Regelmäßig sparen:

Die ideale Geldanlage finden

Schauen Sie sich doch mal das Beispiel oben rechts in der Ecke an: Würden Sie zu diesen Konditionen Ihr Geld anlegen? Eine Alternative stellt Frank Metz von der DekaBank im Interview vor.

Lohnt sich sparen eigentlich noch? 

Frank Metz: „Wenn ich das Beispiel zeige, sind sich alle direkt einig: Eine andere Geldanlage wäre besser. Die meisten erkennen sofort, dass die Ursache der Unzufriedenheit darin liegt, dass die Inflation höher ist als der Zins. Was genau dieser Fachbegriff aber bedeutet, ist vielen unklar. Doch worum gehts also? Nehmen wir das Beispiel einer Kugel Eis: Anfang der 2000er hat eine Kugel circa 80 Cent gekostet, heute bezahlt man im Schnitt 1,20 Euro. Innerhalb von knapp 20 Jahren ist der Preis also um 40 Cent gestiegen, was 50 Prozent vom Ursprungswert ausmacht. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie sich die Inflation bemerkbar macht. Inflation erkenne ich aber ebenfalls an anderen alltäglichen Dingen, wie zum Beispiel an Preisen für Lebensmittel oder beim Tanken. Diese Entwicklung hat zugleich Einfluss auf das Sparen. Im Schnitt beläuft sich die Inflation auf zwei Prozent pro Jahr. Der Zins für normale Spareinlagen und Tagesgeld liegt aktuell bei 0,01 Prozent p. a. Das ergibt eine Differenz von 1,99 Prozent, die ich gedanklich pro Jahr von meinem angelegten Geldbetrag abziehen muss.“

Welche Optionen gibt es? 

Frank Metz: „Es ist wichtig, das eigene Vermögen gut zu strukturieren und auf verschiedene Anlageklassen zu setzen. Es kann grundsätzlich interessant sein, sowohl in Aktienfonds zu investieren und gleichzeitig Rentenfonds in Betracht zu ziehen, die durch die Anlage in verschiedene festverzinsliche Wertpapiere Chancen auf regelmäßige Erträge bieten. Immobilienfonds, die für Stabilität sorgen, eignen sich als weiterer Baustein.“

 Wie genau funktionieren Aktienfonds? 

Frank Metz von der DekaBank

Frank Metz: „Stellen Sie sich vor, Sie würden in nur eine Aktie, das heißt in ein Unternehmen, investieren. Unternehmen unterliegen wirtschaftlichen Schwankungen und das wirkt sich auf Ihr Investment aus. Insofern ist es sinnvoll, bei der Geldanlage nicht nur in eine, sondern in viele verschiedene Aktien zu investieren. Kommt es bei einem Unternehmen zu Verlusten, kann dieses Ergebnis durch mögliche Gewinne der anderen Unternehmen ausgeglichen werden. In der Praxis ist das wiederum nicht so leicht umzusetzen, da in der Regel nicht endlos viel Geld zur Verfügung steht, um in die zahlreichen nationalen und globalen Unternehmen zu investieren, und diese Vorgehensweise zudem mit einem sehr hohen Zeitaufwand verbunden wäre. Genau da setzt der Aktienfonds an und nimmt Ihnen diese Arbeit ab: Hier wird das Geld vieler Anlegerinnen und Anleger gebündelt und ein professioneller Fondsmanager wählt die aussichtsreichsten Aktien unterschiedlicher Unternehmen aus. Mit dem Kauf eines Fondsanteils können Sie also mit einer Anlage gleichzeitig in mehrere Unternehmen investieren und dies sogar international. Sie sind damit automatisch in unterschiedlichen Ländern, Branchen und Währungen unterwegs. Der schöne Nebeneffekt: eine ausgewogene Mischung. Doch auch Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen, sodass Kursverluste eintreten können.“

Viele Privatanlegerinnen und Privatanleger scheuen die Investition in Aktien – woher kommt das? 

Frank Metz: „Oft wird der Begriff der Aktienanlage gedanklich mit Spekulationen und damit mit hohen Risiken verbunden. Zweifelsfrei gibt es diese auch, denn die Aktienkurse schwanken permanent. Aber wo Risiken sind, da gibt es auch Chancen. Um diese Chancen zu nutzen und gleichzeitig Schwankungen zu reduzieren, sollte man zwei Faustregeln beachten: Eine Aktienanlage sollte einerseits breit gestreut – zum Beispiel mithilfe eines Aktienfonds – und andererseits langfristig ausgerichtet sein. Der Blick in die Vergangenheit bestätigt, dass Anlegerinnen und Anleger, die in Aktien investiert haben, langfristig im Vorteil gegenüber anderen Sparenden waren. Allerdings sind Kursentwicklungen aus der Vergangenheit kein Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Aus diesem Grund ist es wichtig, nicht nur einmalig, sondern in regelmäßigen Abständen immer wieder Geld zu investieren. So ist man nicht so sehr von Kursschwankungen abhängig und kann flexibler reagieren. Am einfachsten lässt sich das über einen Sparplan regeln.“ 

Was sollte ich tun, wenn ich mein Geld gut strukturiert anlegen möchte? 

Frank Metz: „Es gilt, in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Sparkassenberaterin oder Ihrem Sparkassenberater die richtigen Geldanlagen für Sie zu finden und eine gute Auswahl zu treffen. Die ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Deshalb entstehen bei einem solchen Gespräch sehr individuelle Investitionspläne – eben perfekt auf Sie und Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Anlagementalität zugeschnitten. Sprechen Sie am besten Ihre Beraterin oder Ihren Berater bei der Stadt-Sparkasse Solingen direkt an.“

Mehr zum Thema

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Nikolaussingen 2019
Nikolaussingen 2019

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren