Verkehrsunfall und merkantiler Minderwert

Unter dieser Bezeichnung versteht man die Minderung des Verkaufswertes eines PKW nach einem Unfall, die trotz völliger und ordnungsgemäßer Instandsetzung eines vormals erheblich beschädigten Kraftfahrzeuges alleine deshalb verbleibt, weil potentielle spätere Käufer trotz der 100%igen Reparatur einen Preisabschlag erwarten . . .

Unter dieser Bezeichnung versteht man die Minderung des Verkaufswertes eines PKW nach einem Unfall, die trotz völliger und ordnungsgemäßer Instandsetzung eines vormals erheblich beschädigten Kraftfahrzeuges alleine deshalb verbleibt, weil potentielle spätere Käufer trotz der 100%igen Reparatur einen Preisabschlag erwarten.

Es handelt sich hier weniger um ein technisches, als vielmehr um ein psychologisches Problem, weil ein großer Teil des Publikums beispielsweise wegen des Verdachts verborgen gebliebener Schäden eine den Preis beeinflussende Abneigung gegen solche Fahrzeug hegt.

Dieses, zum Zeitpunkt nach der Reparatur überhaupt noch nicht finanziell aktuelle Problem, soll mit der genannten Wertminderung aufgefangen werden. Sinnvollerweise sollte man einen entsprechenden Wert durch einen Sachverständigen ermitteln lassen, es gibt aber auch verschiedene Berechnungsmethoden wie beispielsweise diejenige von Ruhkopf/Sahm. Derartige Methoden sind zwingend sehr stark schematisiert. Welches Fahrzeugalter, welche Laufleistung hier eine Rolle zu spielen hat ist abschließend höchst richterlich nicht geklärt. In der Vergangenheit war es allerdings so, dass eine Obergrenze bei 100.000 km bzw. einem Alter von 5 Jahren gezogen worden ist.

Dieser Bereich ist heute relativ stark im Fluss. Zum einen kommt einer Laufleistungsgrenze heute aufgrund der technischen Entwicklung und der zunehmenden Langlebigkeit der Fahrzeuge ein entsprechender Wert wie in der Vergangenheit nicht mehr zu. Andererseits ist für den potentiellen Käufer auch der Alterszeitpunkt, bei welchem ein PKW beschädigt worden ist, ohne Bedeutung, der Schaden als solches „verursacht das Problem“.

Dies ist von der Rechtsprechung entsprechend erkannt und im Gegensatz zu vergangenen Zeiten lohnt es sich heute auch bei älteren Fahrzeugen den Versuch zu unternehmen, eine entsprechende Ausgleichszahlung zu erhalten, wobei hier jeweils auf den Einzelfall abzustellen sein wird. Dies ist ein Komplex, der von den Versicherern natürlich „nicht gerne gesehen“ wird und der von daher sinnvollerweise ab einem sehr frühen Zeitpunkt sowohl technische, als auch juristische Hilfe verlangt.