Staatsanwaltschaft:

Zwölf Tote und sechs Verletzte nach Unruhen in Caracas

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Bei erneuten Massenprotesten gegen eine drohende Diktatur und die Politik von Präsident Nicolás Maduro hat die Polizei in Venezuela mit Tränengas versucht, Demonstranten auseinander zu treiben. Angesichts dramatischer Szenen in Venezuela fordert die internationale Gemeinschaft von Präsident Nicolás Maduro ein Zurückziehen der brutal agierenden Milizen.

Caracas - Bei Unruhen und Plünderungen sind in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zwölf Menschen getötet worden. Zudem wurden seit der Nacht zum Freitag sechs weitere Menschen verletzt, wie der Generalstaatsanwalt berichtete.

Besonders im Stadtviertel El Valle kam es zu nächtlichen Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften, Demonstranten legten Feuer, es bot sich ein Bild der Verwüstung.

Die meisten Opfer sollen durch Stromschläge getötet worden sein, als sie in einer Bäckerei einen Kühlschrank stehlen wollten, andere starben durch Schüsse. Ein Kinderkrankenhaus musste wegen des massiven Einsatzes von Tränengas evakuiert werden.

Seit der zeitweisen Entmachtung des Parlaments erlebt das Land mit den größten Ölreserven die heftigste Protestwelle seit 2014 - damals starben 43 Menschen. Die Demonstranten fordern Neuwahlen und die Absetzung des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro, dem sie die Vorbereitung einer Diktatur vorwerfen.

Er hatte angekündigt, 500 000 Milizionäre als Antwort auf die Proteste mit Gewehren zu bewaffnen und die sozialistische Revolution zu verteidigen. Das Militär wurde in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Die Opposition rief das Militär zum Bruch mit Maduro auf. „Gehen Sie nicht mit der Titanic Maduros unter“, sagte einer der Oppositionsführer, Freddy Guevara, an die Adresse von Verteidigungsminister Vladimir Padrino.

dpa

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