Der Wind, der Wind, das himmlische Kind . . .

. . weht die Blätter und Äste auch in Nachbars Garten. Der Herbst ist für seine Stürme bekannt, die das Laub von den Bäumen fegen, aber wer muss die Blätterflut beseitigen bzw. haftet für die dadurch entstehenden Kosten? . . .

. . weht die Blätter und Äste auch in Nachbars Garten.

Der Herbst ist für seine Stürme bekannt, die das Laub von den Bäumen fegen, aber wer muss die Blätterflut beseitigen bzw. haftet für die dadurch entstehenden Kosten?

Mit dieser Frage hatte sich das AG München unlängst zu beschäftigen (Az. 114 C 31118/12). Das Gericht hat entschieden, dass Grundstücksbesitzer Laub, das vom Nachbargrundstück auf das eigene Grundstück fällt, unter Umständen auf eigene Kosten beseitigen müssen. Dies gelte vor allem dort, wo Bepflanzungen mit Laubbäumen für die jeweilige Gegend typisch sind, so das Gericht. Im zu entscheidenden Fall hatte die Klägerin sich zu Wehr gesetzt, da die Hinterlassenschaften einer großen alten Linde aus Nachbars Garten mehrmals im Jahr ihr Grundstück durch Blüten, Samen, Blätter und Äste in einem Radius von mindestens 30 Metern bedeckt und erheblich verunreinigt. Im Herbst sei es besonders schlimm, da sich durch die Herbststürme aus Blättern eine mehr als zehn Zentimeter dicke Schicht bilde. Dies führe nicht nur dazu, dass ihr gepflegter Rasen und der Gemüsegarten bedeckt, sondern auch die Regenrinnen verstopft seien, so die Klägerin. Außerdem würden sich auf der Garagenzufahrt und vor dem Garagentor Laubhaufen bilden, was auch zu einem rutschigen Untergrund führe. Die Regenrinnen müssen durch sie mindestens drei bis vier Mal im Jahr gereinigt und jährlich zehn bis fünfzehn 80-Liter-Tonnen an Laub entsorgt werden, obwohl es nicht ihr Baum sei. Aus diesen Gründen begehrte die Klägerin Schadensersatz in Höhe von 500.- EUR pro Jahr.

Zu Unrecht, wie das Gericht entschied, da die Beeinträchtigung des Grundstücks der Klägerin zwar nicht unerheblich sei, dies vorliegend allerdings hingenommen werden müsse. Das Gericht stellte für seine Entscheidung darauf ab, ob in der betreffenden Wohngegend große laubreiche Bäume üblich seien. Zwar könne ein Grundstückseigentümer grundsätzlich von seinem Nachbarn einen Ausgleich in Geld verlangen, wenn von dessen Grundstück über das zumutbare Maß hinaus störende Einwirkungen ausgehen. Dies gelte aber nicht, wenn die Beeinträchtigungen durch Laub und Ähnliches ortsüblich seien.

Die Klägerin genieße das Wohnen im Grünen als Lagevorteil, müsse daher auch den damit verbundenen Nachteil der erhöhten Grundstücksverschmutzung durch pflanzliche Bestandteile in Kauf nehmen, so das Gericht.

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