"Cut the Candy"

Krass: Bloggerin isst ein Jahr keinen Zucker - so erging es ihr

Keine Kekse, kein Kuchen – und auch kein Lebkuchen? Diese junge Frau ist seit einem Jahr auf Zucker-Entzug. Mit überraschenden Folgen für ihre Gesundheit.

Es scheint, dass Diät-König Low Carb allmählich von einem neuen Trend abgelöst wird – 2017 steht ganz im Zeichen des neuen Ernährungshypes "Zuckerfrei". Johanna Böshans ist eine Diät-Jüngerin, die dem weißen "Gift" abgeschworen hat. Seit einem Jahr verzichtet sie konsequent auf raffinierten Zucker – und schreibt über die Erlebnisse auf ihrem Blog "Cut the Candy" (dt.: "Verzichte auf Süßes"), den sie mit ihrer Kollegin Aline führt.

"Cut the Candy": Eine Bloggerin wagt das Experiment - und lebt seit einem Jahr ohne Zucker

Darin verrät sie, wie es ihr seitdem erging – und welche Veränderungen sie an sich wahrgenommen hat. Doch warum hat sich die zierliche Journalistin überhaupt dazu entschieden? Schließlich springen viele nur auf solche Diättrends auf, wenn sie abnehmen wollen. Doch für die Münchnerin geht es um viel mehr – und zwar um ihre Gesundheit.

"Ich leide an der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto. Vor einem Jahr ging es mir ziemlich schlecht: Ich war oft müde, hatte Haarausfall, schlechte Haut und mein Gewicht schwankte ständig. Deshalb riet mir mein Arzt, für einige Zeit auf Zucker zu verzichten", verrät sie gegenüber kochrezept.de. Zudem habe sie vor ihrem Zuckerfrei-Versuch bereits Weizenmehl aus ihrer Ernährung gestrichen.

Schnell merkte sie, dass es ihr schon nach einem Monat körperlich viel besser ging, wenn sie die Süßigkeiten oder den Zucker im Kaffee wegließ. "Meine Haut wurde wieder schön, mir fielen keine Haare mehr aus und ich nahm nicht mehr unkontrolliert zu. Und der Zuckerverzicht machte sich natürlich auch auf gesundheitlicher Ebene bemerkbar: Meine Blutwerte waren auf einmal stabil. Davor musste ich monatlich zur Kontrolle und meine Medikamente anpassen lassen. Mittlerweile muss ich nur noch alle vier Monate zum Arzt und die Dosis wurde seit einem Jahr nicht mehr verändert."

Viel Arbeit für viel Gesundheit: Bloggerin stabilisiert mit Zucker-Detox ihre Schilddrüsenerkrankung

Entzugserscheinungen habe sie allerdings nicht gehabt. Ihr Körper sei regelrecht dankbar für die Zuckerkur gewesen, erinnert sich die 28-Jährige. Doch es sei ihr anfangs schwer gefallen, versteckte Zuckerfallen in Lebensmitteln, darunter sogar Naturjoghurt oder Käse, zu entlarven. "Mittlerweile weiß ich zum Beispiel, dass man die versteckten Zuckerzusätze meistens an der Endung "-ose", z.B. Dextrose (Traubenzucker), erkennt und E-Nummern nie etwas Gutes bedeuten."

Zudem sei es nun auch aufwändiger, wenn man ständig zuerst das Kleingedruckte lesen muss: "Wenn man sich alle Inhaltsstoffe auf der Rückseite eines Produktes durchliest, braucht man natürlich länger als 15 Minuten zum Einkaufen." Doch am schwierigsten sei es gewesen, gibt Böshans zu, dass sie wegen ihres Weizen- und Zuckerverzichts jetzt nicht mehr einfach so eine Mahlzeit beim Bäcker für unterwegs holen konnte.

"Ich muss meine Mahlzeiten jetzt planen und immer frisch kochen, was natürlich auch ein Zeitaufwand ist. Aber man lernt, damit umzugehen und erfindet so seine Tricks. Statt einer Brezel für den Hunger zwischendurch habe ich jetzt einfach immer ein paar Nüsse oder Mandeln dabei. Und wenn ich völlig uninspiriert bin und nicht weiß, was ich kochen soll, gibt es bei mir eine bunte Gemüsepfanne mit etwas Mandel- oder Erdnussmus – das geht immer!"

Diese Frau hatte genug von der Zuckersucht ihrer Tochter - und setzte sie kurzerhand auf Entzug. Was dann passierte, erfahren Sie hier.

Zuckerfrei-Experiment und die Folgen: Besserer Geschmack und mehr Konzentration

Die Bloggerin ist sogar überzeugt: Wer auf Dauer strikt auf Zucker verzichtet, programmiert seine Geschmacksnerven so um, dass er die natürliche Süße in Lebensmitteln wie Bananen oder auch in Fruchtsaftschorlen viel besser wieder herausschmecken kann. Sie meide sogar Zuckerersatzstoffe wie Honig oder Kokosblütenzucker. Dennoch habe sie nicht das Gefühl, dass sie sich groß einschränkt. Im Gegenteil – sie ist noch immer begeistert von ihrem Zuckerfrei-Experiment:

"Eigentlich wollte ich ja nur ein halbes Jahr auf Zucker verzichten und schauen, was passiert. Mittlerweile ist der Zuckerverzicht für mich zu einer Lebenseinstellung geworden. Mir geht es einfach so viel besser als davor! Ich habe viel mehr Energie. Ich kann mich viel länger konzentrieren als früher, bin disziplinierter und aufmerksamer, wenn es um die Wahl meines Essens geht. Ich achte viel mehr auf Herstellungsweise und Zusatzstoffe – einfach weil ich gemerkt habe, wie viel es ausmacht, wenn man etwas an seiner Ernährung ändert." Auch anderen möchte sie mit ihrem Blog und vielen gesunden Rezepten den Übergang zu einem zuckerfreien Leben erleichtern.

Bloggerin rät: Zuckerfrei leben - aber mit Genuss

Und wenn man doch einmal zu Gummibären greift, sollte man sich nicht mit schlechtem Gewissen bestrafen. "Ich finde, man muss auf seinen Körper hören. Wenn es dich in deiner Lebensqualität einschränkt, wenn du auf Süßigkeiten verzichtest, solltest du das nicht tun. Stattdessen würde ich empfehlen, den Zucker dort zu reduzieren, wo man ihn nicht merkt, zum Beispiel bei Fertigprodukten. Dafür kann man sich dann ganz bewusst ein Stück Kuchen gönnen und muss kein schlechtes Gewissen haben. Ich finde es vor allem wichtig, dass die Leute ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie viel versteckter Zucker in den meisten Lebensmitteln enthalten ist", schließt Böshans.

Lesen Sie auch: Sind sie süchtig nach Zucker? Dann liegt es wohl an Ihrem sechsten Sinn. Was dahinter steckt, erfahren Sie hier.

jp

Schnell schlank und fit: Acht gesunde Zuckeralternativen

Reissirup auf einem Löffel
Die wenigsten kennen ihn, doch Veganer schätzen ihn schon seit langem: den Reissirup. Auf den ersten Blick hat er die gleiche Konsistenz und Farbe wie Honig, doch er ist transparenter. Dennoch kann man mit Reissirup sein Frühstück aufpeppen. Er süßt zwar etwas weniger als Haushaltszucker, hat dafür aber einen leicht karamellartigen Geschmack. Zudem enthält er viele Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen oder Kalzium und hält dank seiner Mehrfachzucker den Zuckerausstoß gering. © J. Pfeiffer/Imago
Kokosblütenzucker in Schale und Kokosnuss
Kokosblütenzucker, auch Kokos- oder Palmzucker genannt, ist dank seines niedrigen glykämischen Index bereits ein Star in der veganen und der Paleo-Community. Deshalb wird er besonders bei Diabetes, hohem Blutdruck oder Herzerkrankungen empfohlen. Der Kokoszucker wird aus dem Nektar der Kokospalme hergestellt und ist ebenfalls reich an diversen Mineralstoffen. Dennoch schmeckt er nicht nach Kokos, sondern hat ebenfalls eine karamellige Note. Man kann ihn 1:1 wie braunen Zucker verwenden. © J. Pfeiffer/Imago
Ahornsirup auf Waffel
Wer schon einmal in den USA oder Kanada war, kennt ihn meist auf Pancakes zum Frühstück: den Ahornsirup. Als gesunde Alternative ist er bei Veganern sehr beliebt. Er wird aus kanadischen Ahornbäumen gewonnen und als Saft eingekocht. Er gilt als natürliches Süßungsmittel und ist in verschiedenen Qualitätsgraden (AA, A, B, C, D) erhältlich. Auch Ahornsirup wird für seine vielen Mineralstoffe und Spurenelemente geschätzt. Zudem sollen darin befindliche Substanzen antioxidativ und entzündungshemmend wirken. © Kia Cheng Boon/Imago
Birkenzucker in Schale und Löffel
Xylit wurde ursprünglich aus Birkenholz gewonnen, deshalb ist er auch als Birkenzucker bekannt. Wie die Krankenkasse AOK weiter informiert, wird er heute allerdings aus Maiskolbenresten, Stroh oder anderen Hölzern hergestellt. Der Zuckeralkohol hat deutlich weniger Kalorien als Zucker. © J. Pfeiffer/Imago
Birkenzucker in Schale und Löffel
Neben Xylit gehört auch Erythrit zu den Zuckeralkoholen und wird als Zuckeraustauschstoff verwendet. Er sieht dem Haushaltszucker ebenfalls gleich und schmeckt süß. Er kommt in natürlicher Form in Käse, Mais oder Obst vor und wird durch Fermentation gewonnen. Erythrit enthält ebenfalls kaum Kalorien und beeinflusst nicht den Blutzucker- oder Insulinspiegel. Daher wird er bei Diabetes oder Übergewicht empfohlen. Allerdings süßt er nicht so stark wie Xylit oder normaler Haushaltszucker. © J. Pfeiffer/Imago
Gesundes Frühstück, Müslischüssel mit Obst
Agavensirup ist ein Süßungsmittel, das aus der Agavenpflanze gewonnen wird. Hier gilt wie bei Apfeldicksaft: Sie sollten das Produkt in Maßen genießen, weil es hauptsächlich aus Fruchtzucker besteht. Agavensirup hat aber weniger Kalorien als Zucker, was ihn zum besseren Diät-Begleiter macht. Auch für die Umwelt ist der Kauf von Agavendicksaft eher schädlich, auch wegen der langen Transportwege. Sie wollen nicht auf Agavensirup verzichten? Greifen Sie in dem Fall am besten zum Bio-Produkt.  © Imago
Griechischer Joghurt mit frischen Früchten steht neben einem Glas voller Honig
Honig gilt seit Menschengedenken als wertvolles Nahrungs- und Heilmittel. Er wird von Bienen aus gesammeltem Nektar von Blüten oder durch Ausscheidungsprodukte verschiedener Läusearten, dem sogenannten Honigtau, produziert. Honig besteht zu 80 Prozent aus reinem Zucker. Heutzutage wird er als Süßungsmittel genutzt und seit der Antike für seine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung bei diversen Erkrankungen gerühmt. © Imago
Stevia wird aus der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana (auch "Süßkraut" oder "Honigkraut" genannt) gewonnen und ist ebenfalls ein natürlicher und beliebter Süßstoff. Er besteht großteils aus den sogenannten Stevioglycosiden und hat weder Kalorien noch Zucker. Daher ist Stevia bei Diabetes, Insulinresistenz und sogar zur Kariesprophylaxe geeignet. Doch Vorsicht: Der Süßstoff ist bis zu 300 Mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker.
Stevia wird aus der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana (auch "Süßkraut" oder "Honigkraut" genannt) gewonnen und ist ebenfalls ein natürlicher und beliebter Süßstoff. Er besteht großteils aus den sogenannten Stevioglycosiden und hat weder Kalorien noch Zucker. Daher ist Stevia bei Diabetes, Insulinresistenz und sogar zur Kariesprophylaxe geeignet. Doch Vorsicht: Der Süßstoff ist bis zu 300 Mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker. © Marijan Murat/dpa

Rubriklistenbild: © Instagram/cut_the_candy

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