Maximale Rente

3.000 Euro Rente im Ruhestand: Nur wenige erreichen diesen Lebensstandard

Eine Rente von 3.000 Euro im Monat ist zwar möglich, bleibt aber für die meisten Menschen leider ein Wunschtraum. Denn dafür braucht es bestimmte Bedingungen.

Den Ruhestand sorgenfrei und entspannt genießen – und das im besten Fall mit genügend Geld auf dem Konto, um noch viel erleben zu können. Davon träumen wohl die meisten Arbeitnehmer in Deutschland gerne. In der Theorie ist das sogar möglich: mit mehr als 3.000 Euro Rente im Monat. Doch die maximale Rente bekommen nur diejenigen, die mindesten 45 Jahre lang den höchstmöglichen Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Rentenmärchen: „Die Rente kommt doch automatisch“ – neun Mythen, die über das Gehalt im Ruhestand kursieren

Zu sehen sind mehrere Senioren, die auf einer Bank sitzen.
Wenn die Rente bevor steht, dann kommen viele Fragen auf. Wie lange muss man gearbeitet haben? Wie wird die Rente versteuert? Das sind nur wenige Fragen, die Sie sich vielleicht stellen. Hier bekommen Sie die Antworten.  © Imago
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Mythos 1: Die Rente kommt automatisch. Das ist nicht der Fall. Man muss die Rente bei der gesetzlichen Rentenversicherung frühzeitig schriftlich beantragen.  © Birgit Reitz-Hofmann/Imago
Ein Senior verdient sich neben seiner Rente etwas dazu.
Mythos 2: Neben der Rente darf man unbegrenzt dazuverdienen. Das stimmt nicht, eine Grenze gibt es. Wer früher in Rente geht oder erwerbsunfähig ist, kann bis zu 6300 Euro im Jahr dazuverdienen. Verdient man mehr, kann das auf die Rente angerechnet werden.  © Imago
Zu sehen ist eine Tastatur mit einer Tastatur und einem grünen Post-It. Darauf steht „Mein letzter Arbeitstag“.
Mythos 3: Die Höhe der Rente setzt sich aus den letzten Arbeitsjahren zusammen. Das stimmt so nicht. Die Rentenhöhe berechnet sich aus dem gesamten Versicherungsleben.  © O. Diez/Imago
Zu sehen ist ein älterer Mann auf einer Sportmatte. Er sitzt und neben ihm liegen Kurzhanteln.
Mythos 5: Ein Reha-Aufenthalt mindert die Rente. Dieser Mythos stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. In der Rehabilitation werden die Pflichtbeiträge zu 80 Prozent des vergangenen Bruttolohns von der Rentenversicherung gezahlt. Das erhöht den späteren Rentenanspruch.  © Hodei Unzueta/Imago
Zu sehen ist ein Antrag auf Hinterbliebenenrente, darauf liegt Geld.
Mythos 6: Nur Frauen haben Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Das stimmt nicht. Zwar ist die Witwenrente bekannter, aber auch Männer erhalten Witwerrente. Seit 1986 sind Männer und Frauen in der Rentenversicherung gleichberechtigt.  © Sabine Brose, Frank Sorge/Imago
aelteres Paar sitzt verliebt an einem Baum und liest zusammen ein Buch elderly couple in love sittin
Mythos 7: Nach 45 Jahren im Beruf kann man schon mit 63 Jahren in Rente gehen. Das stimmt nur zum Teil. Wer so lange im Berufsleben war, der kann grundsätzlich früher in Rente gehen. Allerdings verschiebt sich das Renteneintrittsalter je nach Geburtsjahr nach hinten.  © Imago
Zu sehen ist jemand, der am PC arbeitet.
Mythos 8: Einen Rentenanspruch hat erst jemand, der 15 Jahre gearbeitet hat. Das ist falsch. Die Mindestversicherungszeit für die Regelaltersrente beträgt fünf Jahre.  © Rüdiger Wölk/Imago
Zu sehen ist eine alte Frau, die ein Heft vor sich liegen hat. Sie schaut ihre Katze an.
Mythos 9: Die Rente muss nicht versteuert werden. Das ist falsch. Grundsätzlich muss eine Einkommens- bzw. Lohnsteuer auf die Rente gezahlt werden. Das Geld wird derzeit nicht voll versteuert. Der Prozentsatz ist abhängig vom Renteneintritt.  © Imago
Zu sehen ist eine Deutschlandkarte, darauf sind Balken zu sehen.
Mythos 10: Wenn man Ostrente bezieht und in den Westen umzieht, bekommt man Westrente. Das stimmt nicht. Die Altersrente wird einmal anhand der Entgeltpunkte errechnet, die am Beschäftigungsort erworben wurde. Der Wohnsitz spielt dabei keine Rolle. Auch für Rentenerhöhungen ist der Wohnortswechsel unerheblich.  © Imago

Maximale Rente: Es gibt eine monatliche Höchstgrenze

2021 lag die deutsche Durchschnittsrente bei gerade mal 1.089 Euro pro Monat. Damit es mehr gibt, braucht man mehr sogenannte Rentenpunkte. Denn die bestimmen am Ende des Arbeitslebens, wie hoch die monatliche Rente ausfällt.

Positiv in die Zukunft blicken fällt auf jeden Fall leichter, wenn man sich im Ruhestand keine Sorgen um Geld machen muss.

Im Moment gibt es für einen Rentenpunkt 36,02 Euro im Westen (Osten: 35,52 Euro). Das eigene Einkommen bestimmt die Anzahl der Rentenpunkte. Mit einem Durchschnittsgehalt von 38.901 Euro (Stand 2022) würde man beispielsweise genau einen Rentenpunkt bekommen. Dabei gibt es allerdings auch eine Höchstgrenze. Im Jahr 2022 liegt diese bei 84.000 Euro pro Jahr. Teilt man diese Summe durch das Durchschnittsgehalt, erhält man die maximale Anzahl an möglichen Rentenpunkten fürs Jahr (2022 = 2,17).

3.000 Euro Rente: Wie kann man die erreichen?

Zuerst sei gesagt: Eine Rente von mehr als 3.000 Euro zu erhalten, ist schwierig. Im Jahr 2020 haben das gerade mal 40 Rentner laut einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung geschafft. 2.000 Euro Rente im Monat wären schon viel eher machbar. Wenn man allerdings mit den Höchstbeträgen rechnen würde, ergäbe sich folgendes Beispiel: Max Mustermann arbeitet 45 Jahre lang und erreicht in jedem dieser Jahre zwei Rentenpunkte. Die werden am Ende mit dem aktuellen Rentenwert von 36,02 Euro multipliziert und ergeben eine monatliche Rente von rund 3.242 Euro.

Berechnung der Rente mit der Rentenformel

Entgeltpunkte (max. 2,17) x Zugangsfaktor (Beitragsjahre) x aktueller Rentenwert (36,02 Euro) = monatliche Bruttorente.

Nach dieser Rechnung braucht man im Umkehrschluss für eine monatliche Bruttorente von 3.000 Euro bei 45 Beitragsjahren jährlich 1,85 Rentenpunkte.

Ruhestand: Durchschnittsrente weit von 3.000 Euro entfernt

Mehr als 3.000 Euro monatlich an Rentenzahlungen zu bekommen, wird für die meisten Ruheständler wohl ein Traum bleiben. Aktuell beträgt die Standardrente für jemanden, der 45 Jahre lang Beiträge für ein durchschnittliches Gehalt gezahlt hat, im Westen rund 1.539 Euro brutto. Davon werden noch die Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen, damit bleiben rund 1.369 Euro netto (vor Steuern). Übrigens: Zeiten der Kindererziehung lassen sich bei der Rente ebenfalls anrechnen.

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Wer 2020 in Rente ging, für den gibt es im Schnitt 1.182 Euro (Frauen: 774 Euro). Die Witwenrente (Witwer: 316 Euro/Monat, Witwen: 692 Euro/Monat) liegt noch einmal stark darunter, kommt aber mit zur Rente dazu. Wichtig: Davon sind die Pflege- und Krankenversicherung schon abgerechnet, nicht aber die Einkommenssteuer.

Rubriklistenbild: © RACHEL ANNIE BELL/Imago

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