Sportinteressierte schauen immer noch fleißig fern

Eine Studie hat untersucht, wie die Deutschen sich über Sport informieren. Sie kam zu zwei klaren Ergebnissen. Erstens: Der Fernseher hat seine Röhrennase immer noch weit vorn. Und zweitens informieren sich junge Menschen mittlerweile völlig anders als ältere Generationen.

Überraschend viele Deutsche interessieren sich für Sportberichterstattung: Zwei Drittel der Befragten informieren sich häufig und regelmäßig über Sport. Das fand eine Studie der PR-Agentur Edelman in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Deutschen Sporthochschule Köln heraus. Die Studie befragte rund 1000 Personen zu ihrem Verhalten. Von diesen gaben 64 Prozent an, an Sportberichterstattung interessiert zu sein, und 80 Prozent trieben selbst Sport.

Insgesamt ist der Fernseher immer noch das beliebteste Medium. Die Übertragung von Spielen auf der altmodischen Röhre ist wesentlich beliebter als der Livestream im Internet: 82,4 Prozent der Zuschauer verlässt sich auf den Fernseher. Doch immerhin ein Viertel dieser Sportgucker sucht nebenbei noch Informationen aus dem Internet zu dem jeweiligen Sportereignis. Tageszeitungen und Radio liegen weit abgeschlagen von den beiden Lieblingsmedien der Deutschen: Bloß ein Viertel verlässt sich auf die Printmedien, und bloß 12,5 Prozent auf das Radio. Zarte 3,5 Prozent schauen noch im guten alten Videotext nach.

Nicht sehr überraschend sind die Unterschiede zwischen den Generationen, welche die Forscher herausgefunden haben: Je jünger die Befragten waren, desto häufiger bevorzugten sie das Internet. Über siebzig Prozent der 14-19-Jährigen schaut als Erstes im Netz nach und macht dabei auch von Kommentarfunktionen und mehreren verschiedenen Webseiten Gebrauch. Bei den über 60-Jährigen hingegen sind es 22 Prozent – ein Wert, der allerdings immer noch überraschend hoch ist.

„Es ergibt sich insgesamt das Bild einer Übergangsphase der Sportkommunikation, in der die klassischen Medien noch Gewicht haben, gleichzeitig jedoch deutliche Anzeichen eines digitalen Wandels erkennbar sind“, kommentiert Dr. Mark Ludwig von der Deutschen Sporthochschule Köln das Ergebnis in der Pressemitteilung. Weiterhin weist er darauf hin, dass sich das Verhalten sehr verändert habe, weil die Sportschauer sich nun nicht mehr nur auf eine Quelle verlassen, sondern auf vielen verschiedenen Wegen informieren. Oft würde zum Beispiel ein Fußballspiel gleichzeitig im Fernsehen angeschaut und im Internet auf Webseiten verfolgt.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass die Sportbegeisterten durch das Internet sehr gut miteinander vernetzt sind. So werden nicht nur Informationen und Bewertungen ausgetauscht, sondern auch Tipps, wo welcher Sport am besten geschaut werden kann. Es gibt eine regelrechte <a href="http://www.gutefrage.net/"><b>Ratgeber Community</b></a> im Internet. Bei den Fragen rund um das Thema Sport geht es da auch relativ viel darum, gute Sportberichterstattung zu finden. Das zeigen auch die Diskussionen auf <a href="http://www.gutefrage.net/tag/sport/1"><b>http://www.gutefrage.net/tag/sport/1</b></a>.

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