Bin ich infiziert?

Coronavirus-Symptome: Ärzte beobachten seltsames Anzeichen – und neuen Übertragungsweg

Bin auch ich infiziert? Viele fragen sich in diesen Tagen: Habe ich mich mit dem Coronavirus angesteckt? Hier finden Sie die Symptome der Lungenkrankheit.

  • Eine neue Form von Lungenkrankheit beunruhigt die Menschen weltweit.
  • Insgesamt wurden bisher über 1.348.100 Covid-19-Fälle weltweit gemeldet. Das Virus breitet sich weltweit aus, weshalb die Weltgesundheitsorganisation WHO Covid-19 zur Pandemie erklärt hat.
  • Verantwortlich für den Krankheitsausbruch ist das Coronavirus*, das sich Forschern zufolge extrem schnell ausbreiten kann. 

Update vom 06.04.2020: Coronaviren bis zu drei Stunden in der Luft aktiv

Eine neue Studie, die im Fachblatt "The New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass Coronaviren bereits durch die Atemluft auf andere übertragen werden können. US-Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass Coronaviren nicht nur durch große Tröpfchen, wie sie etwa beim Husten und Niesen entstehen, übertragen werden: Sie gelangen auch über den feinen Nebel, der jeder Mensch beim Ausatmen ausstößt, in die Luft. Dort können sie bis zu drei Tage infektiös sein, so das Ergebnis der US-amerikanischen Forscher. 

Zur Studie

Update vom 31.03.2020: Neues Coronavirus-Symptom entdeckt

Laut dem britischen Portal Mirror sollen Ärzte in New York nun ein weiteres Symptom bei einem Coronavirus-Patienten entdeckt haben. Für gewöhnlich fühlen sich Erkrankte matt, leiden unter Husten und Fieber, einige haben Gliederschmerzen, Durchfall, Schnupfen oder Kopfschmerzen. Bei dem Patienten in einem Krankenhaus im New Yorker Stadtteil Brooklyn beobachteten Ärzte nun Herzinfarkt*-ähnliche Anzeichen.

Der Patient erlitt Herzrhythmusstörungen, zudem fanden die Ärzte in seinem Blut einen hohen Anteil des Proteins Troponin - zwei charakteristische Anzeichen eines Herzinfarkts. Tests ergaben jedoch, dass der Mann keinen Herzinfarkt hatte, sondern stattdessen mit dem Coronavirus infiziert war. Der Patient erholte sich nach zwölf Tagen Krankenhausaufenthalt. Gegenüber der New York Times erklärte Dr. John Rumsefeld, Chief Science and Quality Officer am "American College of Cardiology": "Wir dachten an die Lunge (…). Dann hörten wir plötzlich von möglichen direkten Auswirkungen auf das Herz."

Der Fall trat kurz nach einer Studie von Forschern des "University of Texas Health Science Centre" in Houston auf. In der Studie zeigte sich, dass das Coronavirus selbst bei Patienten ohne zugrunde liegende Herzerkrankungen Herzschäden verursachen kann. Dr. Mohammad Madjid, der die Studie leitete, erklärte: "Es ist wahrscheinlich, dass der Herzmuskel auch ohne vorherige Herzerkrankung von einer Coronavirus-Erkrankung betroffen sein kann. Insgesamt kann eine Verletzung des Herzmuskels bei jedem Patienten mit oder ohne Herzerkrankung auftreten, aber das Risiko ist bei denen, die bereits eine Herzerkrankung haben, höher."

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Update vom 28.03.2020: Bleibende Schäden nach Coronavirus-Infektion

Laut Virologen Christian Drosten liegen inzwischen auch Hinweise darauf vor, dass Patienten, die an der Covid-19-Erkrankung litten, bleibende Schäden davontragen können. Viele Patienten, und gerade die mit schwereren Verläufen, seien über einen Monat nach Krankenhausentlassung noch geschwächt, so Drosten im NDR-Podcast. "Und auch die Lungenfunktion scheint nicht gut zu sein, nach überstandener schwerer Infektion." 

Covid-19: Bis zu drei Tage vor den ersten Symptomen bereits Ansteckungsgefahr durch Coronaviren

Update vom 27.03.2020: Eine Untersuchung von Wissenschaftlern um Gabriel Leung vom WHO-Zentrum für die Epidemiologie infektiöser Krankheiten weist darauf hin, dass Menschen schon zwei bis drei Tage ansteckend sein könnten, bevor erste Krankheitszeichen auftreten. Ihre Ergebnisse präsentierten die Forscher auf dem Preprint-Server "MedRxiv", einem Online-Archiv für bislang unveröffentlichte Forschungsbeiträge aus der Medizin.

Nach Untersuchungen an 94 Covid-19-Patienten und 77 Übertragungsfällen des Erregers Sars-CoV-2 kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass 44 Prozent der Übertragungen schon vor den ersten Symptomen der Krankheit stattfinden könnten. Die höchste Viruslast in Rachenabstrichen fanden die Wissenschaftler nämlich zu dem Zeitpunkt, an dem die Symptome einsetzten. Daher sind die Autoren der Ansicht, dass die Ansteckungsgefahr am Tag, an dem erste Symptome auftreten, oder gar zwei bis drei Tage davor, am höchsten sei.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung, liegt laut dem RKI im Mittel bei fünf bis sechs Tagen. Die Spannweite liegt jedoch bei ein bis 14 Tagen. Zudem wurde in einer Studie mit neun Personen festgestellt, dass vermehrungsfähige Viren bis zu vier Tage nach Symptombeginn im Rachen enthalten sind - im Sputum sogar bis zum achten Tag danach.

Insgesamt würden rund 80 Prozent der Erkrankungen "mild bis moderat" verlaufen, 14 Prozent schwer und sechs Prozent kritisch.

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Update vom 19.03.2020: Virologe entdeckt neues Anzeichen einer Infektion

Hendrik Streeck als Facharzt für Virologie und Infektionsepidemiologie beschrieb im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung neuartige Symptome, die er bei Covid-19-Patienten beobachtet hatte: "Fast alle Infizierten, die wir befragt haben, und das gilt für gut zwei Drittel, beschrieben einen mehrtägigen Geruchs- und Geschmacksverlust. Das geht so weit, dass eine Mutter den Geruch einer vollen Windel ihres Kindes nicht wahrnehmen konnte". Streeck ist Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn. Er hatte mehr als 100 mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen im Krankenhaus nach ihren Beschwerden befragt. Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns würde eher im späteren Stadium einer Coronavirus-Infektion auftreten, so Streeck.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die neuartige Lungenerkrankung Covid-19 genannt. Der Erreger, ein spezielles Coronavirus, bekam einen eigenen Namen: Sars-CoV-2. Die Folgen einer Infektion können drastisch sein: Es kam bereits zu 74.816 Todesfällen weltweit. In Deutschland sind dem Coronavirus Resource Center der Johns Hopkins Universität zufolge 103.375 Menschen am Coronavirus erkrankt*. Aktuell werden bundesweit 1.810 Todesfälle gemeldet. (Stand: 07.04.2020)

Coronavirus: Was sind die Symptome? 

Nicht nur in China, auch in anderen Ländern wie etwa in Thailand, den USA oder Südkorea verbreitet sich das Virus und auch in Deutschland steigt die Zahl der Patienten*. Die Vermutung liegt nahe, dass ein großer Teil der Erkrankten sich auf einem Tiermarkt in Wuhan mit dem Virus angesteckt haben. Jedoch hatten einige Infizierte den Markt nicht besucht, weshalb das Imperial College London davor warnte, das Virus als nicht übertragbar anzusehen - was sich als richtige Einschätzung herausstellen sollte.

News-Ticker zum Coronavirus: Zahl der Infizierten steigt drastisch - EU-Behörde mit düsterer Prognose

Mittlerweile ist bewiesen, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät deshalb, den Kontakt zu kranken Menschen sowie den Besuch von Risikogebieten zu meiden. Dazu zählen Italien, der Iran, die spanische Stadt Madrid, das Bundesland Tirol in Österreich, die US-Bundesstaaten Kalifornien sowie New York und die Provinz Hubei in China - und mittlerweile auch Deutschland. Die WHO hat die Coronavirus-Epidemie zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt und stuft die neue Krankheit seit 11. März 2020 als Pandemie ein - eine ganze Länder erfassenden Seuche.  

Folgende Symptome können auf eine Infektion mit Coronaviren hinweisen:

  • Fieber
  • Trockener Husten und Sputum (Auswurf)
  • Abgeschlagenheit
  • Atemprobleme wie Kurzatmigkeit
  • Kau- und Kiefergelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit/Erbrechen
  • verstopfte Nase
  • Durchfall

Bei schweren Verläufen kann es bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu einer Lungenentzündung kommen.

Auch Husten ist ein Hauptsymptom der Infektion mit Coronaviren.

Der Weltgesundheitsorganisation zufolge sind Fieber und trockener Husten die häufigsten Symptome einer Infektion mit Sars-CoV-2. Abgeschlagenheit und Schleim abhusten folgen noch vor Kurzatmigkeit, Kopf- und Halsschmerzen:

Lesen Sie auch: Dr. Sabine Kurz, Ärztin einer Gemeinschaftspraxis in Aying bei München, ist mit dem Coronavirus infiziert*. Die Praxis wurde geschlossen. Ein Interview mit der Infizierten.

Symptome: Starke Ähnlichkeit zwischen Corona- und SARS-Virus

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge fand Virusforscher Christian Drosten eine enge Verbindung zwischen dem sich aktuell ausbreitenden Coronavirus und SARS, das Schwere Akute Respiratorische Syndrom. Die Infektionskrankheit äußert sich in Form einer atypischen Lungenentzündung, die tödlich enden kann.

Übertragen wird das Coronavirus wie das SARS-Virus durch Tröpfcheninfektion*, weshalb hustende und niesende Patienten hohe Ansteckungsgefahr bedeuten. Laut Robert Koch-Institut soll die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) bis zu 14 Tage betragen. 

Das könnte Sie auch interessieren: Wegen des Coronavirus hat nun auch der Flughafen München drastische Maßnahmen ergriffen und tausende Flüge gestrichen. Einige Länder sind besonders betroffen.

Tückische Coronavirus-Infektion ohne Heilmittel - So schützen Sie sich

Da der neuartige Virustyp noch nicht vollständig erforscht werden konnte, gibt es auch noch keine einheitliche Behandlungsempfehlung. Durch die Ähnlichkeit zum SARS-Virus liegt allerdings die Vermutung nahe, dass bei einer Coronavirus-Infektion* wie bei SARS nur die Begleiterscheinungen gemildert werden können. Medikamente, die das Virus unschädlich machen, existieren (noch) nicht, auch eine Impfung gibt es nicht*. Thailändische Ärzte konnten allerdings in der symptomatischen Behandlung einen großen Erfolg erzielen*.

Die Prävention ist extrem wichtig, um eine Ansteckung zu vermeiden. Dazu empfehlen Mediziner*:

  • Meiden Sie Menschenansammlungen und in der aktuellen Situation generell den Kontakt zu Menschen. 
  • Meiden Sie vor allem den Kontakt zu kranken Personen.
  • Waschen Sie häufig Ihre Hände*.
  • Kranke Menschen sollten eine Mundschutzmaske* tragen.

Quellen: www.tagesschau.de; www.swr3.de; www.rnd.de; www.bundesgesundheitsministerium.de; www.lungenaerzte-im-netz.de; www.rki.de; www.experience.arcgis.com; www.rki.de/Steckbrief; https://coronavirus.jhu.edu/map.html; www.faz.de

Mehr zum Thema: So bereitet sich der Münchner Flughafen vor. Auch wegen der vielen unbekannten Variablen verbreiten sich primär im Internet mittlerweile etliche Verschwörungstheorien über das Coronavirus. Einen Überblick finden Sie hier. Gute Nachrichten aus Australien: Forscher haben einen "bedeutenden Durchbruch" erreicht. In den USA haben Forscher nun ein mobiles Testgerät entwickelt, das sich an Smartphones andocken lässt und Infektionskrankheiten diagnostizieren kann. BMW informierte am Montag (2. März) seine Mitarbeiter in München über einen ersten bestätigten Coronavirus-Fall. Betroffene fühlen sich überladen und schlecht betreut. Niemand fühle sich richtig zuständig* und man werde nur von Hotline zu Hotline verwiesen.

Lesen Sie auch: Das Coronavirus hat auch den oberbayerischen Landkreis Freising erreicht. Mittlerweile gibt es über 50 Infizierte. Alle Infos hier im Coronavirus-Ticker.

Auch in Niedersachsen breitet sich das Coronavirus weiter aus*: Veranstaltungen werden abgesagt und das Land arbeitet an der Einrichtung regionaler Testzentren.

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
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Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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