Doping im Radsport: „Es ist ein langer Weg.“

Der spanische Radsportkollege Alberto Contador hat sich für die Sanktionen gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Lance Armstrong ausgesprochen. In einem Interview gab er seine Einschätzung zum Dopingskandal im Radsport.

Alberto Contador, der selbst 2010 positiv auf Doping getestet worden war und dem seine Siege bei der Tour de France und beim Giro d’Italia daraufhin aberkannt worden waren, hält die harte Strafe für Armstrong für gerecht. Der Profi teilte der spanischen Sporttageszeitung Marca mit, dass Armstrongs Doping-Affäre eine große Enttäuschung für ihn gewesen sei.

Lance Armstrong wurde nach seinem siebten Tour de France-Sieg 2005 als Gott des Radsports bezeichnet. Jetzt wurden ihm aufgrund eines positiven Doping-Tests alle sieben Tour-Titel aberkannt. Der Weltverband UCI hat weiterhin eine lebenslange Sperre gegen den 41-jährigen Radsportprofi erwirkt. Damit hat der UCI Armstrong zu einem lebenden Mahnmal gegen Doping im Radsport gemacht. Er wird in den Ergebnislisten seit 1998 nicht mehr auftauchen, und über die mögliche Rückforderung von den Preisgeldern der Siege wird noch verhandelt.

Alberto Contador war 2009 Teamkollege des nun diskreditierten Lance Armstrong. Im Interview lobte er den Wettbewerbseifer und die Zielgerichtetheit des Amerikaners, hält die harte Strafe gegen ihn jedoch durchaus für gerecht. Contador sprach, ähnlich wie der UCI, von einem deutlichen Zeichen gegen das Doping im Radsport. „Meine Generation hat verstanden, dass Radsport nicht mit externen Hilfsmitteln funktionieren darf. Es steht uns allerdings ein weiter Weg bevor, den der UCI gemeinsam mit den Teams und den Sportlern gehen muss.“, betonte der Profi im Interview.

<P>Contador ging auch auf die persönliche Enttäuschung, die er Armstrong gegenüber verspürt, ein. Nach der Überwindung seines <a href="http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Schlaganfall/"><b>Schlaganfalls</b></a> und seines Krebsleidens sei Armstrong ein Vorbild für ihn gewesen, so der jüngere Contador. Nachdem er ihn zunächst im Dopingskandal verteidigt und sogar von öffentlicher Demütigung und Mobbing seines Kollegen gesprochen hatte, schlägt er sich nun auf die Seite des UCI. Contador und Armstrong radelten 2009 Seite an Seite im Astana Team. Das Konkurrenzgebaren der beiden hatte die Presse dazu veranlasst, den Radprofis eine konfliktreiche Beziehung anzudichten. Dagegen sprach sich Contador im Interview jedoch nochmals explizit aus. </P>

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