Kinder als Spielball im Trennungskrieg?!

Henrike Krimmel, Fachanwältin für Familienrecht und für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Haben sich ehemalige Partner erst einmal getrennt, so will man oft nichts mehr miteinander zu tun haben, unter Erwachsenen mag dies hingehen. Gibt es aber gemeinsame Kinder, so gibt es immer wieder Probleme . . .

Haben sich ehemalige Partner erst einmal getrennt, so will man oft nichts mehr miteinander zu tun haben, unter Erwachsenen mag dies hingehen.

Gibt es aber gemeinsame Kinder, so gibt es immer wieder Probleme, wie eine neue Entscheidung des OLG Saarbrücken vom 21. 12. 2006, AZ: 9 UF 147/06 zeigt.

Eine Mutter hatte dem Vater der gemeinsamen 8-jährigen Tochter systematisch den Umgang verweigert. Vor Gericht erklärte die Mutter, die Tochter wolle nicht zum Vater.

Das Gericht trat dem entgegen mit dem Argument, die so genannte Wohlverhaltensklausel des § 1684 Abs. 2 BGB verpflichte die Eltern nicht nur dazu, die Kinder fröhlich alleine entscheiden zu lassen, es bestehe vielmehr eine erzieherische Verpflichtung, etwaige psychische Widerstände gegen den Umgang mit dem anderen Elternteil aktiv abzubauen und das Kind mit dem Umgang auf den anderen Elternteil positiv einzustellen.

Das Gericht wies darauf hin, dass Schäden für das Kind eigentlich nicht mehr abzuwenden seien, wenn die Sache streitig vor Gericht gehe.

Das Gericht hat den konkreten Fall dann zugunsten des Kindes entschieden und beide Eltern verstärkt in die Pflicht genommen und folgende Leitsätze für alle gegenwärtig und zukünftig Betroffenen festgelegt:

1. Der eine Teil ist verpflichtet, das Verkehrsrecht des anderen Elternteils zu respektieren und das Kind gezielt positiv auf die Kontakte einzustellen.

2. Der andere Elternteil ist verpflichtet, die Verkehrszeiten mit dem Kind positiv zu gestalten und keinerlei negative Einwirkungen bezüglich des anderen Elternteils zuzulassen oder gar vorzunehmen.

Mein Kommentar: In dem ganzen emotionalen Partnergeschäft sicherlich sehr schwierig, die Erwachsenen sollten aber unbedingt ihre Probleme, gleich welcher Art sie auch sein mögen, zurückstellen und in erster Linie gemeinsam oder zumindest getrennt an das Wohl der Kinder denken und entsprechend handeln.