Emmas Sparbuch: Wer darf darüber verfügen

Angela Krall, Fachanwältin für Familienrecht

Emmas Eltern hatten für Emma auf den Namen von Emma ein Sparbuch angelegt. Hierauf sollten die Großeltern und Paten Geld einzahlen können, was sie auch taten. Das Sparbuch hatten Emmas Eltern im Besitz . . .

Emmas Eltern hatten für Emma auf den Namen von Emma ein Sparbuch angelegt. Hierauf sollten die Großeltern und Paten Geld einzahlen können, was sie auch taten. Das Sparbuch hatten Emmas Eltern im Besitz.

Emmas Vater hob Beträge von dem Sparbuch ab. Die Mutter war damit einverstanden. Der Vater schaffte für Emma ein neues Kinderzimmer an, sie erhielt Bekleidung und Geschenke davon.

Kann Emma von ihrem Vater verlangen, die abgehobenen Beträge an sie zurückzuzahlen?

Ja, sie kann!

Die elterliche Sorge umfasst auch die Vermögenssorge. Diese beinhaltet die Pflicht der Eltern Vermögen ihres Kindes nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anzulegen. Sie verbietet, das Geld des Kindes für persönliche Zwecke zu verbrauchen. Die Ausgabe für Kinderzimmermöbel und Bekleidung ist Finanzierung von Bedürfnissen des Kindes, die den Eltern aufgrund ihrer bestehenden Unterhaltsverpflichtung obliegt. Solche Ausgaben können sie von ihrem Kind nicht ersetzt verlangen.

Damit hat Emmas Vater seine Pflichten bei der Ausübung der elterlichen Sorge verletzt. Emma hat einen Schadensersatzanspruch nach § 1664 BGB. Emma kann mithin verlangen, dass ihr Vater die abgehobenen Beträge zugunsten von Emma wieder einzahlt.

Fazit: Sparguthaben, d.h. Kindesvermögen ist zum Nutzen des Kindes zu erhalten.

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