Zu schneller Herzschlag

Höherer Puls bei Hitze? Wie die Temperaturen den Herzschlag beeinflussen – Sportler sollten eine Regel kennen

Die Sonne lacht: Im Sommer macht das Training den meisten mehr Spaß als im Winter. Doch hohe Temperaturen können unseren Körper immens belasten und den Puls in die Höhe treiben.

Die Sonnenanbeter unter uns können nicht genug bekommen vom Sommer. Endlich keine lästige Jacke mehr anziehen, bis in die Puppen im Freien sitzen und die Stempelkarten in der Eisdiele voll machen: Ein Traum für viele, der am besten nie zu Ende gehen soll. Doch die heißen Monate haben auch ihre Schattenseiten. So steigt etwa das Risiko, einen Hitzschlag zu bekommen, enorm. Und auch Kreislaufprobleme nehmen zu, wenn das Thermometer die 30 Grad Celsius-Marke übersteigt.

Um die Wärme auszugleichen, hat unser Körper aber allerhand Regulationsmechanismen in Petto. So sondern Schweißdrüsen Flüssigkeit ab, um den Körper herunterzukühlen. Außerdem sorgt Hitze dafür, dass sich die Blutgefäße erweitern. Dadurch gelangt mehr Blut in die Haut, was zur Folge hat, dass körpereigene Wärme an die Umgebung abgegeben wird. Geweitete Blutgefäße führen auch dazu, dass der Blutdruck sinkt. Und das kann zu potenziell gefährlichen Kreislaufproblemen führen. Daher sollten vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Ältere regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren und Auffälligkeiten mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Wo der Blutdruck bei Hitze sinken kann, berichten viele über einen erhöhten Puls im Sommer. Was das bedeuten kann, lesen Sie weiter unten.

Ihr Puls ist während der Sommermonate höher während des Trainings? Damit sind Sie nicht allein.

Der optimale Puls: Dieser Wert sollte nicht geknackt werden

Was ist eigentlich mit „Puls“ gemeint? Die Deutsche Herzstiftung definiert ihn folgendermaßen: „Als Puls bezeichnet man die Pulswellen, die sich pro Minute an den Arterien – meist am Handgelenk – messen lassen. Sie entstehen durch die Bewegung des Blutes, das bei jedem Herzschlag gegen die Arterienwände gedrückt wird. In der Regel entspricht der Puls der Herzfrequenz, also dem Herzschlag pro Minute“. Der optimale Ruhepuls eines gesunden Erwachsenen liege bei 60 bis 70 Schlägen pro Minute, wie Dr. Barbara Richartz, niedergelassene Kardiologin in München, im Apotheken Umschau-Interview erklärt. „Die Ruheherzfrequenz ist etwas sehr Individuelles. Solange sie aber unter 90 Schlägen pro Minute liegt, ist das in Ordnung“, so die Herzexpertin weiter. Schlägt das Herz bei Erwachsenen mehr als 100 Mal pro Minute, sprechen Mediziner von Tachykardie, umgangssprachlich auch Herzrasen genannt.

Generell gilt dem Mitteldeutschen Rundfunk zufolge: Je niedriger der Puls, desto besser, solange er nicht unter 50 sinkt. Schon ein Ruhepuls von mehr als 70 Schlägen pro Minute gehe mit einem 60 Prozent höheren Risiko für einen vorzeitigen Tod einher, heißt es weiter.

Ursachen für hohen Puls

Ein erhöhter Puls kann verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen:

  • Ein Hitzschlag kann mit starkem Durst, Schwindel, Verwirrtheit, Kopfschmerzen und auch schnellem Puls einhergehen, wie das Klinikum Wels-Grieskirchen informiert.
  • Fieber kann den Puls ebenfalls beschleunigen. Steigende Körpertemperatur hat zur Folge, dass sich die Blutgefäße weiten. Das Herz muss schneller schlagen, damit der Blutdruck nicht abfällt. „Ein Anstieg der Temperatur um ein Grad Celsius erhöht den Ruhepuls um 10 bis 15 Schläge“, zitiert die Apotheken Umschau Dr. Barbara Richartz, Kardiologin in München.
  • Wie die Apotheken Umschau weiter informiert, kann Stress im Körper Hormone freisetzen, die den Pulsschlag beschleunigen.
  • Körperliche Anstrengung hat in der Regel zur Folge, dass Blutdruck und Puls steigen. Die Werte fallen bei gesunden Erwachsenen allerdings nach dem Training wieder auf ein normales Niveau.

Sportarten, die enorm viele Kalorien verbrennen: So erreichen Sie noch schneller Ihre Traumfigur

Frau macht macht HIIT
Schon mal von hochintensivem Intervalltraining, kurz HIT oder HIIT gehört? Dabei handelt es sich um ein Training, bei dem sich nach einer Aufwärmphase sehr fordernde und kurze Trainingseinheiten mit Erholungsphasen abwechseln. Die Übungen können individuell gewählt werden, so können Seilspringen, Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen in das HIIT-Training einfließen. Der Kalorienverbrauch pro Stunde: Bis zu 700 Kilokalorien.  © Imago
Frau schwingt einen Hula-Hoop-Reifen um die Hüfte.
Hula-Hoop: Ein Sport, der in der Corona-Pandemie einen Hype erlebt hat. Und das zurecht: Denn das Reifen schwingen macht nicht nur Spaß, es verbrennt auch Unmengen von Kalorien. 400 bis 600 Kalorien sollen pro Stunde schmelzen, wie der NDR informiert.  © Angel Santana Garcia/Imago
Junge Frau betreibt Seilspringen
Mit einer Runde Seilspringen heizen Sie Ihrem Stoffwechsel mächtig ein - gleichzeitig ist es megaeffektiv, zeitsparend und schweißtreibend. Und das Beste daran: Sie verbrennen bis zu 500 Kilokalorien - und das in nur 30 Minuten. Das schaffen Sie nicht einmal mit Joggen. Hierzu bräuchten Sie eine volle Stunde, um dieselbe Menge zu schaffen. Damit ist Seilspringen die Nummer Eins unter den Fatburner-Sportarten. © Imago
Trampolinspringen in der Gruppe
Keine andere Sportart macht Groß und Klein so viel Spaß wie das Trampolin springen. Das Multi-Fitnesstalent für zu Hause ist für alle diejenigen, die zu faul sind, nach einem anstrengenden Bürotag nochmal außer Haus zu gehen. Und es lohnt sich - denn bereits in den 80er-Jahren konnte die NASA in einer Studie feststellen, dass Trampolin springen dreimal so effektiv wie Joggen ist. Zudem verbessert es Ihre Kondition und die Koordination. Kalorienverbrauch: bis zu 750 Kilokalorien pro Stunde. © Raquel Arocena/Imago
Gruppe während des Tae Bo-Trainings
Sie haben die Nase voll vom schnöden Fitnesstraining an den Geräten im Studio? Beim Tae Bo-Kurs kommt sicherlich keine Langeweile auf. Die dynamische Fitnesssport hält Sie mit Elementen aus Kickboxen und Aerobic mächtig auf Trab - und trainiert Arme und Beine intensiv. Durchhalten wird belohnt - Kalorienverbrauch: Satte 465 Kilokalorien pro Stunde. © Imago
Frau geht nordic walken
Nordic Walking ist ein Sport, den man in jedem Alter machen kann. Und das Tolle: Man braucht nur ein Paar Turnschuhe und zwei Walking-Stecken. Je nach Geschwindigkeit kann man bis zu 450 Kalorien pro Stunde verbrennen.  © Imago
Frau schwimmt in Pool
Die Problematik am Joggen ist oftmals, dass es bei manchen auf die Knie gehen kann. Gelenkschonender ist hier Schwimmen. Zudem ist es besonders für Anfänger, aber auch Senioren oder Übergewichtige optimal geeignet, um fit zu werden oder zu bleiben. Vom Rückenkraulen bis hin zur Wassergymnastik ist für jeden etwas dabei. Kalorienverbrauch: 436 Kalorien pro Stunde bei zügigem Schwimmen. © Ilya Naymushin/Imago
Mann auf einem Spinningrad in seiner Kueche waehrend des Lockdowns in der Corona-Krise
Wenn die Tage wieder kälter werden, dann verlagern Sie doch einfach Ihr Radtraining nach drinnen. In sogenannten Spinning-Kursen kommen Sie richtig ins Schwitzen, haben viel Spaß mit Gleichgesinnten, trainieren Ihre Kondition und verbrennen jede Menge Kalorien. Kalorienverbrauch: 409 Kilokalorien pro Stunde. © Ute Grabowsky/Imago

Schneller Puls während des Trainings: Hitze steigert Risiko

Sport bei Hitze kann problematisch werden. Nämlich dann, wenn der Puls zu weit nach oben getrieben wird. Zum Hintergrund: Neben der guten Durchblutung der Haut werden auch das Herz und andere Muskeln stark durchblutet beim Sport. Die Herzfrequenz steigt infolge, ein höherer Puls bei Hitze ist also normal, heißt es im Themenspezial „Laufen im Sommer“ auf den Seiten von runnersworld. Wichtig sei, während des Trainings bei Hitze, dass bei leichtesten Anzeichen von Kopfschmerzen, Schwindel oder Kreislaufproblemen das Training sofort beendet wird. Außerdem wichtig: Orientieren Sie sich am Puls. Dieser sollte Ihren individuellen Belastungspuls, auch Trainingspuls, nicht überschreiten.

Sie kennen Ihren optimalen Belastungspuls nicht? Auf den Seiten der Praxis für Kardiologie und Prävention von Thomas Gamm und Dr. Franziska Bruhn in Berlin-Zehlendorn wird die Faustformel zur Berechnung des Trainingspulses genannt, die als Orientierungshilfe dienen kann: 180 minus Lebensalter.

Rubriklistenbild: © B. Leitner/Imago

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