Unfall im Ausland – was tun?

Jochen Ohliger, Fachanwalt für Strafrecht und für Verkehrsrecht

Die Osterferien stehen vor der Tür, Urlaubszeit schöne Zeit. Wer denkt schon daran, dass hier etwas schiefgehen könnte? Dennoch sollte man bei Urlaubsreisen vorsorglich auf einen Unfall vorbereitet sein. Was ist, wenn ein solches Malheur im Ausland passiert?! . . .

Die Osterferien stehen vor der Tür, Urlaubszeit schöne Zeit. Wer denkt schon daran, dass hier etwas schiefgehen könnte? Dennoch sollte man bei Urlaubsreisen vorsorglich auf einen Unfall vorbereitet sein. Was ist, wenn ein solches Malheur im Ausland passiert?!

Zunächst gelten hier die gleichen Überlegungen wie in Deutschland. Die Unfalldaten der Gegenseite sollten möglichst detailliert aufgenommen werden (Halter, Fahrerdaten, Kennzeichen, Name der Versicherung und Versicherungsscheinnummer). Die Polizei sollte zur Unfallaufnahme gebeten werden und die Namen und Anschriften etwaiger Zeugen sind zu notieren.

Bei der Rückkehr in die Heimat stellt sich dann die Frage, wie weiter zu verfahren ist. Bei einem Unfall im Ausland sind die Schadenersatzansprüche gegen den Haftpflichtversicherer des Unfallgegners, in dessen Land, geltend zu machen. Um die hieraus resultierenden - in der Regel schon sprachlichen - Schwierigkeiten zu minimieren, sind in jedem EU-Mitgliedsstaat Auskunftsstellen eingerichtet, bei denen der Geschädigte die näheren Daten zum Unfallgegner erfährt. In der Bundesrepublik ist dies das Deutsche Büro Grüne Karte e. V. in Hamburg. Die Daten des Unfallgegners sind dort entsprechend bekannt zu geben, man erhält alsdann eine so genannte Korrespondenzgesellschaft, d. h., einen deutschen Versicherer und ein deutsches Schadenbüro, welches für den ausländischen Versicherer - außergerichtlich - in der Bundesrepublik reguliert. Bei einem Auslandsunfall darf nach der vierten Krafthaftpflichtschadenrichtlinie der EU die Regulierungsdauer drei Monate nicht überschreiten, ansonsten kann der Geschädigte sich an die nationale Entschädigungsstelle, die Verkehrsopferhilfe in Hamburg, wenden.

Allgemein empfiehlt es sich, insbesondere bei längeren Verzögerungen, regelmäßig einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl einzuschalten, da insbesondere auch die Verjährungsvorschriften im europäischen Ausland anderes geregelt, kürzer, sind.