Krisenvorsorge

Anleitung: Wie kann man Lebensmittel für den Notvorrat durch Zuckern und Kandieren lange haltbar machen?

Sie essen gerne kandierte Früchte? Die kann man auch ganz leicht selbst machen. Durch die Zucker-Methode hält sich Obst viel länger.

Wer auf eine eventuell bevorstehende Krise bestmöglich vorbereitet sein will, sollte sich einige Gedanken machen: Wie viel Bargeld sollte ich im Haus haben, welche Notfallnummern braucht man schnell griffbereit, bin ich körperlich überhaupt fit genug, um eine Krise zu überstehen? Auch einen Lebensmittelvorrat für den Notfall anlegen, darf in der Krisenvorbereitung nicht fehlen. Wie Sie Lebensmittel besonders lange haltbar machen können – durch Zuckern oder Kandieren – erfahren Sie im Folgenden.

Früchte können Sie ganz leicht selbst kandieren. Sie brauchen dafür nur Wasser, Zucker und etwas Zeit.

Sie sind hingegen auf der Suche nach Rezept-Ideen für eine Krise? Einige Lebensmittel können auch ohne Zubereitung mit Strom verzehrt werden – perfekt geeignet für einen Stromausfall. Chili sin Carne lässt sich auch nur mit Zutaten aus Konservendosen machen, oder Sie greifen auf ein Rezept zurück, das nur aus Zutaten besteht, die Sie ohnehin zu Hause haben (sollten).

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Lebensmittel für den Notvorrat lange haltbar machen: Was ist der Unterschied zwischen Zuckern und Kandieren?

Mit Zucker konservierte Lebensmittel halten länger, da der Zucker das Wasser in den entsprechenden Lebensmitteln bindet und sich so Bakterien und Keime nicht fortpflanzen können. Während beim Zuckern ohne Kochen die Haltbarkeit kürzer ist, hält sich beispielsweise eingekochte Marmelade über Jahre. Kandieren ist die aus dem Französischen entlehnte Bezeichnung für Einzuckern. Darunter versteht man die Herstellung einer Zuckerlösung, die Früchte länger haltbar macht. Eine Anleitung dazu finden Sie im Folgenden.

Folgende Zutaten brauchen Sie zum Kandieren von Früchten, um sie länger haltbar zu machen

  • Früchte
  • Wasser
  • Zucker

Welche Lebensmittel eignen sich, um sie durch Kandieren länger für den Notvorrat haltbar zu machen?

Prinzipiell sind alle Früchte geeignet, um sie durch Kandieren länger für den Notvorrat haltbar zu machen. Sie können also zwischen Äpfeln, Birnen, Kiwis, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Pflaumen, Trauben, Orangen, Ananas, Mandarinen, Mangos und Co. frei wählen. Auch Rhabarber, Möhren und Ingwer können durch Kandieren länger haltbar gemacht werden. Sie sollten größere Früchte allerdings vor der Konservierung mit Zucker in mundgerechte Stücke schneiden, Äpfel und Birnen sollten vorab blanchiert und die Schale von Orange, Mandarine und Co. mehrfach eingestochen werden, damit die Zuckerlösung auch richtig in die Frucht eindringen kann. Kerne entfernt man vor dem Kandieren.

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Anleitung: So kandieren Sie Früchte für den Lebensmittelnotvorrat

  1. Waschen Sie die Früchte, die Sie kandieren möchten und schälen und schneiden Sie sie gegebenenfalls. Entfernen Sie Kerne und stechen Sie in das Obst ein, das nicht geschnitten wird. Harte Früchte wie Äpfel und Birnen sollten Sie vor dem Kandieren blanchieren.
  2. Nehmen Sie eine Schüssel, in die Sie ein Sieb einlegen können. Die Früchte legen Sie in das Sieb, dann lassen Sie Wasser darüber laufen, bis das Obst bedeckt ist. Dann nehmen Sie die Früchte mitsamt Sieb aus der Schüssel heraus und stellen aus dem Wasser die Zuckerlösung zum Haltbarmachen her.
  3. Gießen Sie das Wasser in einen Kochtopf und geben Sie im Verhältnis 1:1 Zucker hinzu. Für einen Liter Wasser braucht man beispielsweise folglich ein Kilogramm Zucker. Kochen Sie die Zuckerlösung, bis sie Fäden zieht.
  4. Lassen Sie den Zuckersirup anschließend etwa lauwarm abkühlen. Das Sieb mit dem Obst stellen Sie in einen weiteren Topf und dann gießen Sie die Zuckerlösung darüber, sodass alle Früchte vollständig bedeckt sind.
  5. Bedecken Sie den Topf mit dem Deckel und lassen Sie die Früchte einen Tag lang so stehen.
  6. Danach nehmen Sie das Sieb mit den Früchten aus dem Topf, kochen den Zuckersirup noch einmal, und gießen ihn wieder über die Früchte, diesmal ohne die Zuckerlösung vorher abkühlen zu lassen. Dann kommt wieder der Deckel darauf und Sie lassen die kandierenden Früchte einen weiteren Tag in Ruhe.
  7. Das wiederholen Sie am dritten, vierten und fünften Tag. Abschließend lassen Sie die kandierten Früchte auf einem Gitterrost gut trocknen.

Wenn Sie die selbst kandierten Früchte trocken und dunkel lagern, halten sie sich bis zu einem Jahr lang.

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Notvorrat anlegen: Welche weiteren Methoden gibt es, um Lebensmittel länger haltbar zu machen?

Übersicht über Methoden zur Haltbarmachung von Lebensmitteln und deren mögliche Lagerdauer:

VerfahrenLebensmittelLagerdauer
ZuckernMarmelade, Konfitüre, Gelee, Fruchtsirup, kandierte Früchteeinige Monate bis ein Jahr
EinkochenFrucht- und Gemüsesäfte, Marmeladen, Konfitüre, Gelee, Chutneysbis zu einem Jahr
Trocknen (Dörren)Trockenobst, Hülsenfrüchte, Kräuter, Getreidebis zu einem Jahr
SalzenFisch, Fleisch, FleischwarenWochen bis Monate
PökelnFleisch, Fleischwareneinige Wochen
RäuchernFleisch, FischWochen bis Monate
SäuernGurken, Mixed Pickles, Fisch, süß-sauer eingelegtes Obst und Gemüseeinige Monate
MilchsäuregärungSauerkraut, saure Bohnen, Gurkeneinige Monate
Einlegen in AlkoholRumtopf, Früchte in Alkoholeinige Monate
Einlegen in konservierenden LösungenEier, Kräuter, SchafskäseWochen bis Monate
KühlenButter, Eier, Milch, Fisch, Fleisch, Obst, Gemüseein Tag bis mehrere Monate
GefrierenGemüse, Fisch, Fleisch, Obst, Backwaren, selbsthergestellte Speiseneinige Monate bis ein Jahr

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Welche Lebensmittel dürfen Sie nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren?

Frau vor dem Tiefkühlfach mit eingefrorenem Obst in den Händen.
Sicher haben Sie auf der Verpackung von Tiefkühlkost wie TK-Pizza oder Fischstäbchen schon mal den Hinweis gelesen: „Nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren“: Dieser Hinweis ist sogar gesetzlich in der Verordnung über tiefgefrorene Lebensmittel festgelegt.  © epd/Imago
Und Sie sollten sich auch daran halten. Bei einem zweitmaligen Einfrieren ist die Lebensmittelsicherheit nicht mehr gewährleistet.
Und Sie sollten sich auch daran halten. Bei einem zweitmaligen Einfrieren ist die Lebensmittelsicherheit nicht mehr gewährleistet.  © Jochen Tack/Imago
Tiefkühlpizza mit Mozzarella.
Nach dem Auftauen wieder einfrieren? Bei Tiefkühlprodukten wie Pizza ist die sogenannte „Gelinggarantie“ bei einem doppelten Einfrieren nicht mehr gewährleistet. © CSH /Imago
Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und Salat.
Auch für Fischstäbchen gilt, dass Sie das lieber bleiben lassen sollten. Bei einem zweitmaligen Einfrieren ist die Lebensmittelsicherheit nicht mehr gewährleistet. © imago images / Westend61
Aufgebackene Brötchen auf einem Backrost.
Bei Lebensmitteln, die nur aufgetaut werden müssen, wie etwa Aufback-Brötchen, ist die Gefahr relativ gering.  © Petra Schneider-Schmelzer/Imago
Tiefkühlgemüse mit Packung.
Auch bei Gemüse ist die Gefahr relativ gering. Tiefgefrorenes Gemüse können Sie prinzipiell nach dem Auftauen noch einmal einfrieren. © imago-images
Frischer Fisch riecht nach nichts.
Vorsicht geboten ist beim erneuten Einfrieren von Fisch und Fleisch, das gilt sowohl für rohe Ware als auch gegarte. © picture alliance/dpa/Christian Charisius
Rohes Hähnchenfleisch und Gewürze auf einem Holzbrett.
Rohes Fleisch, insbesondere Geflügel, sollten Sie keinesfalls erneut einfrieren, sondern zunächst durchgaren und dann in den Gefrierschrank legen. © tycoon/Imago
Hackfleisch einfrieren - so geht es richtig.
Hackfleisch sollten Sie niemals auftauen und wieder einfrieren: stattdessen durchgaren, dann ist auch das Einfrieren kein Problem. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bolognese-Sauce selber kochen.
Zum Beispiel können Sie aus dem Hackfleisch eine leckere Bolognese kochen. Die lässt sich dann auch prima einfrieren. © Kia Cheng Boon/Imago

Ebenso wie durch Kandieren können Sie die Haltbarkeit von Früchten im Notvorrat auch durch Trocknen bzw. Dörren verlängern. Während Sie beispielsweise Fisch und Fleisch durch Räuchern länger haltbar machen, eignet sich für Sauerkraut und Gemüse das Fermentieren, um die Haltbarkeit zu verlängern. Kennen Sie schon koreanisches Kimchi? Das fermentierte Gemüse-Gericht ist gar nicht schwer zuzubereiten.

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/Imago

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