Auszeichnung, die keiner will

Rama, Leerdammer, Calgon: Verbraucherzentrale kürt „Mogelpackung des Jahres 2022“

Warum Rama die schlechte Auszeichnung laut Verbrauchern verdient hat und welche Produkte ebenfalls nominiert waren.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat wieder einmal die „Mogelpackung des Jahres“ gesucht und gewonnen hat das Streichfett Rama von Upfield. Mehr als 40 Prozent der teilnehmenden Verbraucherinnen und Verbraucher sind unzufrieden mit der Möchtegern-Margarine. Denn nicht nur, dass das bislang beliebte Streichfett gar keine Margarine mehr ist: vor allem versteckte Preiserhöhungen werden negativ bewertet. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher künftig besser vor versteckten Preiserhöhungen wie im Fall Rama geschützt sind, fordert die Verbraucherzentrale Hamburg vom Gesetzgeber entsprechende Maßnahmen.

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Verbraucherzentrale kürt Rama zur „Mogelpackung des Jahres“ und reicht Klage gegen den Hersteller ein

Mehr als doppelt so viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben im Vergleich zum Vorjahr an der Abstimmung zur „Mogelpackung des Jahres“ teilgenommen, insgesamt 34.293 Personen, wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet. Upfield ist in Sachen versteckte Preiserhöhungen kein unbeschriebenes Blatt: Auch bei anderen Upfield-Marken, wie beispielsweise Lätta, Sanella, Becel und Violife wurden die Füllmengen reduziert, der Preis aber nicht. Deswegen hat die Verbraucherzentrale Hamburg eigenen Angaben zufolge eine Klage gegen den Hersteller Upfield eingereicht, bei der über den reduzierten Inhalt von Sanella verhandelt werden soll. Wie bei Rama auch enthält der Becher inzwischen 100 Gramm weniger Inhalt.

Verbraucherinnen und Verbraucher wählen Rama zur „Mogelpackung des Jahres 2022“.

Stellungnahme des Herstellers Upfield zu Veränderungen bei Rama

Der Hersteller der Dreiviertelfettmargarine Rama hatte sich in der Vergangenheit gegenüber Merkur.de von IPPEN.MEDIA geäußert und unter anderem Stellung zu den Veränderungen der Füllmenge bezogen:

Wir sind, wie die meisten Lebensmittelunternehmen, mit dramatischen Kostensteigerungen in unserer gesamten Lieferkette konfrontiert. Wo immer möglich, fangen wir diese Kosten auf, damit sie sich nicht auf unsere Verbraucher:innen auswirken. Tatsache ist jedoch, dass die Herstellung unserer Produkte heute viel mehr kostet als noch vor einem Jahr, und das hat sich auf unsere Preise ausgewirkt. Wir möchten, dass unsere Produkte so erschwinglich wie möglich bleiben. Deshalb haben wir die Grammatur bei „Rama der Klassiker“ leicht reduziert. Diese Änderung ist auf unseren Verpackungen deutlich erkennbar.

Rama-Hersteller Upfield

Das Unternehmen ergänzte zudem, dass es sich bei der Beibehaltung der Bechergröße um eine kurzfristige Lösung handele. Hätte man die Bechergröße der Füllmenge angepasst, hätte das Angaben des Unternehmens zufolge noch größere Kosten verursacht. Genau dieses Vorgehen wird jedoch kritisiert, da bei gleichbleibender Packung gleichbleibender Inhalt erwartet wurde. Vor allem beim Kuchenbacken hatten Verbraucherinnen und Verbraucher das Nachsehen, wie die Verbraucherzentrale Hamburg Stimmen zitiert:

  • „Ich backe seit Jahren nach einem Rezept meiner Oma in der Weihnachtszeit Spritzgebäck, in das auch 500 g Margarine gehört. In diesem Jahr waren in der Rama-Packung dann plötzlich nur noch 400 g drin. Das habe ich aber erst zu Hause bei der Herstellung des Teiges bemerkt und musste somit auch alle anderen Zutaten reduzieren..“
  • „Mich ärgert die reduzierte Menge mehr als der höhere Preis. Durch die gleich große Verpackung ist mir das nicht aufgefallen. Mit 500 g konnte ich zwei Rezepte backen. Jetzt hatte ich plötzlich zu wenig Margarine im Haus.“
  • „Backrezepte brauchen größtenteils 250 g Margarine, also die halbe Packung für einen Teig. Jetzt ist aufwendiges Abwiegen nötig!“
  • „Zu wenig Rama in der klassischen 500 g Rama-Dose. Das ist mir im Supermarkt nicht aufgefallen, erst als ich beim Kuchenbacken meine Rama einteilen wollte, war die Rama-Dose bei gleicher Verpackungsgröße leider mit 100 g weniger gefüllt. Der Hohl,- Leeraum zum Deckel war enorm! Erst dann habe ich auf das angegebene Gewicht geschaut!“

Nehmen Sie zum Backen lieber Margarine oder Butter? Eine Lösung könnte beispielsweise sein, beim Backen auf selbstgemachte Butter zurückzugreifen – Sie brauchen dafür nur Sahne und ein Butterfass.

Gefährliches Gemüse: Kidneybohnen werden giftig, wenn Sie sie nur erhitzen und nicht richtig kochen

Säcke Kartoffeln
Wussten Sie, dass eines der meistverzehrten Lebensmittel in Deutschland eigentlich giftig ist? Die Rede ist von der Kartoffel. Das enthaltene Solanin geht beim Kochen ins Kochwasser über. Weder rohe Kartoffeln noch solche, die keimen oder grüne Stellen haben, sollten gegessen werden. Sonst drohen Vergiftungssymptome wie beispielsweise Erbrechen und Durchfall oder aber Kopfschmerzen oder Halsschmerzen. In den schlimmsten Fällen führt Solanin zum Tod.  © BreakingTheWalls/Imago
Auberginen
Übrigens: Auch Auberginen produzieren das Pflanzengift Solanin. Sie müssten allerdings mindestens drei Kilo rohe Auberginen verzehren, damit Vergiftungserscheinungen auftreten.  © mix1press/Imago
Tomaten
In Tomaten ist ebenfalls Solanin enthalten. Während rote, reife Tomaten bedenkenlos roh verzehrt werden können, sollten Sie besser die Finger von unreifen, grünen Tomaten lassen. © Luis Mario Hernandez/Imago
Zucchinis
Cucurbitacine ist ein Nervengift, das beispielsweise in Kürbisgewächsen wie Zucchini oder auch Melonen enthalten ist. Bemerken Sie also, dass die Zucchini oder der Kürbis bitter schmecken – ab in die Tonne damit. Im Normalfall brauchen Sie sich allerdings keine Sorgen zu machen, da das Gift in handelsüblichen Lebensmitteln herausgezüchtet wurde. © Alex Salcedo/Imago
Grüne Bohnen
Roh sind auch grüne Bohnen nicht zu empfehlen. Insbesondere Kinder dürfen keine rohen grünen Bohnen essen. Mehr als sechs Bohnen können bei Kindern zum Tod führen. Schuld ist das giftige Lektin Phaseolin, das beim Kochen zerstört wird. © Alex Salcedo/Imago
Kidneybohnen
Mindestens ebenso giftig sind rohe Kidneybohnen, denn sie enthalten viel Phytohämagglutinin. Erst durch Kochen wird das Gift zersetzt. Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass die Kidneybohnen wirklich richtig kochen und nicht nur erhitzt werden, denn dabei kann sich die Konzentration des Giftes sogar erhöhen.  © Boarding_Now/Imago
Rhabarber
Im Blattgrün des Rhabarbers ist das Nervengift Oxalsäure enthalten. Wenn Sie Probleme mit den Nieren haben, sollten Sie gänzlich auf Rhabarber verzichten, um keine Nieren- oder Blasensteine zu bekommen. Außerdem sollte man sich nach dem Verzehr nicht die Zähne putzen, um den Zahnschmelz nicht anzugreifen. © Christian-Ditsch.de/Imago
ganze und geriebene Muskatnüsse mit Reibe
Würzen Sie gerne mit Muskatnuss? Seien Sie dabei aber nicht zu großzügig. Das ätherische Öl Myristicin kann in hoher Dosis Halluzinationen, Kopf- und Magenschmerzen hervorrufen. Bereits eine halbe Muskatnuss kann tödlich sein, für Kinder braucht es wesentlich weniger. Seien Sie also vorsichtig und bewahren Sie das beliebte Gewürz an einem sicheren, für Ihre Kinder unzugänglichen Ort auf.  © "coramuller"/Imago
Bittermandeln
Roh ebenfalls sehr gefährlich sind Bittermandeln. Denn im Magen wird während der Verdauung Blausäure gebildet. Schon fünf rohe Bittermandeln können bei Kindern zum Tod führen. Bei Erwachsenen braucht es hingegen circa 50.  © Blickwinkel/Imago
Cashew-Nüsse
Wussten Sie, dass auch Cashewkerne nicht ungefährlich sind? Sie enthalten Urushiol, das sogar bei bloßer Berührung Vergiftungserscheinungen auslösen kann. Durch Erhitzen wird das Gift jedoch abgetötet, darum sind die im Supermarkt erhältlichen Cashewkerne meist geröstet.  © Birgit Reitz-Hofmann/Imago

Produkte, die außerdem für die Negativ-Auszeichnung „Mogelpackung des Jahres 2022“ nominiert waren

Wie Ökotest berichtet, waren außerdem Leerdammer, Calgon, Haribo-Goldbären und Pringles 2022 aufgrund von Preissteigerungen und Füllmengenreduktion zur „Mogelpackung des Jahres“ nominiert:

  • 2. Platz Leerdammer von Lactalis: Preisanstieg von 1,99 Euro auf 2,49 Euro, Füllmenge reduziert von 160 Gramm auf 140 Gramm
  • 3. Platz Calgon von Reckit Benckiser: gleichbleibender Preis 8,99 Euro, aber statt 50 Waschladungen nur noch 46
  • 4. Platz Goldbären von Haribo: gleichbleibender Preis 0,99 Euro, aber Füllmenge reduziert von 200 Gramm auf 175 Gramm
  • 5. Platz Pringles von Kellogg: Dosengröße unverändert, aber Füllmenge reduziert von 200 Gramm auf 185 Gramm und Preisanstieg von 2,59 Euro auf 2,79 Euro

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/Imago

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