Studie überprüft glutenfreie Ernährung

Glutenfreie Lebensmittel sind derzeit unter Ernährungsbewussten besonders beliebt. Viele Menschen mit Magenbeschwerden kaufen die Produkte, obwohl sie keine Glutenunverträglichkeit haben. Ob dies gesundheitlich überhaupt sinnvoll ist, muss wissenschaftlich jedoch noch erwiesen werden.

Eine Studie an der Charité in Berlin untersucht momentan, ob eine glutenfreie Ernährung Menschen mit Reizdarmsyndrom Linderung verschafft. Dabei wird bei den Probanden zunächst eine Zöliakie, also eine tatsächliche Glutenunverträglichkeit, ausgeschlossen. In der Studie werden die Versuchspersonen dann auf eine glutenfreie Diät gesetzt und ihre Blutbilder kontrolliert. Die Studie soll Auskunft darüber geben, ob der Trend zur glutenfreien Ernährung wissenschaftlich begründet werden kann.

In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Zöliakiegesellschaft bloß etwa 0,4 Prozent der Bevölkerung an einer tatsächlichen Glutenunverträglichkeit. Das Klebereiweiß, das in Getreideprodukten enthalten ist, löst bei dieser Bevölkerungsgruppe starke gesundheitliche Beschwerden aus. Für die Betroffenen ist der Verzicht auf Gluten in Lebensmitteln lebenswichtig. Jedoch kaufen auch viele Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden, die nicht auf Glutenunverträglichkeit zurückgeführt werden können, die glutenfreien Lebensmittel und versprechen sich dadurch Linderung ihrer Beschwerden oder eine gesündere Ernährungsweise.

Bis jetzt ist die Expertenmeinung, dass dieses Ernährungsverhalten irrig ist. Denn glutenfreie Produkte sind nicht notwendigerweise gesünder, sondern oft bloß teurer. Weiterhin sind die Gründe für das Reizdarmsyndrom oder andere Magen-Darm-Krankheiten oft vielschichtiger und können durch das simple Weglassen von Gluten nicht beseitigt werden. Auch bei der Studie der Charité kontrollieren die Ärzte, ob eventuell Reaktionen auf andere Stoffe in den Getreidespeisen für die Beschwerden ihrer Probanden verantwortlich sind. Dennoch berichten die Versuchspersonen der Studie von einer Besserung ihrer Beschwerden, wenn sie Gluten weglassen. Dies könnte aber auch ein Placeboeffekt sein, der durch die Teilnahme der Studie entsteht.

In den USA ist bereits ein Krankheitsbild akzeptiert, das sich Gluten-Sensitivität nennt. Das American Journal of Gastroenterology gab Auskunft, dass sich in den USA bereits 1,6 Millionen Menschen glutenfrei ernähren, obwohl sie keine Zöliakie diagnostiziert haben. In Deutschland könnten die Zahlen ähnlich sein. Dennoch ist das Krankheitsbild auch bei Gluten-Sensitivität nicht eindeutig. Die Symptome ähneln denen von Zöliakie, Reizdarmsyndrom, und <a href="http://www.gesundheitsfrage.net/tag/laktoseintoleranz/1"><b>Laktoseintoleranz</b></a>, und können daher nicht eindeutig zugeordnet werden. Welche Ursache Magen-Darm-Beschwerden haben, kann letztendlich bloß über das Ausprobieren verschiedener Ernährungsweisen herausgefunden werden. Wie oft sich Unverträglichkeiten überschneiden oder von Ärzten fälschlich zugeordnet werden, zeigen auch die Diskussionen bei <a href="http://www.gesundheitsfrage.net/"><b>www.gesundheitsfrage.net</b></a>. Dennoch sollte ein so radikaler Schritt wie der Übergang zu einer glutenfreien Ernährung, und sei es nur zeitweise, unbedingt mit einem Arzt oder Ernährungsberater abgeklärt werden. Denn sonst geht es nach der Umstellung bloß einem wesentlich besser: dem Hersteller der glutenfreien Produkte.

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