Covid-Impfungen im Vergleich

Moderna-Impfung jetzt auch in Deutschland – doch Biontech-Impfstoff soll weniger Nebenwirkungen entfalten

Seit Anfang Januar 2021 ist in der EU neben dem Biontech/Pfizer-Impfstoff auch das Präparat des US-Biotech-Unternehmens Moderna zugelassen.
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Seit Anfang Januar 2021 ist in der EU neben dem Biontech/Pfizer-Impfstoff auch das Präparat des US-Biotech-Unternehmens Moderna zugelassen.

In Deutschland sind aktuell zwei Impfstoffe gegen Corona auf dem Markt – von Biontech/Pfizer und Moderna. Je nach Alter wirkt ein Präparat besser als das andere.

  • Offizieller Impfbeginn gegen Covid-19 war in Deutschland am 27. Dezember 2020. Da der Impfstoff knapp ist, greift seitdem die Impfverordnung der Bundesregierung*: Risikogruppen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe oder Menschen mit erhöhter Ansteckungsgefahr werden zuerst geimpft. Dazu zählen Bewohner von Seniorenheimen und Pflegepersonal.
  • Neben dem Impfstoff BNT162b2 des Mainzer Unternehmens Biontech und dessen US-Partners Pfizer gibt es jetzt einen weiteren EU-weit zugelassenen Corona-Impfstoff. Dieser stammt vom US-Biotechnologieunternehmen Moderna.
  • Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat beide Impfstoffe im Hinblick auf Wirksamkeit und Verträglichkeit miteinander verglichen und kommt zu dem Schluss: Ein Präparat ist mit mehr möglichen Nebenwirkungen verbunden.

Bisher haben sich fast 533.000 Menschen in Deutschland gegen Corona impfen lassen (Stand 11. Januar 2021). Darunter fast 207.000 Pflegeheim-Bewohner, wie das Robert Koch-Institut als Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten informiert. Allerdings stehen nicht ausreichend Impfdosen für alle Impfwilligen zur Verfügung. Ein Grund dafür: Bisher wurde nur der Biontech/Pfizer-Impfstoff in Deutschland verimpft. Das wird sich allerdings schnell ändern: Am 6. Januar 2021 wurde ein weiterer Impfstoff in der Europäischen Union zugelassen, nachdem er von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) als empfehlenswert eingestuft wurde: Ein Präparat des US-Herstellers Moderna.

Beide Impfstoffe sollen schweren Krankheitsverläufen vorbeugen und die Verbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Dies könne der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge erreicht werden, wenn sich rund 70 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 impfen lässt. Doch ist Impfung gleich Impfung oder gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Corona-Impfstoffen?

Biontech-Impfung wirkt besser bei über 65-Jährigen als Moderna-Vakzin

Wie die Tagesschau berichtet, wirken die aktuell in Deutschland zugelassenen Impfstoffe unterschiedlich – je nach Alter. So soll der Biontech-Impfstoff in der Gruppe der Ü65-Jährigen bessere Impf-Erfolge erzielen als der Moderna-Wirkstoff. Ersterer soll eine Wirksamkeit von mehr als 94 Prozent entfalten, wohingegen dieser Wert der US-Arzneimittelbehörde FDA zufolge beim Moderna-Impfstoff bei 86,4 Prozent liegt. Bei Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren soll dagegen der Moderna-Impfstoff einen leicht besseren Schutz vor Covid-19 bieten als das Biontech-Präparat. Der Unterschied ist recht gering: Wo Ersterer einen Impfschutz von 96 Prozent bietet, sind es bei dem Biontech-Vakzin 95 Prozent, heißt es im FDA-Bericht.

Im Hinblick auf die Nebenwirkungen ist der Biontech-Wirkstoff dem Moderna-Produkt allerdings überlegen, wie die FDA meldet. Menschen, die mit Letzterem geimpft worden sind, hätten in der Folge häufiger Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber und fühlten sich häufiger abgeschlagen. Für das Moderna-Präparat spräche allerdings, dass es weitaus unempfindlicher gegenüber Temperaturen reagiert. So hält es sich bis zu zwölf Stunden bei Raumtemperatur und bis zu 30 Tage im Kühlschrank, wohingegen der Biontech-Impfstoff ultratiefgekühlt aufbewahrt werden muss und innerhalb von wenigen Stunden nach Aufbereitung verimpft werden muss. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Mehr Quellen: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Daten/Impfquoten-Tab.html; https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/118837/Fuer-Herdenimmunitaet-Coronaimpfrate-von-bis-zu-70-Prozent-noetig

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Weiterlesen: Corona-Impfung: Fieber, Übelkeit, Muskelschmerzen – Krankenschwester berichtet über Nebenwirkungen.

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