserkrankungen

Der Name Fettleber spricht für sich: Die Leber lagert meist über einen langen Zeitraum unbemerkt Fett ein und schwillt dabei immer weiter an. Es wird dabei zwischen einer alkoholischen (übermäßiger Alkoholkonsum als Ursache) und nicht-alkoholischen Fettleber unterschieden. Auch die nicht-alkoholische Fettleber kann nach Angaben der Deutschen Leberstiftung zu einer Fettleber-Entzündung (NAFLD) führen. Diese Entzündung der Leber könne wiederum eine Leberzirrhose* oder Leberkrebs verursachen. Die NAFLD sorge zudem dafür, dass das Risiko für Brustkrebs bei Frauen, für Genitalkrebs bei Männern und für Hautkrebs unabhängig vom Geschlecht leicht ansteige.

Die nicht-alkoholische Fettleber-Entzündung werde von Experten als sogenannte Indikator-Erkrankung eingestuft: „Man stirbt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, wenn man eine Fettleber-Entzündung hat. Die Fettleber-Entzündung – oder bereits die Diagnose Fettleber – kann somit auch als ein Hinweis für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung gesehen werden“, heißt es bei der Leberstiftung.

Symptome und Diagnose einer Lebererkrankung

Eine Fettleber-Entzündung kann auf verschiedene Arten behandelt werden. Allerdings liege derzeit eine Schwierigkeit darin, die Fettleber zu diagnostizieren. Denn es gebe meistens keine fettleberspezifischen Symptome, wie die Stiftung informiert. Wie bei Lebererkrankungen allgemein treten demnach häufig nur Abgeschlagenheit und Müdigkeit als unspezifische Symptome auf. Manch Betroffener berichte über ein leichtes Druck- oder Völlegefühl im rechten Oberbauch. Eine Blutuntersuchung und ein Ultraschall der Leber können jedoch einen sicheren Befund liefern.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und weitere Organisationen und Fachgesellschaften fordern in einem gemeinsamen Positionspapier eine Verbesserung der Frühdiagnose. Um eine effektive Früherkennung zu gewährleisten, sehen sie die Einführung eines Diag­nosepfades vor, mit dessen Hilfe Risikopatienten für eine NAFLD bereits in der hausärztlichen Praxis identifiziert werden können, heißt es auf aerzteblatt.de. In die Risikobewertung sollen dabei Vor- oder Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ebenso wie bestimmte Standard-Leberblutwerte einfließen. Damit steige die Chance, eine Fettlebererkrankung so frühzeitig zu erkennen, dass Schäden sich vermeiden oder sogar wieder rückgängig machen ließen.

Ursachen und Vorbeugung der nicht-alkoholischen Fettleber

Die Leberverfettung sei eine Zivilisationskrankheit, die sich immer weiter ausbreite. Ihre Ursachen liegen großteils in der Lebensweise: falsche Ernährung, besonders zu viele Kohlenhydrate, und mangelnde Bewegung – was in Zeiten des Homeoffice noch begünstigt wird. Übergewicht, aber auch Alkoholmissbrauch (alkoholische Fettleber) und bestimmte Medikamente begünstigen die Krankheit, berichtet der NDR. Allerdings seien auch schlanke Menschen nicht vor einer Fettleber gefeit. Eiweißmangel könne die Leber ebenfalls auf Dauer verfetten lassen. Das Risiko erhöhe sich auch während der Schwangerschaft, nach einer teilweisen Leberentfernung oder nach Operationen, die Teile des Dünndarms ausschalten.

Im Umkehrschluss lässt sich mit einer bewussten Ernährung und ausreichend Bewegung einer nicht-alkoholischen Fettleber vorbeugen. Um auf die Verbreitung der nicht-alkoholischen Fettleber aufmerksam zu machen, stand die Erkrankung dieses Jahr auch im Fokus des Weltgesundheitstages. Die DGVS fordert in ihrem Positionspapier zudem in der Politik mehr Aufmerksamkeit für diese Krankheit sowie eine Kostenübernahme für gewichtsreduzierende Maßnahmen. *giessener-allgemeine.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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