Altersvorsorge

Schluss mit Doppelsteuer? Die Rente soll gerechter werden

2023 soll das Renten-System überarbeitet werden. Davon werden einige Rentner profitieren, vor allem, da zukünftig nur noch einmal Steuern fällig werden.

Nachdem die gesetzliche Rente schon im Juli vergangenen Jahres erhöht wurde, profitieren 2023 rund 21 Millionen Rentner von einer weiteren Anpassung. Das bestätigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Gespräch mit Bild am Sonntag: „Nach den jetzt vorliegenden Daten können die Rentnerinnen und Rentner im Sommer erneut mit einer spürbaren Rentenerhöhung rechnen.“ Ab Juli dürfen sich demnach Rentenempfänger über 3,5 Prozent mehr im West­en und über 4,2 Prozent mehr Rente im Osten freuen.

Unser Renten-Newsletter informiert Sie jeden Mittwoch über neue Entwicklungen rund um Ihre Rente. Melden Sie sich jetzt an.

Rente soll gerechter werden – Schluss mit der Doppelsteuer

Bisher mussten Beschäftigte während ihres Arbeitslebens ihre Versicherungsbeiträge versteuern und anschließend die Rente ebenfalls. Diese sogenannte Doppelbesteuerung möchte die Ampel-Regierung auf dem Weg zur gerechteren Rente angehen und sie abschaffen. So soll zukünftig die Rente zwar immer noch versteuert werden, aber die bisherigen Versicherungsbeiträge lassen sich dabei in voller Höhe absetzen. Eigentlich eine gute Sache, aber einige Jahrgänge werden bei dieser Änderung leer ausgehen.

Ab Mitte des Jahres soll es eine Rentenerhöhung geben und auch bei der Abschaffung Doppelbesteuerung sind erste Schritte gegangen. Gute Nachrichten für viele Empfänger. (Symbolfoto)

Rentensteuer – soviel müssen Empfänger abtreten

Wer vor zwei Jahren, also 2021, in Rente gegangen ist, versteuert 81 Prozent der Zahlungen mit seinem individuellen Steuersatz. Bei Menschen, die 2022 in den Ruhestand gingen, sind es schon 82 Prozent und in diesem Jahr werden es 83 Prozent sein. Personen, die 2040 in Rente gehen, werden bei dieser Steigerung so 100 Prozent versteuern müssen.

Rentenmärchen: „Die Rente kommt doch automatisch“ – neun Mythen, die über das Gehalt im Ruhestand kursieren

Zu sehen sind mehrere Senioren, die auf einer Bank sitzen.
Wenn die Rente bevor steht, dann kommen viele Fragen auf. Wie lange muss man gearbeitet haben? Wie wird die Rente versteuert? Das sind nur wenige Fragen, die Sie sich vielleicht stellen. Hier bekommen Sie die Antworten.  © Imago
antragsformular,rentenantrag,antrag,antragsformulare,anträge,formular,formulare,rente *** application form,state Pension
Mythos 1: Die Rente kommt automatisch. Das ist nicht der Fall. Man muss die Rente bei der gesetzlichen Rentenversicherung frühzeitig schriftlich beantragen.  © Birgit Reitz-Hofmann/Imago
Ein Senior verdient sich neben seiner Rente etwas dazu.
Mythos 2: Neben der Rente darf man unbegrenzt dazuverdienen. Das stimmt nicht, eine Grenze gibt es. Wer früher in Rente geht oder erwerbsunfähig ist, kann bis zu 6300 Euro im Jahr dazuverdienen. Verdient man mehr, kann das auf die Rente angerechnet werden.  © Imago
Zu sehen ist eine Tastatur mit einer Tastatur und einem grünen Post-It. Darauf steht „Mein letzter Arbeitstag“.
Mythos 3: Die Höhe der Rente setzt sich aus den letzten Arbeitsjahren zusammen. Das stimmt so nicht. Die Rentenhöhe berechnet sich aus dem gesamten Versicherungsleben.  © O. Diez/Imago
Zu sehen ist ein älterer Mann auf einer Sportmatte. Er sitzt und neben ihm liegen Kurzhanteln.
Mythos 5: Ein Reha-Aufenthalt mindert die Rente. Dieser Mythos stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. In der Rehabilitation werden die Pflichtbeiträge zu 80 Prozent des vergangenen Bruttolohns von der Rentenversicherung gezahlt. Das erhöht den späteren Rentenanspruch.  © Hodei Unzueta/Imago
Zu sehen ist ein Antrag auf Hinterbliebenenrente, darauf liegt Geld.
Mythos 6: Nur Frauen haben Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Das stimmt nicht. Zwar ist die Witwenrente bekannter, aber auch Männer erhalten Witwerrente. Seit 1986 sind Männer und Frauen in der Rentenversicherung gleichberechtigt.  © Sabine Brose, Frank Sorge/Imago
aelteres Paar sitzt verliebt an einem Baum und liest zusammen ein Buch elderly couple in love sittin
Mythos 7: Nach 45 Jahren im Beruf kann man schon mit 63 Jahren in Rente gehen. Das stimmt nur zum Teil. Wer so lange im Berufsleben war, der kann grundsätzlich früher in Rente gehen. Allerdings verschiebt sich das Renteneintrittsalter je nach Geburtsjahr nach hinten.  © Imago
Zu sehen ist jemand, der am PC arbeitet.
Mythos 8: Einen Rentenanspruch hat erst jemand, der 15 Jahre gearbeitet hat. Das ist falsch. Die Mindestversicherungszeit für die Regelaltersrente beträgt fünf Jahre.  © Rüdiger Wölk/Imago
Zu sehen ist eine alte Frau, die ein Heft vor sich liegen hat. Sie schaut ihre Katze an.
Mythos 9: Die Rente muss nicht versteuert werden. Das ist falsch. Grundsätzlich muss eine Einkommens- bzw. Lohnsteuer auf die Rente gezahlt werden. Das Geld wird derzeit nicht voll versteuert. Der Prozentsatz ist abhängig vom Renteneintritt.  © Imago
Zu sehen ist eine Deutschlandkarte, darauf sind Balken zu sehen.
Mythos 10: Wenn man Ostrente bezieht und in den Westen umzieht, bekommt man Westrente. Das stimmt nicht. Die Altersrente wird einmal anhand der Entgeltpunkte errechnet, die am Beschäftigungsort erworben wurde. Der Wohnsitz spielt dabei keine Rolle. Auch für Rentenerhöhungen ist der Wohnortswechsel unerheblich.  © Imago

Da man aber weg von der Besteuerung der Einzahlung in die Rente möchte und es dafür Zeit braucht, hat man sich entschieden eine Übergangszeit einzuführen. So soll der ganze Erhöhungsvorgang verlangsamt werden. Aktueller Stand hier ist, dass nicht ab 2040 die Rente zu 100 Prozent versteuert werden soll, sondern erst ab 2060.

Übergangszeit hat Nachteile – besonders für eine bestimmte Gruppe

Mit der verlängerten Übergangszeit soll am Ende auch die Doppelbesteuerung ausgeglichen werden. Allerdings hat eine bestimmte Altersgruppe hier aktuell das Nachsehen: die Mitt- bis End-Vierziger. Ab 2040 müssen diese die Rente in Gänze versteuern, können die Beiträge aber erst ab 2025 absetzen. Sie kommen aus der Doppelversteuerung also nicht heraus.

Rentenreform geplant – was soll sich ändern?

Wunsch der Ampel-Regierung ist es, diese doppelten Zahlungen in Zukunft zu vermeiden. Aktuell sind etwa 20 Millionen Rentner davon betroffen. Der Rest ging vor der neuen Ordnung in den Ruhestand oder erhält nur so wenig, dass eh keine Steuern gezahlt werden müssen.

RentenantrittZu besteuernder Anteil während des Berufslebens
2017< 10.000 Euro
2020> 22.000 Euro

Momentan geht die Übergangszeit also nicht auf. Mehr als 20 Prozent der Rente werden so teilweise noch zusätzlich besteuert. Einer Studie von Finanz-Mathematiker Werner Siepe zufolge, hat das erst in etwa 50 Jahren ein Ende.

Auswirkungen: Wem kommt die Steuerentlastung zugute?

Für einige Rentner ist der verlängerte Übergang ein Segen und bedeutet einen satten Steuervorteil:

JahrgangSteuervorteil bei Durchschnittsgehalt (3.250 Euro)
19601.500 Euro
197512.500 Euro
19809.950 Euro
19902.900 Euro

Beim Blick auf die Steuervorteile wird deutlich, dass die Jahrgänge 1960 und 1990 wesentlich weniger von der Übergangszeit haben, als die Jahrgänge 1975 und 1980.

Rubriklistenbild: © Monkey Business/Imago

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Rentenerhöhung 2023: Noch mal mehr Geld – doch es gibt einen Haken
Rentenerhöhung 2023: Noch mal mehr Geld – doch es gibt einen Haken
Rentenerhöhung 2023: Noch mal mehr Geld – doch es gibt einen Haken

Kommentare