Dickes Plus in Sicht

Steuerzahler aufgepasst: Hier können Sie im kommenden Jahr kräftig Steuern sparen

Für die Steuererklärung 2019 haben Sie mehr Zeit als in den Vorjahren.
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2021 bedeutet für viele Steuerzahler ein dickes Plus.

Die meisten Steuerzahler müssen ab Januar 2021 deutlich weniger Steuern zahlen. Die Experten von Stiftung Warentest erklären, an welchen Stellen was möglich wird.

Für viele Steuerzahler* ist im Jahr 2021 ein dickes Plus in Sicht. Die Steuer­experten der Stiftung Warentest erklären, was das neue Steuerjahr an Veränderungen mit sich bringt:

Stiftung Warentest: Das bringt das Steuer-Jahr 2021

„Nach 30 Jahren entfällt für die meisten der Soli von 5,5 Prozent auf die Einkommensteuer“, schreibt das Portal test.de. Zudem steige 2021 der Grund­frei­betrag auf 9.744 Euro; erst auf Einkommen darüber werden den Experten zufolge Steuern fällig. Sie rechnen an einem Beispiel vor, wie viel Betroffene dadurch im kommenden Jahr sparen können: Ein Ehepaar mit 100.000 Euro zu versteuerndem Einkommen zahle rund 1.630 Euro weniger als 2020.

Bei höherem Einkommen sei die Ersparnis geringer, berichtet test.de und zitiert in der Mitteilung dazu Uwe Rauhöft vom Bundes­verband Lohn­steuer­hilfe­ver­eine (BVL): „Für ein Ehepaar mit 200.000 Euro zu versteuerndem Einkommen sind es nur 365 Euro Soli und Steuern weniger.“

Lesen Sie hier: So viel Kindergeld gibt es ab Januar – das sollten Eltern jetzt beachten

Steuer 2021: Soli auf Kapital­erträge bleibt

Der Soli falle zwar für viele weg. Allerdings so berichtet das Portal: „Weiterhin den Soli zahlen müssen Anleger auf steuer­pflichtige Kapital­erträge, zum Beispiel auf Zinsen.“

Mehr Kindergeld im nächsten Jahr – und vorher der Corona-Bonus

Ab Januar 2021 bekommen Eltern wie berichtet zudem 15 Euro mehr Kindergeld. „Gestiegen sind auch die Kinder­frei­beträge, die Eltern anstelle des Kinder­gelds erhalten, wenn das für sie güns­tiger ist“, fasst test.de es zusammen. „Auch der Betreuungs­frei­betrag wurde erhöht, zum ersten Mal seit zehn Jahren. Je Kind gibt es jetzt insgesamt 8.388 Euro an Frei­beträgen.“

Lesen Sie zudem: Der Kinderzuschlag steigt – die Leistung gibt es zusätzlich zum Kindergeld

Familien mit bis zu 69.000 Euro Einkommen im Jahr hätten durch die Frei­beträge aber keinen Vorteil“, so Rauhöft laut test.de. Für sie ist das Kinder­geld güns­tiger, wie es in der Mitteilung heißt. Die meisten Eltern würden außerdem im Jahr 2020 besser abschneiden als 2021, weil sie wegen Corona 300 Euro Bonus zusätzlich erhalten hätten. Zum Weiterlesen: Familien aufgepasst: So wirkt sich der Kinderbonus auf die Steuererklärung aus

2021: Viele weitere Entlastungen bei der Steuer

Im kommenden Jahr gibt es bei der Steuer noch weitere Entlastungen. Zum Beispiel bei der Behindertenpauschale: „Menschen mit Behin­derung werden jetzt wesentlich stärker entlastet“, schreibt test.de. „Für sie verdoppeln sich nach 45 Jahren die Behindertenpausch­beträge, die sie anstelle ihrer tatsäch­lichen Kosten steuerlich geltend machen können.“ Und auch bei der Pendlerpauschale gibt es eine Änderung. So sollen Berufs­tätige laut test.de „ab dem 21. Kilo­meter des einfachen Weges zur Arbeit statt 30 Cent nun 35 Cent absetzen können“, schreibt dass Portal.

Zudem soll es wie berichtet eine Home­office-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr rück­wirkend ab 2020 geben. Das ist momentan noch anders: Kosten kann derzeit nur absetzen, wer ein extra Zimmer als Heimbüro hat, heißt es in der Mitteilung. „Es zählt, wenn es Dreh- und Angel­punkt der Arbeit ist oder der Chef keinen anderen Arbeits­platz zur Verfügung stellt.“ Zum Weiterlesen: Homeoffice-Pauschale: Letzte Details festgelegt – Enttäuschung für viele Arbeitnehmer

(ahu) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks

Quelle: test.de

Lesen Sie zudem: Mit diesen fünf Tricks können Sie bis Ende 2020 jetzt viel Geld sparen

Hilfe bei der Steuer

Steuerpflichtig? Eine passende Steuersoftware (werblicher Link), bei der die einzelnen Schritte nachvollziehbar erklärt werden, kann eine gute Hilfe sein.

Auch interessant: Steuererklärung 2019: Corona beeinflusst Abgabe-Frist – so lange haben Sie noch Zeit

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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