Wie gewonnen so zerronnen? Fällt der Lottogewinn in den Zugewinnausgleich?

Angela Krall, Fachanwältin für Familienrecht

Das Ehepaar hatte im Juli 1971 geheiratet. Aus der Ehe sind 3 mittlerweile erwachsene Kinder hervorgegangen. Die Eheleute trennten sich im August 2000. Ab 2001 hatte der Ehemann eine neue Partnerin. Im November 2008 gewann der Ehemann zusammen mit seiner Lebensgefährtin im Lotto einen Betrag in Höhe von rund 950.000,00 EUR. Ende Januar 2009 wurde dem Ehemann der Scheidungsantrag zugestellt . . .

Das Ehepaar hatte im Juli 1971 geheiratet. Aus der Ehe sind 3 mittlerweile erwachsene Kinder hervorgegangen. Die Eheleute trennten sich im August 2000. Ab 2001 hatte der Ehemann eine neue Partnerin. Im November 2008 gewann der Ehemann zusammen mit seiner Lebensgefährtin im Lotto einen Betrag in Höhe von rund 950.000,00 EUR. Ende Januar 2009 wurde dem Ehemann der Scheidungsantrag zugestellt.

Die Ehefrau verlangte Zugewinn und stellte in die Berechnung dazu den halben Lottogewinn (den Anteil ihres Ehemannes) ein.

Das Amtsgericht, das auch die Scheidung der Ehe ausgesprochen hat, folgte der Berechnung der Ehefrau und sprach ihr 242.500,00 EUR Zugewinn zu. Der Ehemann legte Rechtsmittel ein. Das Oberlandesgericht entschied anders und verpflichtete den Ehemann lediglich zur Zahlung von 8.000,00 EUR.

Nunmehr gelangte der Streit über die Höhe des Zugewinnausgleichs zum Bundesgerichtshof (BGH). Der BGH entschied zugunsten der Ehefrau und sprach ihr wiederum den Betrag zu, auf den das Amtsgericht bereits erkannt hat.

Der BGH begründete seine Entscheidung damit, dass der Vermögenszuwachs, der Lottogewinn, nicht als privilegierter Vermögenszuwachs wie etwa eine Erbschaft oder Schenkung gesehen werden kann. Auch komme es nicht darauf an, dass dieser Vermögenszuwachs keine innere Beziehung zur ehelichen Lebensgemeinschaft hat. Fazit: Wie gewonnen halb zerronnen!