Finanzen im Ruhestand

Rente aufstocken: Wie hoch darf die Rente sein, um Grundsicherung zu erhalten?

Im Ruhestand haben Sie Anspruch auf eine Grundsicherung, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Wie hoch darf die Rente maximal sein?

Für viele Menschen im Ruhestand in Deutschland reicht die Rente nicht aus und sie sind von Altersarmut betroffen. Der Stern nennt Berlin als Beispiel, wo die Zahl der Senioren, die Sozialhilfe beziehen, in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Laut dem Sozialverband VdK Deutschland hätten noch weitaus mehr Rentner Anspruch auf die Grundsicherung. Allerdings würden sie keine Anträge stellen, da sie befürchten, dass ihre Kinde das Geld zurückzahlen müssten – oder weil sie sich dafür schämten. Womöglich glauben auch viele Senioren, dass sie gar keinen Anspruch darauf haben, da sie Rente beziehen. Doch sofern das Einkommen in der Rente eine bestimmte Grenze nicht überschreitet, sind Sie anspruchsberechtigt.

Grundsicherung im Alter: Wie hoch darf die Rente bzw. das Einkommen höchstens sein?

Folgende Voraussetzungen müssen laut der Deutschen Rentenversicherung für die Berechtigung zur Grundsicherung im Alter erfüllt sein:

  • Sie haben die Regelaltersgrenze erreicht und beziehen Ihre regulären Zahlungen für die Altersrente.
  • Ihr gesamtes monatliches Einkommen liegt bei unter 924 Euro. Hierzu zählen neben der Rente unter anderem Miet- und Pachteinnahmen, Krankengeld oder Zinsen. Pflegegeld hingegen wird nicht hinzugezogen.
  • Sie leben in Deutschland. Zudem dürfen Sie sich nach der Bewilligung nicht länger als vier Wochen ununterbrochen im Ausland aufhalten.
  • Das Einkommen des Lebenspartners spielt ebenfalls eine Rolle. Wenn dieser besonders viel verdient, könnte der Anspruch auf eine Grundsicherung verfallen.
  • Falls Sie eine Erwerbsminderungsrente beziehen, haben Sie möglicherweise trotzdem Anspruch auf die Grundsicherung. Lassen Sie sich in dem Fall persönlich beraten.

Wie hoch ist die Grundsicherung?

Im Ruhestand haben Sie Anspruch auf eine Grundsicherung, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Die Höhe des Betrags der Grundsicherung wird für jeden individuell berechnet. 2020 waren es laut VdK pauschal 432 Euro für Alleinstehende und 389 Euro für Paare. Obendrauf übernimmt das Sozialamt einige der Kosten für die Unterkunft und Heizkosten im angemessenen Rahmen. Dabei wird der örtliche Mietspiegel als Richtwert berücksichtigt.

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Wo kann ich die Grundsicherung beantragen?

Sollten Sie die genannten Voraussetzungen erfüllen, ist es für Sie sinnvoll, dass Sie einen Antrag auf die Grundsicherung stellen. Dafür müssen Sie Ihr örtliches Sozialamt kontaktieren. Alternativ können Sie den Antrag auch bei der Deutschen Rentenversicherung einreichen. Dort wird anschließend weitergeleitet.

Diese neun Mythen kursieren über die Rente

Zu sehen sind mehrere Senioren, die auf einer Bank sitzen.
Wenn die Rente bevor steht, dann kommen viele Fragen auf. Wie lange muss man gearbeitet haben? Wie wird die Rente versteuert? Das sind nur wenige Fragen, die Sie sich vielleicht stellen. Hier bekommen Sie die Antworten.  © Imago
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Mythos 1: Die Rente kommt automatisch. Das ist nicht der Fall. Man muss die Rente bei der gesetzlichen Rentenversicherung frühzeitig schriftlich beantragen.  © Birgit Reitz-Hofmann/Imago
Ein Senior verdient sich neben seiner Rente etwas dazu.
Mythos 2: Neben der Rente darf man unbegrenzt dazuverdienen. Das stimmt nicht, eine Grenze gibt es. Wer früher in Rente geht oder erwerbsunfähig ist, kann bis zu 6300 Euro im Jahr dazuverdienen. Verdient man mehr, kann das auf die Rente angerechnet werden.  © Imago
Zu sehen ist eine Tastatur mit einer Tastatur und einem grünen Post-It. Darauf steht „Mein letzter Arbeitstag“.
Mythos 3: Die Höhe der Rente setzt sich aus den letzten Arbeitsjahren zusammen. Das stimmt so nicht. Die Rentenhöhe berechnet sich aus dem gesamten Versicherungsleben.  © O. Diez/Imago
Zu sehen ist ein älterer Mann auf einer Sportmatte. Er sitzt und neben ihm liegen Kurzhanteln.
Mythos 5: Ein Reha-Aufenthalt mindert die Rente. Dieser Mythos stimmt nicht. Das Gegenteil ist der Fall. In der Rehabilitation werden die Pflichtbeiträge zu 80 Prozent des vergangenen Bruttolohns von der Rentenversicherung gezahlt. Das erhöht den späteren Rentenanspruch.  © Hodei Unzueta/Imago
Zu sehen ist ein Antrag auf Hinterbliebenenrente, darauf liegt Geld.
Mythos 6: Nur Frauen haben Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Das stimmt nicht. Zwar ist die Witwenrente bekannter, aber auch Männer erhalten Witwerrente. Seit 1986 sind Männer und Frauen in der Rentenversicherung gleichberechtigt.  © Sabine Brose, Frank Sorge/Imago
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Mythos 7: Nach 45 Jahren im Beruf kann man schon mit 63 Jahren in Rente gehen. Das stimmt nur zum Teil. Wer so lange im Berufsleben war, der kann grundsätzlich früher in Rente gehen. Allerdings verschiebt sich das Renteneintrittsalter je nach Geburtsjahr nach hinten.  © Imago
Zu sehen ist jemand, der am PC arbeitet.
Mythos 8: Einen Rentenanspruch hat erst jemand, der 15 Jahre gearbeitet hat. Das ist falsch. Die Mindestversicherungszeit für die Regelaltersrente beträgt fünf Jahre.  © Rüdiger Wölk/Imago
Zu sehen ist eine alte Frau, die ein Heft vor sich liegen hat. Sie schaut ihre Katze an.
Mythos 9: Die Rente muss nicht versteuert werden. Das ist falsch. Grundsätzlich muss eine Einkommens- bzw. Lohnsteuer auf die Rente gezahlt werden. Das Geld wird derzeit nicht voll versteuert. Der Prozentsatz ist abhängig vom Renteneintritt.  © Imago
Zu sehen ist eine Deutschlandkarte, darauf sind Balken zu sehen.
Mythos 10: Wenn man Ostrente bezieht und in den Westen umzieht, bekommt man Westrente. Das stimmt nicht. Die Altersrente wird einmal anhand der Entgeltpunkte errechnet, die am Beschäftigungsort erworben wurde. Der Wohnsitz spielt dabei keine Rolle. Auch für Rentenerhöhungen ist der Wohnortswechsel unerheblich.  © Imago

Wann und wie lange erhalte ich die Grundsicherung?

Falls Ihnen die Grundsicherung gestattet wird, erfolgt die Zahlung in der Regel für zwölf Monate. Danach müssen Sie nach einem Jahr einen Folgeantrag stellen. Allerdings ist es auch möglich, eine längere Bewilligung zu erhalten, sofern abzusehen ist, dass sich Ihr Einkommen in diesem Zeitraum nicht ändern wird. Die erste Zahlung bekommen Sie ab dem ersten Tag des Monats, in dem Sie den Antrag gestellt haben. Rückwirkende Zahlungen sind nicht möglich.

Rubriklistenbild: © Felix Schlikis/Imago

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