Änderung bei der Einkommensteuer

Große Steuerrückzahlung: Wie viel Geld erhalten Arbeitnehmer im Juli zurück? 

Durch eine Änderung bei der Einkommensteuer erhalten Millionen Arbeitnehmer im Juli zu viel gezahlte Lohnsteuer zurück. Mit wie viel Geld können sie rechnen?

Die Folgen des Steuerentlastungsgesetzes 2022 werden Arbeitnehmer bereits ab Juli im Geldbeutel spüren: Mit dem Juli-Gehalt werden Arbeitgeber ihren Angestellten zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückerstatten – und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2022. Möglich macht das eine Änderung bei der Einkommensteuer: Der Grundfreibetrag erhöht sich zum 1. Juli 2022 von 9.984 Euro auf 10.347 Euro pro Jahr.

Im Juli erhalten Arbeitnehmer zu viel gezahlte Lohnsteuer zurück – rückwirkend bis zum 1. Januar 2022. Der Grund sind Änderungen bei der Einkommensteuer.

Mehr Netto-Gehalt: So viel Geld erhalten Arbeitnehmer im Juli zurück

Erhöht sich der Grundfreibetrag, wird vom Gehalt weniger Lohnsteuer abgezogen und ans Finanzamt gezahlt. So erhöht sich das Netto-Einkommen. Die zu viel gezahlte Lohnsteuer erhalten Arbeitnehmer voraussichtlich ab Juli wieder zurück. Wie hoch die Rückerstattung bei jedem Einzelnen genau ausfällt, hängt davon ab, wie viel der Arbeitnehmer verdient.

  • Der Bund der Steuerzahler hat etwa vorgerechnet, dass eine vierköpfige Familie, bei der beide Elternteile jeweils 3.000 Euro brutto verdienen, 256 Euro im Jahr an Lohnsteuer einsparen. Durch die rückwirkende Rückerstattung im Juli erhalten beide Elternteile zusammen 150 Euro mehr, ab August bleibt ihnen monatlich 21 Euro netto mehr übrig.
  • Singles mit einem Brutto-Verdienst von 2.500 Euro im Monat zahlen durch die Änderung jährlich 124 Euro weniger Lohnsteuer. Somit bleibt ihnen laut Bund der Steuerzahler im Juli netto 74 Euro mehr Gehalt, ab August sollen dann 10 Euro mehr auf dem Konto landen.
  • Bei einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro pro Monat bleibt Single-Arbeitnehmern im Juli 80 Euro mehr vom Netto-Gehalt übrig, ab August dann elf Euro monatlich. Somit beläuft sich die jährliche Ersparnis auf 136 Euro.

Steuer-Tricks: So sparen Sie bares Geld bei der Steuererklärung

Jedes Jahr legen Sie mit der Steuererklärung dem Finanzamt Ihre Einnahmen und Belastungen offen. Damit Sie nicht unnötig Geld verschenken, haben wir ein paar Tipps für Sie.
Jedes Jahr legen Sie mit der Steuererklärung dem Finanzamt Ihre Einnahmen und Belastungen offen. Damit Sie nicht unnötig Geld verschenken, haben wir ein paar Tipps für Sie. © MiS/Imago
Nutzen Sie Pauschbeträge wie die Pendlerpauschale. Letztere können Sie immer angeben, egal ob Sie zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit kommen. Dafür gibt‘s 35 Cent pro Kilometer (ab 2022: 38 Cent).
Nutzen Sie Pauschbeträge wie die Pendlerpauschale. Letztere können Sie immer angeben, egal ob Sie zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit kommen. Dafür gibt‘s 35 Cent pro Kilometer (ab 2022: 38 Cent). © Imago/Sabine Gudath
Auch mit der Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (max. 600 Euro im Jahr) lassen sich Steuern sparen. Vorausgesetzt, Sie kommen über die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro im Jahr.
Auch mit der Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (max. 600 Euro im Jahr) lassen sich Steuern sparen. Vorausgesetzt, Sie kommen über die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro im Jahr. © Imago/Tanya Yatsenko
Auch wer berufsbedingt in eine andere Stadt zieht, kann seine Umzugskosten steuerlich geltend machen.
Auch wer berufsbedingt in eine andere Stadt zieht, kann seine Umzugskosten steuerlich geltend machen. © Vasily Pindyurin/Imago
Spenden, wie etwa bei Straßensammlungen, werden beim Finanzamt als Sonderausgaben anerkannt.
Spenden, wie etwa bei Straßensammlungen, werden beim Finanzamt als Sonderausgaben anerkannt.  © MiS/Imago
Wussten Sie schon? Zu den Sonderausgaben zählen übrigens auch bestimmte Versicherungen, wie die Haftpflicht oder Riester-Rente.
Wussten Sie schon? Zu den Sonderausgaben zählen übrigens auch bestimmte Versicherungen, wie die Haftpflicht oder Riester-Rente. © Panthermedia/Imago
Auch die Pflege von Angehörigen lässt sich steuerlich geltend machen.
Auch die Pflege von Angehörigen lässt sich steuerlich geltend machen. So steht pflegenden Arbeitnehmern für das Jahr 2021 ein Pauschbetrag von 600 bis 1.800 Euro zu (je nach Pflegegrad). © Ute Grabowsky/Imago
Feuerwehr. Mit einem Ehrenamt lassen sich Steuern sparen.
Sie üben ein Ehrenamt aus? Dann bleiben jährlich 840 Euro steuer- und sozialabgabenfrei (Stand: 2022). © Martin Wagner/Imago
Fliesenleger bei der Arbeit. Geben Sie Handwerkerkosten unbedingt in der Steuererklärung an – damit sparen Sie bares Geld.
Geben Sie Handwerkerkosten unbedingt in der Steuererklärung an – damit sparen Sie bares Geld. © IMAGO/Achim Duwentäster
Optiker mit Brille. Krankheitskosten wie Brillen, Medikamente und Behandlungskosten werden vom Finanzamt berücksichtigt, sofern sie die Zumutbarkeitsgrenze überschreiten.
Krankheitskosten wie Brillen, Medikamente und Behandlungskosten werden vom Finanzamt berücksichtigt, sofern sie die Zumutbarkeitsgrenze überschreiten. © Westend61/Imago

Steuerentlastungsgesetz: Nur Angestellte erhalten bereits im Juli Geld zurück

Von der Steuerentlastung im Juli profitieren vorerst nur Angestellte. Selbstständige und Rentner, die Lohnsteuer abführen, können die höheren Grundfreibeträge erst in der Steuererklärung für 2022 geltend machen. Vielen Rentnern bleibt durch den höheren Grundfreibetrag sogar eine Steuererklärung erspart. Sie sitzen gerade an der Steuererklärung für 2021? Dann können Sie sich noch ein bisschen Zeit lassen: Die Abgabefrist wurde von Juli bis in den Herbst 2022 verlängert. (as)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Fotostand / K. Schmitt

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