Gefährliches Möbelhaus

Dr. Svenja Kahlke-Kreitzberg, Fachanwältin für Arbeitsrecht und für Medizinrecht

Das Landgericht Konstanz hatte sich zu Beginn dieses Jahres mit einem kleinen „Unfall“ in einem Möbelhaus zu beschäftigen. Eine Kundin wollte aus der oberen Reihe eines Bilderregales ein kleines Bild herausnehmen, was zur Folge hatte, dass alle in dem Bilderregal befindlichen Bilder, auch aus den darunterliegenden Regalreihen „wie eine Wand“ auf die Kundin fielen . . .

Das Landgericht Konstanz hatte sich zu Beginn dieses Jahres mit einem kleinen „Unfall“ in einem Möbelhaus zu beschäftigen. Eine Kundin wollte aus der oberen Reihe eines Bilderregales ein kleines Bild herausnehmen, was zur Folge hatte, dass alle in dem Bilderregal befindlichen Bilder, auch aus den darunterliegenden Regalreihen „wie eine Wand“ auf die Kundin fielen, und diese unter sich begruben. Die Kundin machte gegen die Ladeninhaberin Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche geltend. Diese war sich keiner Schuld bewusst. Sie lehnte die Ansprüche mit der Begründung ab, dass der Hersteller dieses Regal unzählige Male bereits ausgeliefert habe und es nie zu einem vergleichbaren Unfall gekommen sei. Außerdem sei der Kundin ein Mitverschulden anzulasten. Sie hätte zum einen das Personal um Hilfe bitten können, wenn sie so schlecht an die Ware herankommt, zum anderen hätte sie sich an das Regal „gehangen“, wodurch es erst zu dem Vorfall gekommen sei.

Das Landgericht Konstanz folgte dem nicht. So habe der Inhaber eines Geschäftes dafür zu sorgen, dass sich der Kunde in diesem gefahrlos aufhalten könne. Der Unfall gerade zeige, dass das Herunterholen von Bildern aus dem fraglichen Regal mit erheblichen Gefahren verbunden sei. Ein Mitverschulden der Kundin sah das Gericht nicht. Offensichtlich sei die Kundin ja ausreichend groß gewesen, um an die oberste Regalreihe zu kommen, sonst hätte sie das gewünschte Bild nicht ergreifen können. Die Behauptung, die Kundin habe sich an dem Regal hochgezogen konnte die Ladeninhaberin nicht nachweisen. Daher gab des LG Koblenz der Klage statt.

Die Entscheidung zeigt, dass Verkehrssicherungspflichten im Geschäftsbereich äußerst ernst zu nehmen sind und der Grundsatz daher weiter gilt:

Der Kunde ist König.