Mögliche Nebenwirkungen?

Schlaganfall durch Corona-Impfung? So oft kommt es wirklich zum Hirnschlag nach der Immunisierung

Die Coronaschutzimpfung war von Anfang an ein umstrittenes Thema. Weil noch relativ neu auf dem Markt, hatten viele Bedenken. Eine vermeintliche Nebenwirkung ängstigt besonders.

Zu Beginn der Impfkampagne 2021 war für viele klar, dass sie sich sofort gegen Corona impfen lassen möchten. Doch viele waren sich unsicher, da die ersten Impfstoffe noch nicht lange auf dem Markt waren. Meldungen über aufgetretene Nebenwirkungen schürten die Angst vor der Corona-Impfung noch. Doch die Ansage vonseiten des Robert Koch-Instituts und vielen weiteren Gesundheitsbehörden war klar: Die Vorteile überwiegen die Risiken der Impfung.

Doch die Skepsis blieb bei vielen. Von Unfruchtbarkeit und Herzmuskelentzündung bis hin zu hohem Thrombose-Risiko durch die Immunisierung: Viele Informationen dieser Art füllten Gespräche und auch viele Medienberichte. Tatsache ist, dass die Coronaschutzimpfung Nebenwirkungen birgt. Diese sind in der Regel aber vorübergehender Natur. Zu schwerwiegenden Impfkomplikationen kommt es dem Paul-Ehrlich-Institut zufolge enorm selten. Im aktuellen Sicherheitsbericht von Juni 2022 des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel heißt es: „Die Melderate von Verdachtsfällen betrug für alle Impfstoffe zusammen 1,8 Meldungen pro 1.000 Impfdosen, für Verdachtsfälle schwerwiegender Nebenwirkungen und Impfkomplikationen 0,3 Meldungen pro 1.000 Impfdosen“.

Eine Frau geht bei Regen mit einem Schirm an einem Corona-Impfzentrum vorbei. Die Impfung wird als Schutz vor schweren Krankheitsverläufen und Long Covid empfohlen.

Auch ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko war und ist als Folge der Corona-Impfung im Gespräch. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) informierte kürzlich, wie hoch das Risiko tatsächlich sein soll.

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Schlaganfall durch Corona-Impfung? Ärzteblatt bezieht sich auf Studienergebnisse

Wie das Ärzteblatt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie zitiert, erhöht eine Impfung gegen Sars-CoV-2 das Schlaganfall-Risiko nicht. Zwei entsprechende Publikationen, die in den Fachzeitschriften Neurology und Annals of Internal Medicine erschienen sind, würden dies zeigen. Die Autoren der einen Erhebung hatten insgesamt zwei randomisierte Studien, drei Kohortenstudien und elf registerbasierte Studien ausgewertet. Analysiert wurden so 17.481 Fälle ischämischer Schlaganfälle bei einer Gesamtzahl von 782.989.363 Impfungen. Die Schlaganfallrate betrug insgesamt 4,7 Fälle pro 100.000 Impfungen. Wie die Autoren schlussfolgern, ist damit die Schlaganfallrate nach der Impfung mit der in der Allgemeinbevölkerung vergleichbar, so das Ärzteblatt. Die Autoren wiesen außerdem darauf hin, dass das Risiko eines Schlaganfalls, ausgelöst durch eine Corona-Infektion, deutlich höher ist als nach einer Coronaschutzimpfung.

Insgesamt 73.325 Schlaganfälle bei 37 Millionen Geimpften: So das Ergebnis der zweiten Publikation. Im Detail zeigte auch diese Erhebung, dass es in Bezug auf die Schlaganfallrate für keinen der geprüften Impfstoffe ein höheres Risiko gab. DGN-Generalsekretär Peter Berlit schlussfolgert dem Ärzteblatt zufolge: „Die Tatsache, dass beide Erhebungen sehr große Kohorten auswertet haben und beide zum gleichen Ergeb­nis kommen, gibt uns zusätzliche Sicherheit: mRNA-Vakzine gegen Sars-CoV-2 erhöhen nicht das Schlagan­fall­risiko, die Sorge davor sollte also Menschen nicht davon abhalten, sich impfen zu lassen“.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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