Vorstoß von CSU und Freien Wählern

Zehn-Stunden-Tag abschaffen? Bayern rüttelt an Höchstarbeitszeit - SPD warnt

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Markus Söder am Montag bei der Sitzung des bayerischen Kabinetts.

Bayern will Arbeitnehmer künftig bei Bedarf länger arbeiten lassen - die Regierung von Markus Söder will eine Initiative im Bundesrat einbringen. Die SPD befürchtet Schlimmes.

München - Mit einer Bundesratsinitiative will Bayern die Regelung die tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden aufweichen. Die Staatsregierung begründet dies mit der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt. „Moderne Kommunikationstechnik bietet zunehmend Freiraum für orts- und zeitunabhängiges Arbeiten und eröffnet Unternehmen und Beschäftigten ein höheres Maß an Flexibilität“, hieß es nach der Kabinettssitzung am Montag in München.

Zehn-Stunden-Tag: CSU und Freie Wähler finden Schutzregeln „nicht mehr zeitgemäß“

Starre Arbeitszeitregelungen, insbesondere die ununterbrochene Ruhezeit von elf Stunden, seien daher nicht mehr zeitgemäß. Viele Beschäftigte wünschten sich, die Arbeit der Familie zuliebe für ein paar Stunden unterbrechen zu können, am Abend die letzten beruflichen Arbeiten zu erledigen und am nächsten Tag wie üblich mit der Arbeit zu starten. 

CDU-Politiker hatten bereits im Frühjahr eine Aufweichung der Zehn-Stunden-Regel angedacht. Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) dachte ebenfalls bereits über längere Arbeitszeiten in der Gastronomie nach, wie Merkur.de* berichtete.

Zehn-Stunden-Tag: SPD sieht „Axt an den Arbeitnehmerschutz“ angelegt

Die Landtags-SPD kritisierte den Vorstoß postwendend. Unter dem Deckmäntelchen einer notwendigen Flexibilisierung von Arbeit im Zeichen der Digitalisierung werde die Axt an den Arbeitnehmerschutz angelegt, sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin Annette Karl. Damit solle Arbeitgebern ermöglicht werden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger als zehn Stunden am Stück arbeiten zu lassen. Betroffen wären in erster Linie ohnehin schlecht bezahlte, körperlich anstrengende Jobs.

Am Montag wurde auch bekannt, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im neuen Jahr wohl sein Kabinett umbauen muss. Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger fordert in einer Rede, dass Bürger in Deutschland ein Messer mit sich führen dürfen sollten - darauf hagelt es heftige Kritik.

dpa/fn

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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