Ich will nicht zur Oma! Die Oma aber will mich haben.

Angela Krall, Fachanwältin für Familienrecht

Nach § 1685 Abs. 1 BGB haben Großeltern ein Recht auf Umgang mit ihrem Enkelkind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient . . .

Nach § 1685 Abs. 1 BGB haben Großeltern ein Recht auf Umgang mit ihrem Enkelkind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.

Unter Berufung auf diese Vorschrift wollte die Oma erstreiten, dass die Mutter ihres Enkelkindes, bei der das Kind lebt, ihr das Kind zum Umgang überlässt.

Die Eltern des betroffenen Kindes leben nicht mehr zusammen. Die elterliche Sorge hat die Mutter des Kindes. Die Oma hatte, nachdem die Eltern des Kindes sich getrennt haben, noch einige Zeit Kontakt zu ihrem Enkelkind. Der Kontakt des Kindes zu seinem Vater, dem Sohn der Oma, bestand nicht mehr.

Zu der Frage, ob ein Umgang des Kindes mit seiner Oma dem Wohl des Kindes dient, holte das zuständige Familiengericht ein Sachverständigengutachten ein. Die Sachverständige führte in ihrem Gutachten aus, dass das Kind deutlich zu erkennen gegeben hat, dass es keinen Umgang zur Oma wünscht. Es befürchte, dass die Oma versuchen wird, den Kontakt zum Vater wiederherzustellen und außerdem sei sie gegen die Mutter des Kindes. Auch habe das Kind selbst erklärt, nicht zur Oma zu wollen. Nach diesen Feststellungen durch die Sachverständige und der persönlichen Anhörung des Kindes und der Beteiligten hat das zuständige Gericht den Umgang der Oma mit dem Enkelkind für 2 Jahre ausgeschlossen.

Zur Begründung der Entscheidung wurde ausgeführt, dass das Umgangsrecht gemäß § 1685 Abs. 1 BGB dort seine Grenzen hat, wo aufgrund einer Zerrüttung der persönlichen Verhältnisse zwischen Großeltern und den Eltern eines Kindes Loyalitätskonflikte bei dem Kind ausgelöst werden können und ein Umgangsrecht auszuschließen ist, um das Kind einem beträchtlichen Spannungsverhältnis nicht auszuliefern, was der Entwicklung des Kindes nicht förderlich wäre. In dem zu entscheidenden Fall waren auch keine Anhaltspunkte zu erkennen, dass die Mutter das Spannungsverhältnis provoziert hätte, da sie zu einer früheren Zeit das Kind zur Oma gelassen hat.

Fazit: Ein Umgangsrecht der Großeltern wird ausgeschlossen, wenn das Verhältnis zur Kindesmutter zerrüttet ist und das Kind den Umgang ablehnt.