Altersvorsorge ist einfach:

Heute schon an morgen denken

Altersvorsorge ist als Thema immer wieder in aller Munde. Während manche bereits gut abgesichert sind, schieben andere das Thema gerne „auf die lange Bank“. Warum es aber unbedingt ratsam ist, so früh wie möglich mit der Absicherung für später zu beginnen, erklärt Sebastian Greif, Vorstandsmitglied der Stadt-Sparkasse Solingen.

Wann sollte man anfangen, sich um die eigene Altersvorsorge zu kümmern? 

Sebastian Greif, Vorstandsmitglied der Stadt-Sparkasse Solingen

Sebastian Greif: „Grundsätzlich kann private Altersvorsorge mit der Geburt beginnen – hier hat man natürlich einen ultimativen Zeitvorteil. Spätestens mit dem Start einer beruflichen Tätigkeit, der Ausbildung oder des Studiums ist es dringend Zeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Wer die finanziellen Möglichkeiten hat, kann bestenfalls bereits für seine Kinder einen soliden Grundstein legen.“ 

Warum ist es sinnvoll, schon in jungen Jahren zu beginnen? 

Sebastian Greif: „Die Ergebnisse aktueller Studien zeigen, dass die jüngeren Generationen mehr fürs Alter sparen müssen als die älteren Generationen, wenn sie ihren Lebensstandard im Ruhestand halten möchten. Die Zeiten unserer Eltern und Großeltern sind heute kein Maßstab mehr. Die Gründe dafür sind verschieden: eine deutlich erhöhte Lebenserwartung und zudem ein historisch niedriges Zinsniveau. Während der Jahrgang 1960 noch rund 2,4 Prozent seines Bruttoerwerbseinkommens für die Rente sparen musste, sind es für den Jahrgang 1990 bereits 8,4 Prozent. Die meisten Leute neigen dazu, das Thema ‚auf die lange Bank‘ zu schieben. Sie wollen warten, bis sie mal mehr Geld und mehr Zeit haben, und sich dann erst mit der Altersvorsorge auseinandersetzen. Dabei ist es eben heutzutage so wichtig wie nie zuvor, frühzeitig anzufangen.“ 

Welche Möglichkeiten zur Vorsorge fürs Alter gibt es? 

Sebastian Greif: „Wir unterscheiden in Deutschland drei Säulen der Altersvorsorge: Die erste Säule ist die Basisvorsorge. Diese umfasst die gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke und die Beamtenversorgung. Die private Basisrentenversicherung, auch als Rürup-Rente bekannt, gehört ebenfalls zu dieser Basisvorsorge. Die zweite Säule beinhaltet die staatlich geförderte Vorsorge wie die betriebliche Altersvorsorge und die Riester-Rente. Die dritte Säule steht für die rein private Vorsorge. Hierunter fallen alle Sparformen, für die es keine besondere staatliche Förderung gibt. Eine individuelle Beratung, um die ideale Zusammenstellung zu finden, ist hierbei enorm wichtig, denn es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Möglichkeiten, die Basisvorsorge, die allein nicht ausreichen wird, optimal zu ergänzen.“ 

Wie hole ich das Beste aus meiner Altersvorsorge raus? 

Sebastian Greif: „Indem ich im Rahmen meiner persönlichen Möglichkeiten frühzeitig damit beginne, einen passenden Beitrag zu investieren, und dann in regelmäßigen Abständen meine Altersvorsorge überprüfe und anpasse. Eine Anpassung ist immer dann ratsam, wenn sich persönliche Veränderungen im Leben ergeben: höheres Gehalt, Gründung einer Familie, Beförderung, Jobwechsel etc. Die Altersvorsorge soll individuell sein und das Gefühl geben, dass man für die Zukunft gut aufgestellt ist. Also: so früh wie möglich mit kleinen Beiträgen starten und dem Einkommenszuwachs anpassen. Dabei staatliche Förderung nutzen – das entlastet den eigenen Geldbeutel.“ 

Welche Rolle spielt hierbei die Sparkasse? 

Sebastian Greif: „Unsere Aufgabe ist es, unsere Kundinnen und Kunden auf die vorhandene Vorsorgelücke aufmerksam zu machen. Die Kundenberaterinnen und Kundenberater prüfen im persönlichen Gespräch die Vorsorgesituation und errechnen, zum Beispiel anhand der regelmäßigen Renteninformation, die im Alter entstehende Lücke. Dann kann man über individuelle Lösungen sprechen, die zum Einkommen und zu den persönlichen Vorstellungen passen.“ 

Gibt es eine Faustregel, die man sich ab und an ins Gedächtnis rufen bzw. überprüfen sollte? 

Sebastian Greif: „Es ist immer sinnvoll, jede Situation individuell zu betrachten. Nur dann kann man die Möglichkeiten ideal ausschöpfen. Wenn man sich an einer Faustregel orientieren möchte, dann raten wir dazu, 10 bis 15 Prozent des Bruttoeinkommens für die Zukunft zurückzulegen. Mindestens die Hälfte davon sollte in die private Altersvorsorge investiert werden.“ 

Können Sie eine Prognose für die Zukunft abgeben? 

Sebastian Greif: „Es ist wichtig, sich nicht abhängig von der gesetzlichen Rente zu machen. Angesichts diverser veränderter Rahmenbedingungen in den letzten Jahren – einem anderen Zinsniveau, der Rentenaltererhöhung oder steuerlicher Änderungen – kann leider niemand ganz genau sagen, wie eine Rentenzeit für eine heute 20-jährige Person aussieht. Darum sollte man sich ganz persönlich heute schon Gedanken über morgen machen.“

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