Kürzung ist zulässig

Weniger Weihnachtsgeld wegen Krankheit: Erlaubt, wenn sie länger andauert

Einige Arbeitnehmer freuen sich bereits auf ein Weihnachtsgeld. Doch in manchen Fällen kann es sogar gekürzt werden, etwa bei Krankheit. Das gilt allerdings nur begrenzt.

Das Jahresende rückt in großen Schritten näher, die Weihnachtsfeiertage sind zum Greifen nahe. Viele Beschäftigte freuen sich schon auf die geruhsame Zeit mit Familie und Freunden zwischen den Jahren. Als Bonus obendrauf gibt es in manchen Betrieben Weihnachtsgeld. Dieser wird meistens Ende November oder im Dezember ausbezahlt.

Weniger Weihnachtsgeld wegen Krankheit: Das ist erlaubt

Die Höhe der Summe ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, es spielen diverse Faktoren eine Rolle, zum Beispiel, ob sich der Arbeitgeber im Tarif- oder Arbeitsvertrag dazu verpflichtet hat oder wie lange man bereits dem Betrieb zugehörig ist. Gleichzeitig ist es nicht zulässig, dass etwa nur ein Teil der Belegschaft Weihnachtsgeld erhält. Wie es richtig versteuert wird, erfahren Sie hier.

Einen direkten Anspruch auf Weihnachtsgeld haben Sie nicht – allerdings kann sich ein Anspruch ergeben.

Entscheidet sich also ein Unternehmen dazu, ein 13. Monatsgehalt auszubezahlen, darf es nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz nicht einzelne Mitarbeiter aus der jährlichen Sonderzahlung ausschließen, wenn alle anderen es bekommen. Doch es gibt Ausnahmefälle. Demnach ist es zulässig, Beschäftigten – bei länger andauernder Krankheit – das Weihnachtsgeld zu kürzen.

Das geht aber nur, wenn der Arbeitgeber zuvor Kürzungen für krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit im Vertrag geregelt hat, erklärt Uli Meisinger, Jurist bei der Arbeitskammer des Saarlandes, gegenüber FAZ Online. Eine Kürzung des 13. Monatsgehalts ist erlaubt, wenn der Arbeitgeber nicht mehr zur Entgeltfortzahlung (bis zu einer Dauer von sechs Wochen), inklusive Krankengeldzuschuss verpflichtet ist. Ab dann kann er die Jahressonderzahlung um 1/12 für jeden vollen Krankheitsmonat kürzen, weiß das Finanzportal haufe.de.

Depression bis Alkoholsucht: Die häufigsten psychischen Krankheiten im Überblick – Jeder dritte ist betroffen

Eine Frau hält ein gefülltes Sektglas in ihrer Hand.
Alkoholsucht zählt zu den am dritthäufigsten diagnostizierten psychischen Leiden. Mit der Medikamentenabhängigkeit zusammen entfallen 5,7 Prozent der Diagnosen auf die Alkoholabhängigkeit. Etwa jeder siebte Erwachsene trinkt Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen. Damit ist Alkohol nach Nikotin das häufigste Suchtmittel in Deutschland, so die Bundes Psychotherapeuten Kammer. 1,8 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig, weitere 1,6 Millionen trinken Alkohol in schädlichen Mengen, heißt es weiter. (Symbolbild) © Bode/Imago
Medikamentensucht bei Senioren
Neben der Alkoholsucht zählt die Medikamenten-Abhängigkeit zu den am dritthäufigsten verbreiteten psychischen Erkrankungen in Deutschland.  © Jens Kalaene/dpa
Frau schaut aus Fenster
Die sogenannten affektiven Störungen zählen zu den psychischen Erkrankungen, die am zweithäufigsten in Deutschland vorkommen. Die Depression ist wohl der bekannteste Vertreter aus dieser Gruppe. Der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (dgppn) zufolge, entfallen fast 10 Prozent der Diagnosen auf diese Krankheitsgruppe. Alleine 8,2 Prozent sind von einer unipolaren Depression betroffen. Depressionen gehören damit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Rund 16 Prozent der Bevölkerung leiden mindestens einmal in ihrem Leben an einer depressiven Störung, innerhalb eines Jahres sind es ungefähr 8 Prozent, informiert die Bundes Psychotherapeuten Kammer. (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa
Junge Frau vor dem Schrankspiegel
Angststörungen sind am weitesten verbreitet. Der dgppn zufolge entfallen 15,4 der Diagnosen auf Angststörungen wie Panikattacken, Angst vor weiten Plätzen etc. Bei Betroffenen ist das Angstgefühl so übermächtig, dass es den Alltag immens einschränkt. Beschwerden wie Herzrasen, Schwitzen und Zittern zählen zu den Symptomen einer Angststörung. (Symbolbild) © Imago
Frau mit Maßband in der Hand
Essstörungen wie Bulimie oder Magersucht sind zwar insgesamt gesehen weniger weit verbreitet als oben genannte Krankheiten. Doch in der weiblichen Bevölkerung zwischen Pubertät und dem 30. Lebensjahr gehören die Essstörungen zu den häufigen psychischen Erkrankungen, informiert die Bundes Psychotherapeuten Kammer. Etwa ein Prozent der Frauen erkrankt während ihres Lebens an einer Magersucht, rund zwei Prozent leiden im Laufe ihres Lebens an einer Bulimie. (Symbolbild) © Sergiy Tryapitsyn/Imago

Weniger Weihnachtsgeld wegen Kündigung: nur bei entsprechender Klausel

Bei einer Kündigung sieht das hingegen anders aus. Wer aus der Firma ausscheidet, darf sein Weihnachtsgeld meist auch behalten. Manche Arbeitnehmer haben allerdings Sorge, dass sie es im Kündigungsfall zurückzahlen müssen. Doch das kommt nur infrage, wenn zuvor eine entsprechende wirksame Klausel vereinbart wurde, fügt Experte Meisinger hinzu.

Das bedeutet, dass mit dem Weihnachtsgeld ausschließlich die Betriebszugehörigkeit belohnt wird und nicht die geleistete Arbeit. Hinzu kommt abschließend, dass Arbeitnehmer nur befristet im Arbeitsverhältnis angestellt sind, Bindungsfristen bis zum Ende des zweiten Quartals im darauffolgenden Jahr sind zulässig.

Rubriklistenbild: © Ingeborg Knol/Imago

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